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"Latscho": Die TuS Koblenz kommt ins Kino

Wer einen Fußballfilm dreht, weiß am Anfang nie, ob am Ende eine Komödie, ein Drama, ein Actionfilm oder irgendetwas dazwischen herauskommt. Wer einen Film über TuS Koblenz dreht, sollte generell nicht allzu verliebt in die Idee eines "Happy End" sein. Julian Turek hat einen Film über die TuS gedreht – ein Jahr lang hat er Mannschaft und Fans, Trainer und Betreuer mit der Kamera begleitet. Er musste lange auf sein "Happy End" warten. Doch schließlich hat es geklappt.

Koblenz – Wer einen Fußballfilm dreht, weiß am Anfang nie, ob am Ende eine Komödie, ein Drama, ein Actionfilm oder irgendetwas dazwischen herauskommt. Wer einen Film über TuS Koblenz dreht, sollte generell nicht allzu verliebt in die Idee eines "Happy End" sein. Julian Turek hat einen Film über die TuS gedreht – ein Jahr lang hat er Mannschaft und Fans, Trainer und Betreuer mit der Kamera begleitet. Er musste lange auf sein "Happy End" warten. Doch schließlich hat es geklappt.

Am Donnerstag, 1. März, kommt "Latscho" ins Kino – das Odeon-Apollo in der Oberen Löhr zeigt Tureks TuS-Film auf der großen Leinwand. Der Filmemacher ist aufgeregt: "Ein Traum wird wahr." Ein Traum, für den der 30-Jährige mehr als ein Jahr gearbeitet und viel investiert hat. "Latscho" ist ein No-Budget-Film, alles ist selbst finanziert und handgemacht. Mit Liebe: "Ich bin total fußballwahnsinnig. Und nach einem Spiel kann ich nicht einfach abschalten, da gehen mir noch die ganze Nacht die Szenen durch den Kopf. In so einer Stimmung ist damals, im Jahr 2010, die Idee entstanden. Und dann habe ich mir eine Kamera gekauft."

Julian Turek ist von Berufs wegen nah dran an TuS Koblenz – er ist seit bald drei Jahren der Pressesprecher des Klubs, begleitet die Mannschaft bei Heim- wie Auswärtsspielen, erlebt das ganze Auf und Ab, den Alltag einer Fußballmannschaft hautnah. Seit Januar 2011 hatte Turek seine digitale Videokamera immer mit dabei. Wirklich immer: "Ich habe pro Tag bestimmt fünf Stunden Material gesammelt. Als ich dann zusammen mit Adrian Müller einen Film daraus schneiden musste, hat das ganz schön wehgetan." Doch es ist gelungen, schließlich wird "Latscho" 127 Minuten dauern.

127 Minuten, in denen Fans noch einmal eine aufregende Zeit miterleben können: das Jahr in der Dritten Liga, in der Trainer Petrik Sander eine höchst sympathische und erfolgreiche Mannschaft aufs Feld schickte, dann der erzwungene Abstieg in die Regionalliga, der Abschied von vielen Publikumslieblingen, der Neuaufbau unter Trainer Michael Dämgen, das monatelange Warten auf den ersten Saisonsieg – schließlich die Begegnung gegen Fortuna Köln mit vielen Ex-Koblenzern im Trikot der Domstädter. Die Schängel gewannen, TuS-Held Michael Stahl verwandelte einen Elfmeter gegen seinen Ex-Teamkameraden Dieter Paucken im Fortuna-Kasten. Jubel auf dem Oberwerth – das ist das fröhliche Ende für Tureks Film.

In diesem Jahr ist viel passiert bei der TuS – Michael Stahl ist so etwas wie eine Hauptfigur geworden – nicht nur, weil er das "Tor des Jahres" schoss. Doch auch die Mannschaft hinter dem Team, die Trainer und Betreuer wie Zeugwart Gerd Rörig machen den Film aus, der einen Blick hinter die Kulissen – in die Kabine – erlaubt.

Mit anderen Fußballfilmen will sich Julian Turek gar nicht messen. Sönke Wortmanns "Sommermärchen" über die deutschen WM-Helden von 2006 etwa – "da hat mich eigentlich nur interessiert, was für eine Kamera Wortmann verwendet hat." Den Umgang mit dem Gerät, den Blick für Szenen und Perspektiven – "das hat sich alles entwickelt", meint der Filmfan. "Latscho" (das Wort steht im Koblenzer Slang für "schön" oder "cool") lebt durch die Szenen, die Turek eingefangen hat. So kommen auch viele Stars der Fußballszene zu Wort, Turek ist sogar nach Glasgow gereist, um Du-Ri Cha wiederzutreffen – der Ex-Koblenzer spielt inzwischen bei Celtic.

Angenommen, jemand weiß nicht viel über die TuS und sieht den Film: Welchen Eindruck wird er bekommen? Turek antwortet blitzschnell: "Der wird denken: Ist das ein geiler Verein! Und was für eine coole Truppe. Und: So sieht also der Alltag in der vierten Liga aus." Klingt insgesamt also schon mehr nach Komödie als nach Drama.

Von unserem Redakteur Tim Kosmetschke

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