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    Koblenzer diskutieren beim Café der Religionen: Verständnis für den Glauben anderer fördern

    Mehr als ein Viertel aller Koblenzer Bürger hat einen Migrationshintergrund. Wie wichtig dabei der Austausch zwischen den verschiedenen Religionen und Kulturen ist, wurde beim Café der Religionen deutlich.

    Wie feiern "die" eigentlich Weihnachten? 30 Koblenzer diskutierten beim Café der Religionen über religiöse Identität und kulturelle Eigenheiten. Die Veranstaltung war Teil der Interkulturellen Wochen in der Stadt.
    Wie feiern "die" eigentlich Weihnachten? 30 Koblenzer diskutierten beim Café der Religionen über religiöse Identität und kulturelle Eigenheiten. Die Veranstaltung war Teil der Interkulturellen Wochen in der Stadt.
    Foto: Agatha Mazur

    Von unserer Reporterin Agatha Mazur

    Die Veranstaltung ist Teil der Interkulturellen Wochen der Stadt, organisiert von der Arbeiterwohlfahrt Rheinland, dem evangelischen Kirchenkreis und dem Dekanat Koblenz.

    Die Integrationsbeauftragte der Stadt, Beate Oster, eröffnete den Abend im Historischen Rathaussaal: Ziel der Veranstaltung sei, dass die verschiedenen Religionsgemeinschaften sich kennenlernen. "Wir möchten Begegnungsmöglichkeiten schaffen", erklärte Oster.

    In den vergangenen Jahren setzten sich die Teilnehmer mit kontrovers diskutierten Themen wie Beschneidung oder Religionsunterricht auseinander. In der diesjährigen Diskussionsrunde ging es darum, wie sich andere Religionsgemeinschaften in einer mehrheitlich christlich geprägten Gesellschaft fühlen. Schließlich steht Weihnachten vor der Tür, einer der Höhepunkte im christlichen Jahreskreis. Es ging in den Diskussionen aber auch um die Fragestellung, wie schwierig es junge Menschen in der heutigen vielgestaltigen Gesellschaft auf der Suche nach religiöser Identität haben. Das Thema hat einen aktuellen Bezug, bedenkt man, wie viele Jugendliche aus Europa in den Dschihad ziehen – auf der Suche nach einer neuen Identität. "Uns geht es aber nicht um die aktuellen Ereignisse, sondern mehr um den Hintergrund", betont Organisator Andreas Miksch vom evangelischen Kirchenkreis.

    Und so tauschten sich circa 30 Koblenzer aus und suchten gemeinsam nach Antworten. Es diskutierten christliche Geistliche mit muslimischen Imamen und Polizisten mit Pflegekräften.

    Jürgen Strohe hat sich mit seiner Frau am Tisch in die Diskussion eingeschaltet. Beide sind in der katholischen Kirche aktiv. Strohe arbeitet in der katholischen Militärseelsorge, er betreut Soldaten, die aus muslimischen Ländern wie Afghanistan nach Deutschland zurückkehren. "Man kriegt einiges mit", sagt Strohe und hofft, dass der interreligiöse Dialog ihm hilft, die Soldaten nach ihrer Rückkehr besser verstehen zu können.

    Viele Gespräche drehten sich um Weihnachten. Wie feiern andere Religionen das Fest? Feiern sie überhaupt? Selim Özen erzählt von seiner Kindheit: "Ich habe ambivalente Gefühle Weihnachten gegenüber. Als Kind ging ich immer leer aus, während alle anderen Geschenke bekommen haben. Da war ich neidisch", erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Jetzt nutze er die Zeit, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Einig sind sich alle Religionen in einem Urteil: "Der Kommerz, der heutzutage herrscht, ist furchtbar."

    Interkulturelle Wochen bis Ende November

    Unter dem Motto "Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern" finden die diesjährigen Interkulturellen Wochen statt. Ein deutsch-türkisches Frühstück, jüdische Musikveranstaltungen oder russische Filmvorführungen: Der Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz hat ein buntes Programm gestaltet.

    Mit einer Abschlussfeier am Samstag, 15. November, in der Kulturfabrik und weiteren Veranstaltungen bis Ende November runden die Organisatoren das Programm ab. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.koblenz.de

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