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    Koblenz: Vor allem Ehrenamtler stemmen Flüchtlingshilfe

    Als am Mittwochabend der Treff International am Löhrrondell eröffnet wurde, haben sich nicht nur zahlreiche Flüchtlinge in den Räumen gedrängt, sondern auch Dutzende Menschen, die sich ehrenamtlich für sie einsetzen. Engagierte Bürger und Vertreter von Vereinen, Initiativen und Kirchen feierten, dass es endlich eine feste Anlaufstelle für Flüchtlinge in der Koblenzer Innenstadt gibt und einen Ort für die Kurse, Beratungen und anderen Angebote, die sie oft in ihrer Freizeit auf die Beine stellen. Auch der Treffpunkt wird ehrenamtlich getragen - und komplett aus Spenden finanziert.

    Der Treff International, der jetzt offiziell eröffnet wurde, wird vollständig aus Spenden finanziert. Hier helfen Ehrenamtler Flüchtlingen.
    Der Treff International, der jetzt offiziell eröffnet wurde, wird vollständig aus Spenden finanziert. Hier helfen Ehrenamtler Flüchtlingen.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    "Wir müssen schon Monat für Monat die Luft anhalten", sagt Annette Hartung, Vorsitzende des Sozialen Netzwerks Koblenz, der hinter dem Treff International steht. Der noch junge Verein hat vor gut zwei Jahren die Räume am Löhrrondell für seine sozialen Angebote gemietet und legt nun einen Schwerpunkt auf die Flüchtlingsarbeit. Die Miete zusammenzubringen, um diesen Ort auch für andere Initiativen bereitstellen zu können, ist immer wieder ein Kraftakt, den die gerade mal elf Mitglieder des Vereins jeden Monat aufs Neue stemmen müssen. Eine Übernahme der Kosten oder auch nur einen Zuschuss vonseiten der Stadt gibt es nicht.

    Dabei wird in dem Treffpunkt Arbeit geleistet, die den zahlreichen Flüchtlingen in Koblenz - mittlerweile kommen über 50 Personen Monat für Monat neu in die Stadt - helfen, hier Fuß zu fassen. Neben dem monatlichen Umsonst-Laden, den es schon in der Vergangenheit gab, bieten hier mittlerweile diverse Gruppen und einzelne Helfer Deutschkurse, Beratungsangebote oder auch Gottesdienste für Flüchtlinge an, die Initiative Music Live hat in diesem Monat ein Musikprojekt gestartet. "Wir wollen eine Plattform sein für verschiedene Initiativen, ihnen einen Raum geben", sagt Annette Hartung, die auch den christlichen Auftrag der Nächstenliebe betont, der hinter dem Einsatz des Netzwerks steht.

    Die Helfer zeigten sich bei der offiziellen Eröffnung glücklich, dass sie im Treff International einen festen Ort gefunden haben, an dem sie mit den Flüchtlingen arbeiten können. Eine Frau, die Flüchtlinge unterstützt und begleitet, musste ihre Beratungsgespräche vorher zum Beispiel im nahen McDonald's führen - keine dauerhafte Lösung, aber bislang für sie ohne Alternative.

    Denn öffentliche Orte, an denen die Freiwilligen arbeiten können, sind rar - und tatsächlich sind es vor allem sie, die die soziale Arbeit für Flüchtlinge stemmen. Nicht nur im Sozialen Netzwerk Koblenz, sondern auch in den anderen Initiativen und Projekten, die sich in der Stadt für Flüchtlinge einsetzen, engagieren sich vor allem Bürger, außerdem Vertreter von Kirchengemeinden - evangelisch wie katholisch - und Vertreter der sozialen Träger. Ob in Bisholder, in Rübenach oder auf der rechten Rheinseite: Die Helfer fangen vieles auf, was sonst auf der Strecke bleiben würde. Sie organisieren Wohnungen, Möbel oder Kleidung, helfen beim Ausfüllen von Dokumenten oder beim Arztbesuch. Eine Helferin erzählt bei der Eröffnung des Treffs International, dass sie einen 400-Euro-Job übernommen hat - und das nur, um die Fahrtkosten wieder reinzukriegen, die bei ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen zusammenkommen.

    Die Stadt selbst sagt, dass durch dieses Engagement ein "wertvoller Beitrag" zur Integration der Flüchtlinge geleistet wird - den sie selbst aber nicht unterstützen kann. Dies seien freiwillige Leistungen der Stadt, die aufgrund der Haushaltssituation derzeit nicht finanziert werden könnten. Die Verwaltung trägt vor allem die Verantwortung dafür, dass die Flüchtlinge untergebracht werden, und unterstützt die einzelnen Personen finanziell. Darüber hinaus bekommen die Flüchtlinge von der Stadt die ersten Informationen für den Alltag und über Beratungsangebote, außerdem eine Erstausstattung, heißt es aus der Pressestelle. Bei vielen anderen Dingen sind es weiter die Freiwilligen, die den Flüchtlingen helfen, in der Stadt anzukommen.

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