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    Jenseits des Trubels: So feiern die Menschen im Mittelrheintal Rhein in Flammen

    Rhein in Flammen – in Koblenz oder Lahnstein ist es ein trubeliges Fest mit Livemusik und vielen Besuchern. Jenseits der Festivalgelände aber sind es ganz andere Bilder und Eindrücke, die unsere Reporter am Samstagabend eingesammelt haben.

    Dort ist es ein Fest der Freunde und Nachbarn, die sich traditionell in Gärten und auf Balkonen oder gleich am Ufer treffen, um miteinander zu feiern und zuzuschauen, wenn der Schiffskorso vorüberzieht und die ersten Feuerwerke abgefeuert werden. Rhein in Flammen jenseits des Rummels – Impressionen von einem Feuerwerksspektakel, das diesmal etwas später begann als üblich.

    15 Grad und Regenschauer sorgten nämlich dafür, dass die Festbesucher erst spät ans Ufer pilgerten. Statt Grillparty am Rhein bevorzugten viele wohl eher ein Abendessen im Trockenen und Warmen. Zwei Niederlahnsteiner, die sich bereits gegen 17 Uhr auf den Bänken am Leinpfad kurz vor Stolzenfels niedergelassen haben, stört das feuchtkühle Wetter aber nicht. „Wir haben alles sicher eingepackt, sobald es trocken ist, fangen wir an zu grillen“, sagen die beiden Stammgäste, denen die Musik in Lahnstein zu laut ist, weshalb sie für Rhein in Flammen immer das Ufer wechseln.

    Ähnlich übersichtlich wie in Stolzenfels sind am frühen Abend auch die Uferpromenaden in Rhens und Spay. So haben sich auf dem Spayer Boxelöfterplatz, wo das Trio No Slogan aus Nauroth im Westerwald Pop und Schlager spielt, gegen 18.30 Uhr vielleicht 50 Leute unter den Partyzelten versammelt. Udo Kamps von der Karnevalsgesellschaft Boxelöfter, die in Spay das Fest schon seit vielen Jahren ausrichtet, ist dennoch guten Mutes: „Die Zuschauer kommen noch, Rhein in Flammen ist immer was los, egal bei welchem Wetter.“ Recht hat er: Um 21.30 Uhr, kurz bevor die Schiffe in Spay ankommen, kann man sich nur noch mühsam einen Weg durch die Menge bahnen.

    Fest endet nicht am Samstagabend

    In Spay endet Rhein in Flammen auch nicht in der Samstagnacht. „Es gibt hier immer am Sonntag einen traditionellen Frühschoppen, den die Feuerwehrkapelle eröffnet“, sagt Udo Kamps. Dorthin pilgern dann auch die Mittelalterfreunde der Gruppe „Lupus Albus“ (Weißer Wolf). Am Samstagabend allerdings haben die Barden, Ritter, Knappen und Burgfrauen, die zumeist aus dem Raum Limburg kommen, ihre Zelte noch privat im Garten von Alexander Ritter in Spay aufgeschlagen. „Es ist nunmehr das fünfte Mal, dass wir hier zu Rhein in Flammen ein kleines Mittelalterlager errichten“, erzählt Alexander Ritter, während sich im Hintergrund das Spanferkel am Spieß dreht und die Dudelsackspieler der befreundeten niederländischen Pipeband Murray Field jedes vorbeifahrende Schiff mit einer Fanfare begrüßen.

    Genauso wie in Koblenz ist Rhein in Flammen auch zwischen Stolzenfels und Spay keineswegs nur ein Fest der Einheimischen. „C‘est magnifique“, schwärmen beispielsweise Jean-Pierre und Corinne Veniat aus Lucenay-lès-Aix, der französischen Partnergemeinde von Waldesch, über das pyrotechnische Spektakel. Beide erleben Rhein in Flammen nicht zum ersten Mal. Allerdings haben sie jetzt die Perspektive gewechselt. „Zuvor sind sie zwei Mal mit dem Schiff gefahren, jetzt hier in Spay ist es zum ersten Mal an Land“, sagt Martin Bartmann, Vorsitzender des Freundschaftskreises Waldesch-Lucenay-lès-Aix, der das Ehepaar zu Rhein in Flammen ins Rheinland eingeladen hat.

    Auf der Flucht aus Koblenz

    „Festmigranten“ sind auch Thomas Metten und Melanie Hackenfort. Die beiden Koblenzer sind mit ihren Kindern Joanna und Malte nach Spay gekommen. „In Koblenz ist uns einfach zu viel Trubel“, sagt Metten. Der Nachwuchs hat auch Matthias und Iris Olzem aus Rhens dazu verleitet, in ihrer Heimatstadt zu bleiben. „Früher haben wir auf den Rheinwiesen gefeiert, aber mit kleinen Kindern geht das schlecht. Aber in Rhens ist es auch schön, vor allem das Feuerwerk aus Braubach mit der Marksburg als Kulisse“, sagt Iris Olzem.

    „Um vom Alltagsstress abzuschalten“, suchen Waldimir Risch, Valentina Winter und Alexander Kasakevic die Ruhe beim Angeln an Rheinkilometer 581 bei Braubach. Regelmäßig kommen sie aus Mülheim-Kärlich und Siegen in ihr Sommerhäuschen – Rhein in Flammen lassen sie sich nicht entgehen. Laut und international geht es im Garten beim Lahnsteiner Moppedsche-Klub zu. Schon seit 15 Jahren laden sie Motorradfreunde aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Belgien zu ihrem „Moppedsche in Flammen“-Fest ein. „Das Ambiente ist einfach fantastisch“, findet Bruno Lange. Und Andreas Strom, der zum Treffen extra aus Heilbronn-Biberach angereist ist, pflichtet ihm bei: „Es ist einfach fantastisch, da nimmt man das Feuerwerk als Begleiterscheinung zum Treffen gern mit.“

    Auch am Rheinufer von Oberlahnstein ist Party angesagt – wenn auch wetterbedingt ein wenig gedämpft. Neuberts Biergarten nutzt das Großereignis, um ein dreitägiges Fest zu veranstalten: Der Gastronom hat Bier- und Essensstände sowie eine Bühne organisiert, von der aus am Samstagabend Livecovermusik die Wartezeit bis zum Feuerwerk verkürzt. Trotz gelegentlichen Regens nutzen Hunderte die Rheinanlagen, um von hier aus gleich zwei Feuerwerke zu bewundern – das vom Hafenköppchen aus gestartete und das über Schloss Stolzenfels.

    Peter Karges/ Mira Müller/Tobias Lui

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