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Koblenzer Bundeswehrlager geplündert: Wachmann muss in Haft

Urteil im Druckerpatronen-Skandal: Ein Wachmann (49) und ein Lagerist (61) haben am Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz jahrelang Druckerpatronen im Wert von 724.000 Euro gestohlen. Jetzt hat sie das Amtsgericht Koblenz wegen Diebstahls und Steuerhinterziehung verurteilt.

Koblenz – Urteil im Druckerpatronen-Skandal: Ein Wachmann (49) und ein Lagerist (61) haben am Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz jahrelang Druckerpatronen im Wert von 724.000 Euro gestohlen.

Jetzt hat sie das Amtsgericht Koblenz wegen Diebstahls und Steuerhinterziehung verurteilt. Der Wachmann muss drei Jahre und vier Monaten in Haft. Der Lagerist erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe. Und er muss 100 Sozialstunden absolvieren. Das BWB ist die wichtigste Behörde für die Ausstattung der Bundeswehr mit Alltagsartikeln und Waffen – auch Panzer, Flugzeuge und Schiffe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

So gingen die Täter vor: Der Lagerist aus Höhr-Grenzhausen stellte dem beamteten Wachmann aus Koblenz von Mai 2004 bis Oktober 2007 insgesamt 28.793 Druckerpatronen und Tonerkartuschen bereit. Der Wachmann fuhr sie mit seinem Privatauto zu einem Großhändler nach Solingen (Nordrhein-Westfalen) und verkaufte sie. Das Diebesgut hatte einen Wert von 724.358 Euro. Der Wachmann verkaufte es für knapp 400.000 Euro – so das Urteil. Laut Richter Armin Steinhauser teilte der Wachmann den Erlös nicht, sondern „haute seinen Mittäter übers Ohr". Der Lagerist erhielt demnach rund 83.500 Euro, der Wachmann rund 315.000 Euro.

Der Lagerist ist inzwischen im Ruhestand, der Wachmann suspendiert. Beide haben die Straftaten im Prozess eingeräumt. Sie behaupteten jedoch, dass sie nicht 28.793 Druckerpatronen und Tonerkartuschen gestohlen haben, sondern deutlich weniger.

Kaum zu glauben: Im BWB merkte niemand, dass die Druckerpatronen und Tonerkartuschen im Wert von 724.358 Euro verschwanden.

Der Diebstahl fiel nur auf, weil das Finanzamt Solingen bei dem Großhändler eine Betriebsprüfung durchführte. Das Finanzamt benachrichtigte daraufhin das Finanzamt Koblenz. Kurz später war klar, dass der Wachmann Diebesgut verkaufte und dafür keine Steuern zahlte.

Bereits 2008 verurteilte das Amtsgericht einen BWB-Lageristen (42) aus Vallendar zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Er hatte aus dem BWB von 2003 bis 2007 Druckerpatronen im Wert von mindestens 256.000 Euro gestohlen. Hartmut Wagner

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