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Koblenz

Koblenzer Stadtrat beschließt: Hallenbad wird gebaut

Die Stadt bekommt ein neues Hallenbad – das hat der Stadtrat mit großer Mehrheit entschieden. Abgesehen von einer Gegenstimme und einer Enthaltung haben die Politiker über alle Fraktionsgrenzen hinweg dafür gestimmt, dass die Stadt ein neues Schwimmbad baut. Eine entscheidende Rolle sollen die Stadtwerke Koblenz spielen.

Foto: dpa

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

Das beschlossene Konzept sieht vor, dass die städtische Tochter das Bad finanziert. Wie genau das vonstattengeht, soll schon relativ bald feststehen: Am 2. Oktober dieses Jahres soll der Stadtrat über das Finanzkonzept entscheiden, kündigte Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig an. Eine weitere gute Nachricht: Mit dem Land hat man sich darüber geeinigt, dass der Landeszuschuss von bis zu 3 Millionen Euro nicht aus dem Sportetat kommt, sondern aus der Städtebauförderung. "Dadurch müssen sich nicht andere Projekte im Sportbereich hinten anstellen", so der OB. Ende des Jahres soll das Grundstück am Moselbogen, auf dem das Hallenbad entstehen wird, gekauft werden, ob durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft oder die Stadtwerke, wird noch geprüft.

Die Zustimmung aus den Reihen der Ratsfraktionen war wie erwartet äußerst groß. "Wir wollen ein Bad, in dem alle Koblenzer kostengünstig Sport treiben können und das energetisch auf dem neuesten Stand ist", sagte Nils Wiechmann (Grüne). "Zwischendurch sah es aus, als wäre das Thema eingeschlafen. Aber das ist nun ein klares Signal an die Bevölkerung", betonte Marion Lipinski-Naumann (SPD). Grüne, BIZ und CDU sahen in dem vorgelegten Konzept eine Bestätigung dafür, dass man ihrem früheren gemeinsamen Antrag gefolgt ist, die Stadtwerke das Bad bauen zu lassen.

Diskussionen gab es vor allem über die mögliche Bauzeit von fünf Jahren, die in dem Papier genannt wird. "Für uns gehört ein Hallenbad zur Daseinsfürsorge, aber wir sollten es unter fünf Jahren fertigstellen", sagte Walter Baum (FBG). Diese Position vertritt auch die CDU: "Die Fünf-Jahres-Frist ist nicht akzeptabel und nicht sachgerecht", warf Anne Schumann-Dreyer ein und brachte eine Bauzeit von 2,5 Jahren ins Spiel. Auf eine solche Frist wollte sich der OB nicht einlassen, versprach aber: "Wir werden das Möglichste tun, dass das Bad so schnell wie möglich realisiert wird."

Für etwas Wirbel sorgte schließlich noch ein Schreiben des Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Koblenz und neuen Mitglieds der Haushaltsstrukturkommission, Matthias Nester. FDP-Ratsherr Michael Bordelle zitierte aus dem Schreiben, das am selben Morgen dem OB und allen Fraktionen zugegangen war. Nester wandte demnach ein, dass die Investition in das neue Bad nicht im Einklang mit dem Eckwertebeschluss stehe, mit dem sich die Stadt verpflichtet hat, keine neuen Projekte umzusetzen. Hofmann-Göttig bezeichnete diese Einschätzung als einen Irrtum: "Dies ist kein neues Projekt: Wir hatten bisher auch ein Bad, und der Ersatzbau ist die Fortführung einer bisherigen Aufgabe." Die Betriebskosten sollen sich etwa in dem Rahmen bewegen wie bisher, also um die 600 000 Euro im Jahr liegen.

Nesters Kritik, mit der Entscheidung so kurz vor der Wahl würde man dem neuen Stadtrat eine Bindung auferlegen, widersprach er ebenfalls: Hier gehe es nur um den Schlusspunkt unter eine Grundsatzdebatte, die Entscheidung etwa über die Finanzen wird der neue Rat fällen. Michael Bordelle stimmte schließlich trotzdem als Einziger gegen den Neubau.

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