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Koblenz

Hallenbad: Gibt es doch noch eine Chance für eine Sauna?

Stephanie Mersmann

Im Jahr 2018 soll es vorangehen beim Projekt Hallenbad: Ein Architekt wird ausgesucht, der lang ersehnte Bau im Detail geplant, bevor 2019 endlich die Bagger anrollen. Doch es gibt einen Wermutstropfen.

Auf diesem Grundstück am Rauentaler Moselbogen soll ab dem nächsten Jahr ein neues Hallenbad gebaut werden – zunächst aber ohne Sauna und Gastronomie. Ein privater Investor wurde dafür bislang nicht gefunden.
Auf diesem Grundstück am Rauentaler Moselbogen soll ab dem nächsten Jahr ein neues Hallenbad gebaut werden – zunächst aber ohne Sauna und Gastronomie. Ein privater Investor wurde dafür bislang nicht gefunden.
Foto: Manolito Röhr

Es wird zwar der Bau eines neuen Schwimmbads vorbereitet – dazu gehört aber keine Sauna und keine Gastronomie (die RZ berichtete). Ein Investor wurde für diese Bereiche nicht gefunden, soll aber endgültig gesucht werden, wenn das Bad einmal steht. Stellt sich die Frage: Ist das ein realistischer Plan?

Durchaus, sagte die Geschäftsführung der Koblenzer Bäder GmbH kürzlich im Gespräch mit der RZ – doch innerhalb der Ratsfraktionen, die das Vorhaben seit vielen Jahren begleiten, herrscht keine so klare Meinung. Der Bau der Sauna, den sich viele Koblenzer wünschen, ist generell nicht unumstritten. Und einige Politiker stellen außerdem die Frage, ob es sinnvoll ist, dass ein privates Unternehmen diese bauen soll – und nicht die Stadt selbst.

In diesem Zusammenhang richtet sich die Kritik vor allem gegen das Land. Dieses fördert das Projekt mit rund 3 Millionen Euro, hat die Mittel aber an die Vorgabe geknüpft, dass die Stadt nur das eigentliche Schwimmbad baut und betreibt, Sauna und Gastronomie aber in privaten Händen liegen müssen. Die öffentliche Hand soll der Wirtschaft keine Konkurrenz machen, auch das EU-Beihilferecht spielt hier eine Rolle.

Anne Schumann-Dreyer (CDU) findet es „nicht in Ordnung, dass das Land uns das verwehrt“. Eine Sauna gehört ihrer Meinung nach zur Daseinsvorsorge, ebenso wie ein Schwimmbad. Dass das Land dies anders sieht, ist nicht nur ärgerlich, weil sich bislang kein privater Investor findet, sondern auch, weil es gemeinhin heißt, dass eine Sauna oft Gewinne abwirft – anders als ein Schwimmbad.

Stephan Wefelscheid (BIZ) hält es für einen Fehler, dass sich die Stadt in puncto Sauna nach den Vorgaben des Landes gerichtet hat. „Wir hätten den Streit mit dem Land führen und notfalls auf den Zuschuss verzichten sollen“, sagt er. Indem die Stadt die Sauna nicht selbst betreibt, habe sie eine Einnahmemöglichkeit verschenkt. Jetzt sei die Situation aber, wie sie ist, und Wefelscheid will die nötigen Entscheidungen mittragen, damit der Bau schnellstmöglich umgesetzt werden kann.

Marion Lipinski-Naumann (SPD) ist überzeugt davon, dass es deutlich besser gewesen wäre, Schwimmbad und Saunabereich parallel zu entwickeln, „die Chance haben wir verpasst“. Ihre Fraktion hatte schon im Herbst kritisiert, dass die Kriterien, mit denen man einen Investor für Sauna und Gastronomie gesucht hatte, viel zu unattraktiv für ein Unternehmen waren. Die SPD konnte nicht verstehen, dass die Bedingungen nicht in einer zweiten Ausschreibung geändert wurden – und jetzt ist Lipinski-Naumann davon überzeugt: Wenn die Stadt nach Fertigstellung des Bades mit den alten Kriterien nach einem Investor sucht, „dann haben wir wieder keine Chance“.

Ein Streitpunkt in der Ausschreibung: Die Stadt will das Grundstück nicht an den Investor verkaufen, sondern über Erbpacht vergeben. Das sei wirtschaftlich nicht attraktiv, findet die SPD. Anne Schumann-Dreyer hingegen verteidigt die Entscheidung: „Wir geben nicht unsere Flächen ohne Weiteres weg, wir geben die Kriterien vor.“

Hans-Peter Ackermann (Grüne) ist in diesem Punkt einer Meinung mit der CDU – doch die Saunapläne generell sieht er kritisch. Er ist nicht davon überzeugt, dass der Plan, zu einem späteren Zeitpunkt eine Sauna zu bauen, aufgehen wird. „Ich halte das für absolut aussichtslos“, und die Suche nach einem Investor habe ohnehin bisher nur zu Verzögerungen geführt. Er war schon immer dagegen, sagt der Grüne, es gebe auch andere Saunen, die defizitär sind. „Ich bin froh, dass die Stadt das nicht selbst macht.“ Allenfalls eine kleine Gesundheitssauna hält er für denkbar.

Auch Joachim Paul (AfD) ist nicht davon überzeugt, dass eine Sauna automatisch rentabel ist. „Wir haben Zweifel daran, ob das Geschäft erfolgreich ist.“ Ob sich ein Investor findet, der dieses übernehmen will, sieht er kritisch, „das ist schwer vorauszusagen“.

Deutlich optimistischer sind da FDP und FBG. „Ich glaube immer an das Gute, ich vertraue in die handelnden Personen“, sagt Torsten Schupp (FDP). Dass sich noch mal was tut in Sachen Sauna, das glaubt er durchaus. Manfred Gniffke (FBG) ist ebenfalls davon überzeugt. Dass bald gebaut werden soll, findet er wichtig: „Es ist gut, dass es endlich losgeht. Wir müssen in die Gänge kommen.“

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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