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    Kreis MYK/Koblenz

    Kitastreik: Not trotz Notgruppen im Kreis MYK und Koblenz

    Der Streik der Erzieher trifft Eltern und Kinder hart. Gewerkschaften und die Träger der Kindertagesstätten versuchen stellenweise, mit Noteinrichtungen Abhilfe zu schaffen. Das gelingt aber nicht überall zur Zufriedenheit der Eltern.

    Der Kitastreik dauert an. Die Gewerkschaften suchen das Gespräch mit den Eltern, die unter dem Arbeitskampf leiden.
    Der Kitastreik dauert an. Die Gewerkschaften suchen das Gespräch mit den Eltern, die unter dem Arbeitskampf leiden.
    Foto: Volker Schmidt

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Beispiel Münstermaifeld: Dort hat der Elternausschuss der Kita Pusteblume vergangene Woche in einem offenen Brief an den Maifelder VG-Bürgermeister Maximilian Mumm die Vorgehensweise in der Notgruppe kritisiert. Die Vorsitzende des Elternausschusses, Ursula Simon, schreibt, dass sie aufgefordert worden sei, eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung ihres Arbeitgebers vorzulegen, damit ihr Kind in der Notgruppe aufgenommen werden könne. Dies geschehe auf Anweisung von oben, habe man ihr gesagt. "Hier wird eine jahrelange gute und engagierte Zusammenarbeit mit Füßen getreten, ja völlig ad absurdum geführt", heißt es. "Die Erzieherinnen wissen um die familiären Verhältnisse, wer wo arbeitet. Diese bürokratischen Feinsinnigkeiten bringen nur Misstrauen in eine Streikbewegung, die für uns Eltern sowieso recht intransparent ist."

    Auch in Mülheim-Kärlich kommt es zu Reibungspunkten. Dort befindet sich die Noteinrichtung in der Kita Schillerstraße. In dieser werden zurzeit auch Kinder der Kitas Schulstraße (Urmitz/Bahnhof) und Château-Renault betreut. Nahezu 100 Kinder seien angemeldet, erklärt Judith Pfeiffer-Stein, die Leiterin der Kita Schillerstraße. "Es kommen aber nie alle", sagt sie. Zurückweisen musste man bislang noch keine Kinder. "Es werden aber täglich mehr", so die Erzieherin.

    Die Betreuung der Kinder in den Noteinrichtungen übernehmen Erzieher, die entweder nicht in der Gewerkschaft sind, also kein Streikgeld bekommen, oder Erzieher, die aus verschiedenen Gründen nicht streiken wollen beziehungsweise können. Judith Pfeiffer-Stein streikte zum Beispiel fast zwei Wochen lang, sah es dann aber für notwendig an, die Noteinrichtung zu koordinieren. Den Streik hält sie nach wie vor für richtig: "Wenn wir jetzt aufhören, war alles umsonst", sagt sie. Die Eltern aber komplett im Regen stehen lassen will sie auch nicht.

    Die Einrichtung einer Notfallgruppe geschieht oft in Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften und Trägern, also Gemeinden oder Verbandsgemeinden. Die Organisation läuft aber verschieden ab. In Winningen müssen sich die Eltern laut Bürgermeister Eric Peiter bei der Gemeinde melden. "Wir haben eine Prioritätenliste vorgegeben", so Peiter. Und nach dieser wird ausgewählt. In den städtischen Kitas in Koblenz übernimmt die Gewerkschaft Komba die Organisation - und geht in vielerlei Sicht einen anderen Weg als GEW oder Verdi. Zum einen gibt es in jeder Kita eine Notgruppe, zum anderen wird in den Kitas auch nicht unbefristet gestreikt, sondern partiell. Dies geschieht in Abstimmung mit den Erziehern: Die Kitaleiterinnen seien bemüht, das Ganze aus Rücksicht auf die Eltern "nicht zu überziehen", sagt Sandra Müller, die Vorsitzende des Komba-Stadt- und Kreisverbandes.

    Zahl der streikenden Kitas nimmt zu

    Laut GEW befinden sich folgende Kitas im unbefristeten Streik: Kita Herderhof in Andernach, Kitas Pusteblume und Kunterbunt in Münstermaifeld, Kita Regenbogen in Ochtendung, Kita St. Lubentius in Kobern-Gondorf, Kita Märchenwald in Weißenthurm, Kitas Château-Renault und Schillerstraße in Mülheim-Kärlich, Kita Schulstraße in Urmitz/Bahnhof, Kita Löwenzahn in Pillig, Kitas Schwalbennest und Backhaus in Polch, Kita Wichtelwald in Kalt. Ab heute werden dazukommen: Kita Löwenzahn in Andernach, Kita Bienenhaus in Ochtendung, Kita Arche Noah in Kettig und Kita Alzbachnest in Löf.

    Laut Verdi sind folgende Kitas im unbefristeten Streik: beide kommunalen Kindergärten in Bendorf, Kita Winningen, Kita St. Nikolaus in Oberfell, Kita Nörtershausen, Kita Villa Kunterbunt Spay, Kita Breyer Vogelnest.

    Laut der Komba streiken heute alle städtischen Kitas in Koblenz. Am Freitag hat nur die Kita Zauberwald in Rübenach geöffnet. Ab Montag haben die Kitas in Metternich, Neuendorf und Rübenach wieder geöffnet. Die Kita Rappelkiste in Güls wird wohl in der gesamten nächsten Woche bestreikt. vos

    Kita-Streik in Koblenz und Kreis MYK zerrt weiter an den Nerven der Beteiligten Kitastreik im Kreis MYK: Die Stimmung bei Eltern kippt
    Koblenz
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