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Koblenz

"Herz verschenken": Ausstellung macht Organspende zum Thema

Rund 450 Frauen und Männer warten zurzeit in Rheinland-Pfalz dringend auf eine Organspende, in ganz Deutschland sind es mehr als 10 000 Patienten. Ihr Leben könnte in vielen Fällen gerettet werden, wenn sie schnell ein Spenderorgan erhielten. Im Forum des Evangelischen Stifts St. Martin ist nun die Fotoausstellung "Herz verschenken" zu sehen, die Porträtbilder von Empfängern eines Spenderorgans zeigt.

Der medizinische Geschäftsführer des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, Dr. Moritz Hemicker, der Transplantationsbeauftragte Dr. Andreas Molitor sowie Kathleen Büttner-Hoigt, kaufmännische Direktorin des Evangelischen Stifts, eröffneten die Fotoausstellung "Herz verschenken". Foto: Peter Karges
Der medizinische Geschäftsführer des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein, Dr. Moritz Hemicker, der Transplantationsbeauftragte Dr. Andreas Molitor sowie Kathleen Büttner-Hoigt, kaufmännische Direktorin des Evangelischen Stifts, eröffneten die Fotoausstellung "Herz verschenken".
Foto: Peter Karges

Porträts, die nur möglich wurden, weil Organe gespendet wurden. Am Evangelischen Stift spenden pro Jahr rund 15 Patienten nach dem Hirntod Organe, sagt Dr. Andreas Molitor, Transplantationsbeauftragter des Krankenhauses. Eine Organspende ist dabei immer an eine Reihe von Voraussetzungen gekoppelt. So muss in Deutschland unter anderem der Hirntod des Patienten über eine Zeitdauer von mindestens zwölf Stunden von zwei unabhängigen Fachmedizinern diagnostiziert werden. Zudem muss entweder die Einwilligung durch einen Organspendeausweis des Patienten vorliegen. Ist dies nicht der Fall, sind die Mediziner bei einem Hirntod per Gesetz verpflichtet, über eine mögliche Organspende mit Angehörigen zu reden, erklärt Molitor.

Rund ein Viertel aller Deutschen besitzt dabei zurzeit einen Organspendeausweis. In diesem kann übrigens auch vermerkt werden, dass man einer Spende nicht zustimmt. Kommt es im Stift zu einer Organspende, wird das betreffende Organ durch die Vermittlungsstelle Eurotransplant im niederländischen Leiden an einen Patienten in Deutschland, Österreich, den Benelux-Staaten, Kroatien, Slowenien oder Ungarn vermittelt. "Der Transport geschieht dabei unter Umständen vom Flugplatz Winningen aus", sagt Andreas Molitor. Welcher Empfänger das gespendete Organ erhält, hängt dabei vor allem davon ab, wie gut es vom "neuen" Körper voraussichtlich angenommen wird. Deshalb werden vor jeder Organspende umfangreiche Blutuntersuchungen durchgeführt.

Die Ausstellung "Herz verschenken", die von der Initiative Organspende Rheinland-Pfalz und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung konzipiert wurde, will vor allem dafür werben, dass man sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzt und nach Möglichkeit einen entsprechenden Ausweis ausfüllt. "Ein solcher Organspendeausweis ist dabei sowohl für die Mediziner als auch für die Angehörigen eine große Hilfe", so Molitor. Die Ausstellung der Porträtfotos von Michael Hagedorn ist bis zum März in den verschiedenen Kliniken des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein zu sehen. Peter Karges

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