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Koblenz

IC-Züge auf der Moselstrecke zwischen Trier und Koblenz rollen in einem Jahr aufs Abstellgleis

Die Würfel sind gefallen: Der Intercity-Fernverkehr auf der Moselstrecke zwischen Trier und Koblenz wird im Dezember 2014 eingestellt.

Abgekoppelt: Vom Winterfahrplan 2014 an verkehren an der Moselstrecke keine Fernzüge mehr.
Abgekoppelt: Vom Winterfahrplan 2014 an verkehren an der Moselstrecke keine Fernzüge mehr.
Foto: Nina Borowski

Vonseiten der Bahn gibt es kein greifbares Interesse an der Wiederaufnahme von Gesprächen in der Sache, sagt der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord in Koblenz. "Das ist eine unerfreuliche Entwicklung", bekannte Verbandsvorsteher Bertram Fleck in der Verbandsversammlung. "Wir haben keinen direkten Einfluss."

Ohnehin hat die Bahn bereits Tatsachen geschaffen: Zurzeit verkehren werktags zwischen Trier und Koblenz nur mehr zwei Intercity-Züge, wochenends verhält es sich genauso. Im Dezember 2011 hatte die Bahn drei IC-Verbindungen und die ICE-Verbindung zwischen Trier und Berlin vom Fahrplan gestrichen.

Thomas Geyer, der Verbandsdirektor des SPNV, ließ den "langen Leidensprozess", der zum Aus für die IC-Verbindung geführt hat, Revue passieren. Schon nach dem Jahr 2000, als die Region zwischen Koblenz und Trier das "historisch gesehen quantitativ und qualitativ beste Fernverkehrsangebot" hatte, sei der Abschwung spürbar gewesen. Die Bahn habe sich mit dem Argument der mangelnden Wirtschaftlichkeit sukzessive zurückgezogen. Sie habe wohl seinerzeit angeboten, das Angebot weitgehend aufrechtzuerhalten, wenn das Land Rheinland-Pfalz einen finanziellen Ausgleich für Verluste leisten würde. Als Bonbon hätten Fernzüge für Kunden mit Nahverkehrstickets geöffnet werden können. Das Land sei "dauerhaft nicht bereit gewesen, die dafür zusätzlich erforderlichen Regionalisierungsmittel zur Verfügung zu stellen", hieß es beim SPNV.

Außerdem signalisierte das Großherzogtum Luxemburg, dass es über den Dezember 2014 hinaus nicht bereit sei, den Fernverkehr finanziell zu unterstützen. Mit dem neuen Nahverkehrskonzept, dem RE-Netz-Südwest, fahre man deutlich besser, denn die Anbindung an die Rheinschiene sei gegeben. Das neue Konzept, so hat der SPNV erfahren, sei auch ein Argument für die Bahn, sich endgültig zurückzuziehen. Sie behaupte, dass die deutliche Ausweitung des Nah- und Regionalverkehrs dazu geführt habe, dass es keinen "Platz mehr für Fernverkehrszüge" im Fahrplan gäbe. "Dieser Vorwurf ist deutlich zurückzuweisen", sagte SPNV-Verbandsdirektor Geyer. Es bestehe auch nach dem Dezember 2014 "jederzeit die Gelegenheit", Fernzüge in Taktlücken einzubinden. Geyer sagte auch, dass der Gesetzgeber jetzt am Zug sei, schließlich sei die Sicherstellung des Fernverkehrs ein Verfassungsauftrag. Das Land müsse sich mehr einbringen, sagte der Landrat des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz. Andernorts, in Baden-Württemberg und Niedersachsen, schieße der Nahverkehrsträger Geld zum Erhalt einer IC-Strecke hinzu. Dies müsse konsequent auch in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden, forderte Schartz.

Thomas Brost

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