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    Koblenz: Zugewuchertes Moselufer zwischen Kurt-Schumacher- und Gülser Brücke ärgert Anwohner

    Viele Anwohner des Moselufers sind empört: Auch dieses Jahr ist der Uferstreifen zwischen der Kurt-Schumacher- und der Gülser Brücke wieder völlig zugewuchert.

    Derart zugewuchert, dass man den Fluss kaum mehr sieht, ist das Moselufer zwischen Kurt-Schumacher- und Gülser Brücke. Das ärgert die Anwohner in Moselweiß.
    Derart zugewuchert, dass man den Fluss kaum mehr sieht, ist das Moselufer zwischen Kurt-Schumacher- und Gülser Brücke. Das ärgert die Anwohner in Moselweiß.
    Foto: Victor Franke

    An vielen Stellen ist die Mosel hinter dem Dickicht schon nicht mehr zu erkennen. Von der Stadt fühlen sich die Anwohner im Stich gelassen. Doch die beruft sich auf den Naturschutz, da dort der Stendelwurz wächst.

    Der Zustand in Moselweiß besteht bereits seit einigen Jahren. 1989 meldete der Arbeitskreis Heimische Orchideen (AHO) das Vorkommen des Breitblättrigen Stendelwurzes. Die Pflanze, die es immerhin zur "Orchidee des Jahres 2006" gebracht hat, gilt in Deutschland als weitgehend ungefährdet. Laut AHO gehört sie sogar zu den häufigsten Orchideen. Wie dem Internetauftritt des Arbeitskreises zu entnehmen ist, "hat sie sich sehr gut an die diversen Biotope angepasst und bildet teilweise größere Bestände". Die Stadt will die Orchidee dennoch schützen. "Erst wenn die Pflanze abgeblüht ist, kann der Uferbereich gemäht werden", stellt Thomas Knaak, Pressesprecher der Stadt Koblenz, klar. Und das ist erst jetzt der Fall.

    Die Orchidee bevorzugt das Moselweißer Ufer vor allem wegen dessen naturnahen Charakters. Es sei laut Knaak zwar nicht auszuschließen, dass es noch weitere Standorte gibt, "allerdings hat Koblenz überwiegend gestaltete Uferbereiche".

    Die Anwohner beklagen nicht nur den optischen Zustand, sondern stellen auch den ökologischen Nutzen in Frage. Viele bezweifeln, dass die üppige Vegetation für die Orchidee gut sein kann. Wenn sich diese aufgrund des Wildwuchses zurückzieht, wäre der eigentlich Zweck des Naturschutzes verfehlt.

    Tatsächlich soll es nach Angaben der Stadt in diesem Jahr nur wenige Pflanzen gegeben haben. "In den Anfangsjahren", sagt Knaak, "wurden noch bis zu 605 Exemplare gezählt." Der aktuelle Bestand ist unklar, denn seit 2010 wird die Orchidee am Moselufer nicht mehr regelmäßig gezählt.

    Vor allem die Ausbreitung des Japanischen Staudenknöterichs könnte nicht nur für die Orchidee, sondern auch für die übrigen Pflanzen zum Problem werden. Er breitet sich aggressiv aus, verdrängt andere Pflanzen und gefährdet dadurch vielerorts die Artenvielfalt. Die Schutzmaßnahmen für die Orchidee bekommen dem Japanischen Staudenknöterich offenbar sehr gut. An einigen Stellen des Moselufers haben sich bereits mehrere Quadratmeter große Felder gebildet, in denen kaum noch andere Vegetation möglich ist. So könnten die Naturschutzmaßnahmen für Koblenz bald zum ökologischen Problem werden.

    Victor Franke

    Koblenz
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