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Koblenz

Koblenz: Brücke an der Neustadt muss gestützt werden

Kaum eine Woche ohne Brückennachrichten. Doch während der Abriss der Europabrücke im Moment zwar im wahrsten Sinne des Wortes viel Staub aufwirbelt, aber ansonsten nach Plan verläuft, kommen neue Hiobsbotschaften von der Pfaffendorfer Brücke. Genauer gesagt von dem Teilstück, das über die Mainzer Straße verläuft: Die Fahrbahnplatte ist zu dünn. Damit sie garantiert "durchhält", bis der Neubau ansteht, muss sie gestützt werden.

Die Experten geben Entwarnung: Keine Einsturzgefahr. Aber die Brücke über die Mainzer Straße muss abgestützt werden.
Die Experten geben Entwarnung: Keine Einsturzgefahr. Aber die Brücke über die Mainzer Straße muss abgestützt werden.
Foto: Annette Hoppen

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

"Die Platte war von Anfang an zu dünn, vermutlich ist sie falsch berechnet worden", sagt Peter Schwarz, Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau. In den 60er-Jahren haben die Ingenieure vielfach auf sehr schlanke Brücken gesetzt. Vollständige Unterlagen gibt es wie für viele andere Bauwerke in Koblenz nicht mehr. Das macht die Arbeit der Experten nicht unbedingt einfacher.

Bei Untersuchungen ist schon vor einiger Zeit festgestellt worden, dass es in der sehr dünnen Betonplatte kleine Risse gibt, die sich durch die Fahrbahn ziehen. Die werden seitdem regelmäßig begutachtet, nicht nur alle drei Jahre, wie es eigentlich vorgeschrieben ist. "Es besteht keinerlei Gefahr, dass da etwas passieren könnte", gibt Peter Schwarz Entwarnung. Aber damit die Risse nicht größer werden und dieses Stück Vorlandbrücke "durchhält", bis es im Zuge des Neubaus der gesamten Pfaffendorfer Brücke ohnehin neu gebaut wird, muss eine Lösung her.

Und die soll den Verkehr möglichst wenig belasten. Zwar könnte man durch ein Verbot für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen und/oder eine Tempobeschränkung Belastung von der Straße nehmen – theoretisch könnte man sie auch sperren und die Auffahrt auf die Brücke nur über die Mainzer Straße regeln, "aber die Straßen stoßen so schon an ihre Belastungsgrenzen", sagt Peter Schwarz. Zwar sind es "nur" 30 000 Fahrzeuge täglich auf der Pfaffendorfer Brücke und keine 100 000 wie auf der Europabrücke, aber dafür ist die Brücke eben auch nur halb so breit und mit dem Friedrich-Ebert-Ring eine enorm wichtige Pendlerstrecke.

Also muss eine andere Lösung her. Und die besteht darin, dass dieser Teil der Brücke gestützt wird. "Ertüchtigung und Notunterstützung" heißt das in den Ausschreibungen, die derzeit laufen. Geplant ist, zusätzliche Stützen aufzustellen, auf denen stählerne Querträger aufliegen. Die fangen die vorhandene Spannbetonbrücke ab und verhindern so eine stärkere Durchbiegung. "So erhöhen wir die Tragfähigkeit deutlich und sichern den störungsfreien Straßenverkehr bis zum Neubau dieser Brücke", sagt Peter Schwarz.

Der Auftrag für die Arbeiten soll möglichst bald vergeben werden. Dann müssen die Stahlbauteile hergestellt werden. Das wird auch eine Zeit dauern. Der Einbau könnte dagegen wieder sehr schnell gehen – wenn alles gut läuft, könnten die Arbeiten noch in diesem Jahr erfolgen.

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