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Koblenz

Koblenz: Setzt die Stadt in Grünanlagen Glyphosat ein?

Stephanie Mersmann

Spätestens seit 2017 hat Glyphosat einen wirklich miesen Ruf. Der chemische Unkrautvernichter ist umstritten, Experten streiten sogar darüber, ob er krebserregend ist – und als die Europäische Union das Herbizid im November für weitere fünf Jahre zuließ, war der Aufschrei groß. Wie aber geht Koblenz mit Pestiziden und Herbiziden um, zu denen auch Glyphosat zählt: Werden mit ihnen auch auf städtischen Grünflächen Unkraut und unerwünschte Insekten bekämpft?

Öffentliche Grünanlagen in Koblenz, wie hier am Kurfürstlichen Schloss, werden ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gepflegt. Folglich setzt die Stadt auch nicht das umstrittene Glyphosat ein, versichert das Rathaus.
Öffentliche Grünanlagen in Koblenz, wie hier am Kurfürstlichen Schloss, werden ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gepflegt. Folglich setzt die Stadt auch nicht das umstrittene Glyphosat ein, versichert das Rathaus.
Foto: Sascha Ditscher

Informationen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), über die unsere Zeitung berichtet hat, konnten kürzlich den Eindruck erwecken, dass Koblenz durchaus zur chemischen Keule greift: Nur vier Städte in Rheinland-Pfalz führt er in seiner Kartei der „Pestizidfreien Kommunen“ auf, die er seit fünf Jahren führt – und Koblenz ist nicht darunter. Dabei ist auch hier Umweltschutz ein Thema.

„Es gibt einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates, keine chemischen Pflanzenschutzmittel in öffentlichen Anlagen einzusetzen“, sagt Stadtpressesprecher Thomas Knaak. Seit wann genau dieser Beschluss gilt, war nicht mehr herauszufinden, wahrscheinlich seit Anfang der 90er-Jahre. Und Knaak ergänzt: „Dies gilt auch für Firmen, die im Auftrag der Stadt tätig werden.“

Auf Anfrage unserer Zeitung stellt der BUND nun klar: Seine Kartei hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kommunen melden sich selbst bei den Umweltschützern, um aufgenommen zu werden oder können zum Teil auch anderweitig ermittelt werden – aber das war bei Koblenz nicht der Fall. Und so taucht Koblenz hier bislang auch nicht auf.

2015 teilte die Stadt noch einmal auf Anfrage der Grünen mit, dass der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen im öffentlichen Grün grundsätzlich kein Glyphosat einsetzt. Für die „Betriebshygiene in der Pflanzenproduktion“ in der Stadtgärtnerei müssten geringe Mengen Herbizide eingesetzt werden, aber auch hier kein Glyphosat.

Unkraut wird vielmehr auf die alt hergebrachte Weise entfernt: Es wird gejätet oder, wo dies möglich ist, mit Maschinen mechanisch entfernt. „Schmuckanlagen wie zum Beispiel Strauch-, Wechselflor- und Staudenbeete werden manuell bearbeitet“, so die Stadt, auf wassergebundenen Decken, die durch Walzen verdichtet sind, werden Maschinen eingesetzt. In der Pflanzenproduktion werden geraniensäurehaltige Herbizide eingesetzt.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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