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    Koblenz

    Kinderschänder: 71-jähriger Rentner muss in Haft

    Das Landgericht Koblenz hat einen 71-Jährigen aus einer Stadt im Kreis Mayen-Koblenz wegen Missbrauchs und schweren Missbrauchs an einem Kind zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

    Symbolbild.
    Symbolbild.
    Foto: dpa

    Von unserem Mitarbeiter Thomas Krämer

    Er wirkte wie der nette Rentner von nebenan, sogar die obligatorische beige Jacke fehlte nicht – bloß die Handschellen passten so gar nicht ins Bild. Der 71-jährige Mann stand wegen des Vorwurfes des schweren sexuellen Missbrauches an einem Nachbarsjungen in zwei Fällen vor dem Landgericht Koblenz. Der Angeklagte zeigte sich in weiten Teilen geständig, was für das Opfer bedeutete, dass es nicht vor Gericht aussagen musste. Stattdessen wurde ein Video der polizeilichen Befragung des Jungen vom September 2015 eingespielt.

    Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Rentner an einem nicht mehr genau zu ermittelnden Tag zwischen August und September 2015 sowie am 16. September des Jahres sexuelle Handlungen an dem damals achtjährigen Jungen vornahm und sie auch von diesem an sich vornehmen ließ. Im zweiten Fall kam dabei Sprühsahne zum Einsatz. Ob es weitere Taten gegeben hat, blieb im Interesse des Kindeswohls im Dunkeln.

    Angezeigt hatte den Rentner sein eigener Sohn, als er seinen Vater am Tag nach der zweiten Tat splitternackt mit dem voll bekleideten Kind in der Wohnung des Mannes angetroffen hatte. Die Befragungen des Jungen und seiner Mutter führten letztlich zur Anklage. Der Angeklagte bewegte sich offenbar dauernd „textilfrei“ in seiner Wohnung, höchstens bekleidet mit einem Stringtanga. Er bot an, auch dem Kind ein solches Kleidungsstück zu nähen, allerdings müsse er dafür erst einmal Maß nehmen. So kam wohl die erste sexuelle Handlung zustande. Der Junge hatte den Nachbarn zuvor öfter besucht, um ihm im Garten zu helfen, aber auch, weil es dort Süßigkeiten gab und er Zeichentrickfilme auf DVD sehen konnte. Ob es wirklich nur Kinderfilme waren, konnte das Gericht ebenfalls nicht ermitteln, das hätte eine weitere Befragung des Kindes vorausgesetzt.

    Die Mutter des Jungen jedenfalls sagte aus, ihr Sohn habe ihr berichtet, dass es da nicht nur um Zeichentrickfilme ging. Das Kind war nach den Erlebnissen wochenlang in psychiatrischer Behandlung, inzwischen sei der Junge sehr aggressiv und rede viel über Sex.

    Das Gericht beriet lange über die Urteilsfindung. Für den Angeklagten sprachen sein Geständnis und die Tatsache, dass er keinerlei Vorstrafen hat, sowie sein Alter und sein Gesundheitszustand. Dennoch habe er zu dem erst achtjährigen Kind ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und dieses dann ausgenutzt.

    Das Urteil von drei Jahren und neun Monaten Haft ist rechtsgültig, da sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft auf das Einlegen von Rechtsmitteln verzichtet haben.

    Koblenz
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