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    Koblenzer Wirte stehen im Regen: Durchwachsene Freiluftsaison

    Winterjacken im Juni und 30 Grad im September – dieser Sommer hat wohl vielen Koblenzern einen Strich durch die Freizeitplanung gemacht. Statt eines Bummels mit Einkehr auf einer Terrasse verbrachten sicher einige die Frühsommertage auf dem Sofa. Welche Bilanz ziehen die Gastronomen?

    Leere Terrassen – so war es zum Glück in diesem Jahr nicht die ganze Zeit, auch wenn die Freiluftsaison im Frühsommer stotternd begann. Ein schöner September entschädigte viele Koblenzer Wirte doch noch.  Foto: Sascha Ditscher
    Leere Terrassen – so war es zum Glück in diesem Jahr nicht die ganze Zeit, auch wenn die Freiluftsaison im Frühsommer stotternd begann. Ein schöner September entschädigte viele Koblenzer Wirte doch noch.
    Foto: Sascha Ditscher

     

    Standen die Wirte in Koblenz in dieser Saison ob des teils schlechten Wetters nicht nur sprichwörtlich im Regen? "Im Frühsommer hatten wir als Biergarten, der natürlich vom guten Wetter abhängig ist, schwer zu kämpfen. Es gab sogar Hagel, das war nicht schön für uns", fasst Jenny Kurzbach, Assistentin im Königsbacher Biergarten am Deutschen Eck, den Saisonstart zusammen. Das unbeständige Wetter sorgte auch im Restaurant SauBar in der Altstadt für wenig Begeisterung, wenngleich es hier dank Platzangebot in Gewölbekeller und Restaurant keinen Rückgang der Gästezahlen gab. "Die Zeit des unbeständigen Wetters war mit mehr Arbeit verbunden", erklärt Inhaber Rafael Gut. "Die Terrasse musste vorbereitet werden und alternativ die beiden anderen Räumlichkeiten, da man mittags noch nicht zu 100 Prozent sagen konnte, ob die Gäste auch draußen sitzen werden oder wegen Kälte und Regen doch reingehen. Das war nervig."

    Ärgerlich für viele Gastronomen war vor allem, dass die Fußball-EM in diese unbeständige Wetterphase fiel. "In der Zeit hatten wir auch das Gefühl, dass die Abende mehr auf der heimischen Couch verbracht wurden, als in der Gastronomie", sagt Rafael Gut. Und auch Tobias Ehrit, Geschäftsführer des Restaurants Pegelhaus, hat das so ähnlich beobachtet: "An Spieltagen hatten wir weniger zu tun." Allerdings hatte das Pegelhaus ansonsten nicht unter den Wetterkapriolen zu leiden "Insgesamt waren wir mit der Saison durchaus zufrieden. Es lief sogar besser als letztes Jahr", sagt Ehrit, der das Restaurant mit seinem Bruder seit März 2015 führt.

    Eine positive Bilanz zieht auch Sabine Spohr vom Café Einstein: "Eine Verschlechterung zu letztem Jahr können wir nicht feststellen." Und das lag am warmen Spätsommer: "Der Frühsommer war dieses Jahr wirklich ruhig. Es war einfach noch zu kalt. Aber durch den sehr schönen Spätsommer konnte alles wieder ausgeglichen werden. Der September war sehr gut für uns".

    Davon konnte ebenfalls der Königsbacher Biergarten profitieren: "Im Laufe des Sommers haben wir uns gefangen", meint Jenny Kurzbach, deren Fazit jedoch nicht so positiv ausfällt wie das der Restaurants. "Im Endeffekt war die Saison okay, sie hätte aber besser sein können."

    Dies liegt wohl daran, dass ein Biergarten eben ein typischer Sommerbetrieb ist, ebenso wie Eisdielen. So ist es nicht verwunderlich, dass Fabrizio Brustolon, der seit 20 Jahren das gleichnamige Eiscafé am Bahnhofplatz betreibt, zu einem anderen Ergebnis als seine Restaurantkollegen kommt: "Der wetterbedingte Umsatzrückgang war deutlich spürbar. Die Saison war insgesamt schlechter, nicht nur schlechter als die des vergangenen Jahres, sondern auch eine der schlechtesten der vergangenen zehn Jahre", spricht Brustolon Klartext und erläutert die Gründe: "Das unbeständige Wetter ist insbesondere für ein Eiscafé ein großer Einflussfaktor. Die Temperatursprünge verändern das Gästeverhalten. Wenn das Wetter sehr kurzfristig von kalt auf warm umstellt, dann verteilt sich die Gästezahl von einen auf den anderen Tag nicht gleichmäßig." Dadurch entstehen auch personelle Organisationsprobleme, die nicht nur hohe Kosten mit sich bringen, wie Fabrizio Brustolon aufzeigt. "Außerdem ist der Personalbedarf in einem schönen Spätsommer, wenn keine Schul- und Semesterferien mehr sind, schwieriger zu decken als im Sommer." Trotz dieses chaotischen Sommers schaut er der erfahrene Gastronom optimistisch in die nächste Saison: "Die eine oder andere verregnete Saison lässt mich nicht verzweifeln."

    Doch egal, ob die Saison nun schlecht oder letztlich ganz gut lief – in einem Punkt sind sich alle Koblenzer Wirte einig: nächstes Jahr bitte von Juni bis September Sonnenschein bei 25 Grad. Chantal Dötsch

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