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Koblenz/Uganda

Koblenzerin sorgt in Uganda mit für sauberes Wasser

Heiße Temperaturen und holprige Straßen – so geht es für drei Mitglieder der Non-Profit-Organisation 2Aid im Auto in Kibaale, einem Distrikt in West-Uganda, los. Ehrenamtlich haben sie sich im August aufgemacht, um einige Projekte von 2Aid (auf Deutsch: Helfen) zu besuchen – nämlich Trinkwasserbrunnen, die mit Spenden finanziert wurden.

Mit zwei weiteren jungen Helfern war Christine Löprich (vorn, 3. von links) in Uganda unterwegs, um nachzusehen, ob die mit Spendengeldern gebauten Brunnen noch einwandfrei funktionieren.
Mit zwei weiteren jungen Helfern war Christine Löprich (vorn, 3. von links) in Uganda unterwegs, um nachzusehen, ob die mit Spendengeldern gebauten Brunnen noch einwandfrei funktionieren.

Von unserer Mitarbeiterin Anna Junghänel

Mit dabei war die 28-jährige Koblenzerin Christine Löprich, die zusammen mit zwei weiteren jungen Helfern das erste Mal mitgeflogen ist nach Uganda.

"Man kann mit so wenig so viel bewegen", sagt Christine Löprich, die in der Verwaltung der WHU in Vallendar im Marketing arbeitet. Sie hatte schon länger nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit gesucht und kam durch eine Bekannte, die ebenfalls bei 2Aid aktiv war, auf die Organisation. 2Aid, eine junge deutsche Initiative, sammelt Spenden und errichtet dann gemeinsam mit der Emesco Development Foundation Brunnen in Uganda, um dort für sauberes Trinkwasser zu sorgen.

Mit einem Auto fuhren Christine Löprich und die beiden anderen Helfer zu den jeweiligen Projekten, doch oft mussten sie zusammen mit einer Begleitperson von Emesco teilweise noch 20 Minuten lang bis zur nächsten Gemeinde laufen, weil die Straßen nicht befahrbar waren. "Tja, Straßen", sagt Löprich lächelnd und erinnert sich an ihre Reise, "teilweise waren das nicht mal richtige Trampelpfade." An den verschiedenen Orten angekommen, beobachteten die Deutschen immer wieder, wie sich die Gemeinden entwickelt haben nach dem Bau der Brunnen. Meistens waren sie gewachsen, weil es sich herumgesprochen hatte, dass es dort sauberes Trinkwasser gibt. "Was uns natürlich besonders freut", sagt Christine Löprich strahlend. An Ort und Stelle schauten sie und ihre Mitreisenden allerdings auch, ob mögliche Reparaturen am Brunnen anstehen.

Die Brunnen wurden mithilfe von Spenden finanziert, die ausschließlich in die Projekte fließen. Denn bei 2Aid wird das Spendengeld nicht in die Logistik oder Personalkosten gesteckt, erklärt Löprich: Das Team verfügt über zwei Konten, eins für die Verwaltung und eins für die Projekte, sodass jeder Spender selbst entscheiden kann, was er unterstützen möchte. Die Projekte, die auf diese Weise umgesetzt werden, besuchen dann Helfer wie Christine Löprich im Rahmen der Aktion "Follow-Ups" regelmäßig, um zu sehen, ob noch alles funktioniert. Denn 2Aid möchte nachhaltig helfen, sodass die unterstützte Gemeinschaft selbstständig wird und nicht zwingend auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Der erste Schritt hierzu: sauberes Wasser.

Oft sind die Wasserstellen in Uganda bis zu 15 Kilometer entfernt, sodass es auf dem Weg, den hauptsächlich Frauen und Kinder zurücklegen, öfter zu Übergriffen oder Unfällen kommt. Ein weiteres Problem: Die Wasserstellen sind meist verschmutzt, wodurch Krankheiten entstehen. Um das Brunnenwasser also weiterhin sauber und geschützt zu halten, ruft 2Aid in den einzelnen Gemeinden jeweils ein Wasserkomitee ins Leben, das aus sieben Mitgliedern besteht. Diese Ortsansässigen geben dann Hygieneschulungen, kümmern sich um Wartungen des Brunnens und sammeln Geld für mögliche Reparaturen.

Mit vielen Eindrücken und Erinnerungen ist Christine Löprich aus dem afrikanischen Land nach Koblenz zurückgekehrt. Von einer jungen Frau in Kakoomi war sie besonders beeindruckt. Die Ansprechpartnerin für die Helfer in dem Dorf hatte noch am Morgen ein Kind zur Welt gebracht – und beantwortete schon am Nachmittag geduldig alle Fragen des Helferteams. "Die Dankbarkeit und das Engagement der Menschen ist wirklich toll", betont Löprich, "davon könnte sich mancher hier eine Scheibe abschneiden."

Koblenz
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