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Koblenz

Kultursalon diskutiert über Buga am Mittelrhein: Auch Koblenz muss noch viel anpacken

Andreas Jöckel

Dass die Stadt Koblenz und das ganze Welterbe Oberes Mittelrheintal eine weitere Buga in der Region dringend brauchen, darin sind sich die Podiumsteilnehmer des Kultursalons Koblenz im kurfürstlichen Schloss einig. Entschlossen gibt Moderatorin Petra Lötschert als Fazit das Motto für die Einwohner von Rüdesheim bis Koblenz für die kommenden zehn Jahre aus: „Wir sind Buga!“

Der Mittelrhein braucht eine weitere Buga, darin sind sich die Podiumsteilnehmer beim Kultursalon im Schloss einig (von links): Journalist Reinhard Kallenbach, Oberwesels Bürgermeister Jürgen Port, Moderatorin Petra Lötschert, Zweckverbandsvorsteher Frank Puchtler und Rainer Zeimentz, Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Foto: Andreas Jöckel
Der Mittelrhein braucht eine weitere Buga, darin sind sich die Podiumsteilnehmer beim Kultursalon im Schloss einig (von links): Journalist Reinhard Kallenbach, Oberwesels Bürgermeister Jürgen Port, Moderatorin Petra Lötschert, Zweckverbandsvorsteher Frank Puchtler und Rainer Zeimentz, Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz.
Foto: Andreas Jöckel

Für den Koblenzer Journalisten und Buchautor Reinhard Kallenbach steht fest: „Wir müssen die zweite Buga im Mittelrheintal machen!“ Denn grundsätzlich sei die Großveranstaltung des am besten geeignete Vehikel, um Projekte voranzutreiben. Für Koblenz sei es an der Zeit, sich nicht mehr selbstzufrieden auf den Lorbeeren der Buga 2011 auszuruhen. Stattdessen müssten die Festungsanlagen, mit denen sich das Oberzentrum in die Buga 2029 einbringen will, endlich auf Vordermann gebracht werden. Auch der Fortestand der Seilbahn sei mit der Buga 2029 verbunden. Darüber hinaus gebe es noch genug Themen, die angepackt werden müssen, unter anderem die Vernetzung der Grünflächen. Für das Mittelrheintal insgesamt sieht Kallenbach im Zuge der Buga die Möglichkeit, das Tal als gemeinsame vermarktete Ferienregion stärker zusammenzuschweißen, als dies bereits in Ansätzen durch den Welterbetitel gelungen ist.

Leerstände und Zerfall drohen

Als ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Oberwesel erklärt Jürgen Port, welche Entwicklungen sich die Kommunen im Welterbe von der Buga erhoffen: Obwohl Oberwesel mit seiner begehbaren historischen Stadtmauer nach Koblenz und Boppard die drittstärksten Übernachtungszahlen im Welterbe vorweisen kann, sieht es in der Innenstadt an vielen Stellen aus wie leider zu oft im Mittelrheintal: „Da ist Leerstand, da droht Zerfall. Die Buga bietet eine Riesenchance, über begleitende Förderprogramme zur Sanierung etwas zu tun, um die Stadt auf neue Füße zu stellen“, sagt Port. Schon seit 2010 liege im Rathaus etwa die „Entwicklungsstudie Rheinufer“ in der Schublade und wartet auf die Realisierungschance – wofür die kleine Stadt bei Gesamtkosten von rund 5 Millionen Euro alleine etwa 1,5 Millionen Eigenanteil aufbringen muss.

Buga braucht ein "Gesicht"

Ähnlich wie Oberwesel geht es fast 50 Städten und Gemeinden im Welterbe. Der Vorsteher des Welterbe-Zweckverbandes und Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler, stellt deshalb klar: „Wir sind klar für die Buga, weil das ganze Tal einen Modernisierungsschub braucht.“ Dabei ist sich Puchtler bewusst, dass das Welterbe mit dem Mammutprojekt Neuland betreten wird: Auf einer Strecke von 67 Kilometern, deren rund 170.000 Einwohner sich auf nicht nur auf zwei Rheinseiten, sondern auch auf Tal und Höhen verteilen, müsse allen die Gewissheit gegeben werden, ein Teil des Ganzen zu sein – auch wenn die Zahl der Buga-Bühnen, Ausstellungsflächen und Anlegestellen der Ausstellungsschiffe begrenzt sein wird. Um dies zu erreichen, ist es laut Puchtler wichtig, dass die Buga im Mittelrheintal ein „Gesicht“ in Form eines Geschäftsführers der Buga GmbH bekommt, wie es Hanspeter Faas für die Buga 2011 in Koblenz war. Wenn am Montagabend das Veranstaltungsjahr feststeht, soll die GmbH-Gründung schnell vorangetrieben werden.

Buga als Werkzeug für die touristische Infrastruktur

Über das Budget der Buga GmbH sollen 108 Millionen Euro ins Welterbe fließen. Rainer Zeimentz, der als Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz die Machbarkeitsstudie entscheiden vorangebracht hat, warnt in diesem Zusammenhang davor, den Erfolg der Buga allein am Gewinn oder Verlust der GmbH im Veranstaltungsjahr zu messen. Denn dieser sei von zu vielen unbeeinflussbaren Faktoren wie Wetter oder Hochwasser abhängig. Wichtig sei, die Buga als Werkzeug zu nutzen, „um die touristische Infrastruktur des Mittelrheintals in den kommenden zehn Jahren auf das Niveau Veranstaltungsjahres zu heben“. Der Tourismus sei für den ländlichen Raum zwischen den Zentren im Norden und Süden die einzige Möglichkeit, neue Arbeitsplätze und Einnahmequellen zu schaffen.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Entscheidung über Buga 2029

Die Versammlung des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal entscheidet am heutigen Montag, 15. Oktober, ob die Buga 2031 um zwei Jahre vorverlegt wird.

Beginn ist um 18 Uhr im Bürgerhaus in Kestert in der Eisenbahnstraße. Voraussichtlich wird es eine große Mehrheit für die Buga 2029 im Welterbe geben. aj

Koblenz
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