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Koblenzer Hof: Luxushotelier will Stadt beraten

Ein Luxushotel in Koblenz – passt das überhaupt? "Ich denke, Koblenz braucht ein richtig gutes Hotel, es hat noch keins", sagt einer, der es wissen sollte: Horst Schulze, Mitbegründer der Ritz-Carlton-Gruppe, Chef der exklusiven Capella-Hotels und gebürtiger Winninger. Er hat der Stadt angeboten, sie in Sachen Koblenzer Hof zu beraten – kostenlos und aus Heimatliebe, wie er sagt.

Hotelmanager Horst Schulze aus Winningen
Hotelmanager Horst Schulze aus Winningen

Koblenz – Ein Luxushotel in Koblenz – passt das überhaupt? "Ich denke, Koblenz braucht ein richtig gutes Hotel, es hat noch keins", sagt einer, der es wissen sollte: Horst Schulze, Mitbegründer der Ritz-Carlton-Gruppe, Chef der exklusiven Capella-Hotels und gebürtiger Winninger. Er hat der Stadt angeboten, sie in Sachen Koblenzer Hof zu beraten – kostenlos und aus Heimatliebe, wie er sagt.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Hoernchen hatte im Internet über soziale Netzwerke Kontakt zu Schulze und der Capella Hotel Group aufgenommen und von der Räumung des Koblenzer Hofs berichtet sowie von den Überlegungen, dass hier wieder ein Luxushotel entstehen könnte. Am Telefon erzählte Schulze ihr daraufhin, dass er noch während der Buga vor dem Gebäude stand und sich wünschte, dass daraus wieder ein Hotel erster Güte werden könnte. Die Bemühungen der Stadt, dies umzusetzen, wolle er unterstützen.

"Koblenz ist eine sehr spannende Stadt für Touristen. Vor allem durch ihre Lage an Rhein und Mosel ist sie ein interessanter Markt", sagt Schulze, der in den USA lebt, im Gespräch mit der RZ. Ein neues Mittelklassehotel im Koblenzer Hof hält er nicht für Erfolg versprechend – "für einen Investor im Luxussegment wäre der Standort aber interessant", ist Schulze überzeugt. "Das wäre ein ganz neuer Markt, der damit nach Koblenz kommt."

Mit einem Luxushotel würde eine neue Klientel angesprochen. "Man müsste aber den internationalen Markt ansprechen, sonst bringt’s nichts", ist der Hotelier überzeugt. Und hier kommt er ins Spiel: Der 73-Jährige könnte die Stadt beraten, wie man ein Luxushotel von Tokio bis New York richtig vermarktet, für erstklassige Konferenzen, als Station auf Rundreisen oder Ähnliches. "Die Zimmer zu verkaufen, sollte ziemlich einfach sein", schätzt er die Situation ein. "Es muss aber klar sein: Das braucht Zeit." Zum Beispiel müsste man einkalkulieren, dass Reiseanbieter ein ganz neues Hotel im ersten Jahr so gut wie nicht in ihr Programm aufnehmen würden, da sie der pünktlichen Fertigstellung nicht trauen.

Schulze beziehungsweise die Capella Hotel Group selbst würde den "neuen" Koblenzer Hof allerdings nicht aufbauen: "Wir sind nur eine Betreibergesellschaft, kaufen aber keine Hotels", sagt er. Die Fassade des Gebäudes findet er "wunderschön", dahinter müsse aber natürlich unendlich viel getan werden. "Vielleicht lassen sich Investoren aber auch leichter interessieren, wenn Schulzes erfolgreicher Name als begleitender Berater genannt werden könnte", betont Hoernchen.

Schulzes Angebot haben Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig und Bundestagsabgeordneter Michael Fuchs, die sich für ein Hotel im Koblenzer Hof starkmachen, jedenfalls interessiert aufgenommen. "Wir klären zunächst, ob der Bund ernste Veräußerungsabsichten hat", erklärt der OB. Alle Interessenbekundungen werden derweil an das Amt für Wirtschaftsförderung weitergegeben. Sobald der Bund sich eindeutig geäußert hat, nimmt die Stadt Kontakt mit den Interessenten auf, auch mit Schulze. Dieser steht bereit, wenn er das nächste Mal in die alte Heimat kommt: Zehnmal im Jahr ist er in Winningen, wo er sein Elternhaus renoviert hat. Der RZ sagte er dazu vor einigen Jahren: "Winningen ist meine Heimat. Das nicht zu erkennen, hieße, die eigene Seele zu verleugnen."

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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