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Koblenz

Gülser Brücke: Der Fußweg ist nicht mehr lange sicher

Ein bis zwei Jahre wird er noch halten, der Fußweg neben der Gülser Eisenbahnbrücke. Doch dann muss er dringend erneuert werden, sagt Peter Schwarz, Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau. Die Brücke selbst – obwohl mit der Bauzeit um 1905 rund 60 Jahre älter als der angebaute Fußweg – ist dagegen in gutem Zustand.

Das kann man von dem schmalen Fußweg nicht behaupten: Auf Eisenträgern, die an die Bahnbrücke genietet sind, sind Holzbohlen verlegt. Bei der jüngsten Überprüfung zeigte sich: An manchen Stellen sind diese Träger so stark gerostet, dass sie nur noch einen Bruchteil ihrer Stärke aufweisen. Die genauen Daten wurden in den vergangenen Tagen erhoben und in den Rechner eingespeist: Ist die Brücke noch sicher, wenn ja, wie lange? "Ein bis zwei Jahre", sagen Peter Schwarz und Sachgebietsleiter Norbert Wagner, geben dann aber Entwarnung: "Für diese Zeit muss man sich aber keine Gedanken machen, auch nicht, wenn mal ein Mofa drüber fährt." Die Brücke soll nach kleinen Reparaturen an Pfingsten wieder offen sein.

Auf den Weg auf Dauer ganz zu verzichten, ergibt aus Sicht der Brückenexperten keinen Sinn: "Gerade jetzt, wo es das neue Baugebiet in Güls gibt, ist er für Fußgänger unverzichtbar." Zahlen über die Nutzer der Brücke liegen nicht vor, weil sie als reine Fußgängerbrücke geführt wird.

Das kann sich aber nach dem Neubau vielleicht ändern. Noch stehen die Planungen zwar ganz am Anfang. Aber eine Variante könnte sein, dass ein Radweg über die Gülser Brücke geführt wird – das wäre nicht nur für eventuelle Zuschüsse positiv, sondern auch für die Radfahrer, die bisher noch absteigen und schieben sollen. Um den Verkehr möglichst wenig zu stören, könnte die Bauzeit in den Herbst und Winter 2013 gelegt werden.

Die alte Fußgängerbrücke muss auf jeden Fall abgebaut und verschrottet werden. "Denkbar sind dann große vorgefertigte Stahlteile, die mithilfe eines Schwimmkrans aufgesetzt werden", sagt Peter Schwarz. Eine andere Variante sieht vor, dass ein Gerüst von außen an die Eisenbahnbrücke gestellt wird. An diesem Gerüst könnte nicht nur der neue Fußweg gebaut werden, sondern es könnte gleichzeitig auch als provisorischer Fußweg dienen, nennt Norbert Wagner, Sachgebietsleiter Konstruktiver Ingenieurbau, den Vorteil dieses Modells.

Dass die Stadt in jüngster Zeit so viel Ärger mit ihren Brücken hat, kann man nicht ändern, meint Peter Schwarz: "Es nutzt nichts, etwas schönzureden, aber es ist auch Quatsch, alles schlechtzureden." In anderen Städten gibt es vermutlich auch nicht weniger Probleme als in Koblenz, ist er überzeugt. "Aber wir kümmern uns jetzt wenigstens darum." Das ist im Endeffekt nicht nur vernünftiger, sondern auf lange Sicht auch billiger, sagt er. Und sicherer allemal – und das ist das Wichtigste.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Nachtrag Donnerstag, 15 Uhr: Wie die Stadtverwaltung Koblenz am Donnerstagnachmittag mitteilte, soll der Fußweg entlang der Brücke im Lauf des Donnerstags freigegeben werden. "Ab den Abendstunden steht der Weg wieder uneingeschränkt zur Verfügung", heißt es.

Koblenz
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