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Koblenz: Die Fahrbahn im Glockenbergtunnel soll griffiger werden

Kommt es wegen einer nicht regelgerechten Straßenlinienführung häufiger zu Verkehrsunfällen bei der Ausfahrt aus dem Glockenbergtunnel in Richtung Ehrenbreitstein?

Erst links, dann rechts: Ist die Kurvenführung im Glockenbergtunnel Ursache für häufigere Unfälle?
Erst links, dann rechts: Ist die Kurvenführung im Glockenbergtunnel Ursache für häufigere Unfälle?
Foto: Winfried Scholz

Koblenz – Kommt es wegen einer nicht regelgerechten Straßenlinienführung häufiger zu Verkehrsunfällen bei der Ausfahrt aus dem Glockenbergtunnel in Richtung Ehrenbreitstein? Diese Frage wirft unser Leser Benno Dröge aus Arzheim auf. Dröge ist Diplom-Ingenieur im Bereich Bauwesen und hat den Schwerpunkt Straßenbau studiert.

Dröge schreibt an die RZ: "Wenn ich von meiner Arbeitsstelle in der Stadt durch den Glockenbergtunnel nach Hause fahre, muss ich am Tunnelausgang die Kurvenfahrt widernatürlich korrigieren. Besonders geschockt und verärgert bin ich aber, wenn mal wieder ein gestürzter Motorradfahrer oder ein demoliertes Auto unmittelbar rechts hinter dem Tunnelausgang liegen." Schuld könnte die Straßenführung sein, vermutet der Koblenzer: "Aus Sicherheitsgründen sollten im Straßen- und Eisenbahnbau weiche Linienführungen mit Übergangsbögen gebaut werden. Das ist am Ausgang Glockenbergtunnel absolut nicht eingehalten."

Die eingehende lange Linkskurve im Tunnel sei noch regelgerecht, während die ausgehende Rechtskurve ein starkes Übersteuern erfordere. "Das genau führt bei ungeübten Fahrern oder auch bei nasser Straße zu den unzähligen Unfällen an dieser Stelle", sagt Dröge. Er vermutet als Ursache einen sogenannten Quer-Ruck. Der tritt dann auf, wenn sich die Kreisbeschleunigung eines Fahrzeugs im Kurvenübergang sprungartig ändert.

Dass es sich hier um einen Unfallhäufungspunkt handelt, bestätigt Polizei-Pressesprecher Helmut Zirfas auf Anfrage der Rhein-Zeitung: "Das ist dann der Fall, wenn in einem Jahr fünf Verkehrsunfälle des gleichen Typs passieren. 2012 gab es an dieser Ausfahrt des Glockenbergtunnels sieben Unfälle mit zwei Schwer- und vier Leichtverletzten. Im ersten Halbjahr 2013 hatten wir hier vier Unfälle mit zwei Leichtverletzten. Alle Unfälle passierten bei Nässe." Die Polizei geht deshalb von einer nicht den Straßen- und Witterungsverhältnissen angepassten Fahrgeschwindigkeit als Unfallursache aus: "Die erlaubten 50 km/h können hier schon zu viel sein."

Der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM), der in der Unfallkommission eng mit der Polizei zusammenarbeitet, will nun Konsequenzen ziehen. Deswegen soll in nächster Zeit ein griffigerer Fahrbahnbelag aufgebracht werden. Werner Oster, stellvertretender Leiter des LBM Cochem-Koblenz, erklärt, dass es sich aus Sicht des LBM um ein Griffigkeitsproblem handelt, nicht um einen "Ruck in Kurven". Im Glockenbergtunnel wechsele eine noch halbwegs großzügige Linkskurve in eine dann doch engere Rechtskurve. "Hier spricht man fachlich nicht von einem Ruck, sondern von einer nicht optimalen Kurvigkeit."

Die sei unvermeidbar gewesen: "Beim Bau des Tunnels mussten wir bei der Auslegung der Kurvenradien auf mehrere Zwangspunkte, unter anderem auch die geologischen Verhältnisse und die benachbarte Bebauung Rücksicht nehmen. Daher haben wir die erlaubte Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt." Und auch Oster bestätigt, was Helmut Zirfas gesagt hat: "Probleme gibt es bei Regen, wenn sich das von den Autos in den Tunnel beförderte Wasser mit dem dort liegenden Reifenabtrieb zu einem glitschigen Schmierfilm verbindet. Deswegen wollen wir den Belag griffiger machen."

Zuständig für die Ausführung ist die Master-Straßenmeisterei Neuwied. Dessen Leiter Michael Quirin bestätigt, dass der Belag zunächst gründlich gereinigt werden soll, dann wird ein griffigerer, rund fünf Millimeter dicker Dünnschichtbelag aufgebracht. "Zur Zeit prüfen wir noch die Angebote. Wir streben an, die Arbeiten in einer Nachtschicht noch während der Ferien durchzuführen."

Winfried Scholz

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