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Koblenz

Kandidatur: David Langner will der nächste OB werden

David Langner tritt für die SPD das Rennen um die Nachfolge von Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig an. Das kündigt der 41-Jährige jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung an.

David Langner.
David Langner.
Foto: Archiv Thomas Frey

Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

Bei einer Sitzung des 23-köpfigen Parteivorstands der Koblenzer Genossen am Dienstagabend stimmte das Gremium der Kandidatur des Staatssekretärs für das Amt des Stadtchefs geschlossen zu. Gewählt wird dieser im kommenden Jahr, voraussichtlich im Herbst, in einem gemeinsamen Termin mit der Bundestagswahl. Amtsinhaber Hofmann-Göttig scheidet Ende April 2018 aus. Er wird dann 66 Jahre alt sein und darf laut Gemeindeordnung nicht noch einmal antreten.

Mit David Langner hat jetzt der erste Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen, nachdem bereits seit Monaten spekuliert wurde, wen die beiden großen Parteien aufstellen werden. Und ob aus den Reihen der kleineren Parteien weitere Kandidaten bei der OB-Wahl eine Rolle spielen wollen.

Kommission suchte Bewerber

Die Genossen waren im Frühjahr in die Suche nach einem geeigneten Bewerber gegangen, und zwar mit einer dreiköpfigen Findungskommission, bestehend aus David Langner als Koblenzer Parteichef sowie seinen beiden Stellvertretern, der Vorsitzenden der Stadtratsfraktion, Marion Lipinski-Naumann, und dem Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger. Es galt, eine Person zu finden, der man den komplexen Job des Oberbürgermeisters zu traut, betont Lipinski-Naumann im Gespräch mit der RZ, jemand, der diesen auch ausfüllen kann. Mit vielfältigen Anforderungen an sein Profil: "Er muss Ahnung von Verwaltung haben, Menschen führen und begeistern können, Verhandlungen führen und schwierige Verträge lesen können." Schon früh sei bei der Suche immer wieder der Name David Langner gefallen. Nicht nur innerhalb der eigenen Reihen der Genossen, sondern auch aus der Bevölkerung. "Ich komme viel herum", berichtet MdB Pilger, und Langners Name sei übergreifend immer wieder genannt worden. Auf ihn lief es dann fast wie selbstverständlich auch hinaus. Und auch im Vorstand war die Sache am Dienstag schnell klar: Pilger und Lipinski-Naumann berichten von einer einvernehmlichen Entscheidung, ohne jede Auseinandersetzung. Eine, der im Übrigen auch Roger Lewentz, Innenminister und Chef der SPD im Land, persönlich in Koblenz beiwohnte – und diese ausdrücklich begrüßte.

Über die Unterstützung aus der Bevölkerung, aus den eigenen Reihen in Koblenz und auch aus Mainz freut sich David Langner sehr. Schon seit der Landtagswahl Anfang des Jahres, bei der er den linksrheinischen Koblenzer Wahlkreis direkt gewinnen konnte, spürt er eine starke Rückendeckung. Und doch war es für Langner keineswegs selbstverständlich, dass er für das Amt des OB kandidieren will, ist er doch gerne und mit vollem Einsatz Staatssekretär. "Ich habe immer gute Erfahrungen damit gemacht, die Aufgabe, die ich mache, mit Herzblut zu machen." Seit 2013 ist das eben das Amt des Staatssekretärs im Mainzer Sozialministerium (mehr zu Langners Vita im Text unten). Gerne hätte er diese Funktion auch weiter ausgefüllt. "Aber wenn man OB seiner Heimatstadt werden kann, ist das etwas Besonderes." Als auch Langner immer öfter angesprochen wurde, insbesondere nach der gewonnenen Landtagswahl, reifte bei ihm die Entscheidung zur Kandidatur.

Weitere Parteien mit im Boot?

Damit diese auch zur Wahl zugelassen werden kann, fehlen ihm jetzt noch mindestens 230 Unterstützerunterschriften, die Langner möglichst parteiübergreifend sammeln will. Denn er will sich nicht durch einen Parteibeschluss als Kandidat aufstellen lassen. Und er will auch versuchen, weitere Parteien für seine Kandidatur zu gewinnen. Gespräche dazu laufen bereits, mehr will Langner aber noch nicht sagen. Für Koblenz hat er aber viel vor. Als Oberbürgermeister will er vor allem Moderator sein, will gemeinsam mit den unterschiedlichen Interessen, die es in der Stadt gibt, die Stadt weiterentwickeln. Langner: "Wir hatten jetzt Jahre der notwendigen Konsolidierung." Es wurde eisern gespart. Jetzt müsse man sich überlegen, welche Investitionen in die Zukunft notwendig sind, um Koblenz auf dem guten Weg zu halten.

Langner freut sich, dass die Stadt wächst, dass die Wirtschaft floriert. Daran will er anknüpfen. Ihm wird es darum gehen, bezahlbaren zusätzlichen Wohnraum schaffen, in Schulen zu investieren, das Betreuungsangebot für Kinder auszubauen und den ÖPNV zu stärken. Ein ganz wichtiges Anliegen ist für ihn dabei eine bürgerfreundlichere Verwaltung. Die Idee eines einheitlichen Ansprechpartners für die Vereine will er schnell umsetzen – um den Ehrenamtlern möglichst viel Bürokratie zu ersparen. Ob er all diese Ideen als neuer Stadtchef von Koblenz wird umsetzen können, wird allerdings erst die Wahl entscheiden.

David Langner im Porträt: Seit drei Jahren Staatssekretär im Sozialministerium

David Langner wurde 1975 in Koblenz geboren, hatte seinen Wohnsitz über weite Teile seines Lebens auf der rechten Rheinseite, in Pfaffendorf, ist jüngst aber nach Güls gezogen. Langner studierte Politik und Deutsche Literaturwissenschaften, arbeite dann beim SPD-Landesvorstand, bevor er 2006 erstmals in den Landtag einzog – als B-Kandidat von Roger Lewentz. Bei der Wahl fünf Jahre später ging er wieder als dessen B-Kandidat ins Rennen. Lewentz wurde Minister, behielt sein Abgeordnetenmandat und Langner musste den Landtag verlassen. Er übernahm 2011 die Stelle des Vizepräsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, wechselte 2013 dann als Staatssekretär ins Mainzer Sozialministerium. Ein Amt, das er nach der Landtagswahl Anfang dieses Jahres erneut übernahm.

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