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Koblenz

Koblenzer Stadtbad muss sofort abgerissen werden – Einsturz nicht auszuschließen

Das Stadtbad in der Weißer Gasse ist für immer Geschichte. So bald wie möglich soll es abgerissen werden. Und es eilt: Die Korrosion schreitet unaufhaltsam voran, sodass offensichtlich sogar ein Einsturz droht, wenn nicht schnell etwas passiert. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am nächsten Freitag über den Rückbau entscheiden.

Das Stadtbad in der Weißer Gasse ist total marode und deshalb für den Betrieb gesperrt. Mittlerweile ist klar: Das Schwimmbad kann nicht gerettet werden und muss so bald wie möglich abgerissen werden.
Das Stadtbad in der Weißer Gasse ist total marode und deshalb für den Betrieb gesperrt. Mittlerweile ist klar: Das Schwimmbad kann nicht gerettet werden und muss so bald wie möglich abgerissen werden.
Foto: Denise Remmele

Beim Abriss drängt die Zeit

Den Abriss hinauszuschieben, ist einem aktuellen Gutachten zufolge gefährlich. Wenn das Schwimmbad nicht unverzüglich rückgebaut wird, müsste die Stadt weiteres Geld in die Verstärkung der Fassadenstützen stecken, damit „ein nicht angekündigtes Versagen“ der Konstruktion ausgeschlossen werden kann, heißt es in der Beschlussvorlage für den Rat. „Sobald der Beschluss vorliegt, wird das Hochbauamt mit der konkreten Planung des Rückbaus beginnen“, erklärt Rüdiger Sonntag, Leiter des Sport- und Bäderamts, auf Anfrage. Die Kosten für den Abriss werden auf rund 1,13 Millionen Euro geschätzt.

Jetzt wird also auch die Diskussion um einen Ersatz für das Stadtbad Fahrt aufnehmen: Favorisiert die Stadt einen Neubau oder doch den Umbau eines der bestehenden Koblenzer Bäder? Und wie soll das Ganze finanziert werden? „Um hier zu einer richtigen Entscheidung zu gelangen, haben wir derzeit ein Gutachten für das ,Bäderkonzept Koblenz und Region' in Auftrag gegeben, in dem mehrere Standortmöglichkeiten untersucht werden“, sagt Sonntag.

Bäderkonzept in Arbeit: Bedarf? Nachfrage? Konkurrenz?

Das Gutachten soll unter anderem eine Bedarfsanalyse beinhalten, Nachfragepotenzial und Konkurrenzsituation untersuchen und relevante neue Marktfelder im Bäderbetrieb darstellen. Auch Möglichkeiten der Finanzierung und des Betriebs sollen aufgezeigt werden. Das alles wird seine Zeit dauern: „Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen kann somit frühestens im Frühjahr 2013 getroffen werden“, sagt Sonntag.

Derweil finden die ersten Ortstermine statt, um eine denkbare Lösung zu prüfen: ein verschiebbares Dach im Freibad Oberwerth, das in der kalten Jahreszeit aus diesem ein Hallenbad machen würde. Da ist von einer „Cabrio-Dachlösung“ die Rede und von einer „Open-Air-Lösung“, die letztlich auf unterschiedliche Weise dasselbe Prinzip umsetzen. Die Stadt ist mit zwei Anbietern solcher Dächer im Gespräch. Zurzeit wird in der Verwaltung aber auch geprüft, ob so eine Veränderung im Freibad Oberwerth überhaupt genehmigt werden könnte.

Alte Bäder rücken ins Blickfeld

Auch Anbauten an das Beatusbad und das Hallenbad im Schulsportzentrum Karthause sind eine Option für die Stadt. Das Hochbauamt wurde mit entsprechenden Prüfungen beauftragt. Und auch das Bad in der Falckenstein-Kaserne rückt ins Blickfeld: Die Stadt ist informiert, dass das Bad sanierungsbedürftig ist. Rüdiger Sonntag zufolge hat Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein mittlerweile um ein Gespräch mit den Verantwortlichen gebeten, um eine gemeinsame Nutzung nach der Sanierung zu prüfen. Die Antwort hierzu steht noch aus.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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