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Koblenz-Horchheim

Kolpinghaus in Koblenz-Horchheim wird als Pagode "wiedergeboren"

Seit ein paar Monaten richten vietnamesische Buddhisten das Kolpinghaus in Horchheim als Pagode her, als buddhistisches Kloster, in dem zwei Nonnen leben werden.

Von außen sieht das alte Kolpinghaus im Moment eigentlich noch aus wie immer. Doch im Inneren zeigt sich: Der katholische Geist des Hauses ist bereits dem buddhistischen gewichen.
Von außen sieht das alte Kolpinghaus im Moment eigentlich noch aus wie immer. Doch im Inneren zeigt sich: Der katholische Geist des Hauses ist bereits dem buddhistischen gewichen.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Früher konnten dort junge Männer während ihrer Lehr- oder Gesellenzeit wohnen, dann gab es Versammlungen der Kolpingsfamilie und anderer Vereine in dem Haus nah am Rheinufer. Treffpunkt blieb es auch weiterhin, als Gaststätte mit Bürgerhaus. Und auch in seinem neuen Leben wird das Kolpinghaus in Horchheim ein Versammlungsraum bleiben: Seit ein paar Monaten richten vietnamesische Buddhisten das Haus als Pagode her, als buddhistisches Kloster, in dem zwei Nonnen leben werden.

Von außen sieht das alte Kolpinghaus im Moment eigentlich noch aus wie immer. Doch im Inneren zeigt sich: Der katholische Geist des Hauses ist bereits dem buddhistischen gewichen.
Von außen sieht das alte Kolpinghaus im Moment eigentlich noch aus wie immer. Doch im Inneren zeigt sich: Der katholische Geist des Hauses ist bereits dem buddhistischen gewichen.
Foto: Sascha Ditscher

"Erst katholisch, jetzt buddhistisch, es geht alles", sagt Hoang Anh Cao und lacht. Der 52-Jährige hat sich eigens Urlaub genommen, um auf der Baustelle in der Grafenstraße 2 in Horchheim zu helfen. "Ich bin kein so sehr gläubiger Buddhist, aber hier geht es ja auch um das Soziale, das Helfen." In doppelter Hinsicht. Denn später, wenn alles fertig ist, dann kann jeder hierherkommen, der Hilfe sucht, sagt Tich Nu Minh Hieu. Die Nonne wohnt in dem Haus, ist die Leiterin der neuen Pagode Bao-Thanh, die gerade in Koblenz entsteht. Und das eben auch mit der Hilfe von vielen.

"Wir wollten das Haus kaufen, aber wir hatten kaum Geld", sagt die zierliche 51-Jährige in gebrochenem Deutsch, für das sie sich immer wieder entschuldigt. "Aber dann, unglaublich", erzählt sie weiter. Buddhisten von überall her, aus der ganzen Welt haben gespendet, damit im Südwesten Deutschlands eine Pagode entstehen kann. Und viele kommen aus einem weiten Umkreis, vor allem am Wochenende, um ganz konkret zu helfen. Im ganzen Haus hört man die Hammerschläge. Noch sieht es aus wie eine große Baustelle, aber vieles ist auch schon geschafft, erzählt Hoang Anh Cao stolz beim Rundgang. Im August 2014 hat die Gemeinde das Haus gekauft, seitdem wird gearbeitet. "Manchmal ist es für die Nachbarn schwer, weil wir vor allem am Wochenende arbeiten", sagt der Ingenieur, der beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz arbeitet.

Das Erdgeschoss ist weitgehend entkernt, dort wird im hinteren Teil das Herz des Hauses schlagen: ein großer Raum, in dem man sich versammeln, auf dem Boden sitzend meditieren und gemeinsam beten kann. Mehrere vergoldete Statuen stehen auf einem Podest, vor ihnen Schalen mit Früchten aus Plastik, daneben Vasen mit künstlichen Blumen. "Wir ehren Buddha damit", sagt Cao. Das Dach in dem Raum ist neu gemacht. Noch fehlen Fußbodenheizung und Boden, aber man kann schon sehen, wie es einmal sein wird. Langsam drängt auch die Zeit. Denn am Freitag, 24. April, will die Vietnamesisch-Buddhistische Gemeinde Südwest Deutschland die neue Pagode den Nachbarn, Freunden und offiziellen Vertretern der Stadt Koblenz vorstellen. Einen Tag der offenen Tür für alle Interessierten planen die Neu-Horchheimer zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Haus komplett fertig ist.

Koblenz
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