40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Großbaustelle "Weißer Höfe": Stadtbad Koblenz eröffnete neues Kapitel

Beim Blick auf die künftige Großbaustelle "Weißer Höfe" gerät ein ganz besonderer Tag in Vergessenheit: Der 12. Juli 1966. Damals wurde das Stadtbad geöffnet und gefeiert, also genau dieses Bad, das Ende des Monats Geschichte sein wird. Kaum vorzustellen, dass die Einrichtung vor 49 Jahren ein neues Kapitel für den Schwimmsport in der Stadt einleitete.

RZ-Leser Helmut Paasche hat uns historische Fotos vom Bau des alten Stadtbades zur Verfügung gestellt, die 1964 entstanden sind.
RZ-Leser Helmut Paasche hat uns historische Fotos vom Bau des alten Stadtbades zur Verfügung gestellt, die 1964 entstanden sind.
Foto: Helmut Paasche

Foto: Helmut Paasche

Foto: Helmut Paasche

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

Schwimmen in Koblenz: Sieht man einmal von der Freiluftsaison ab, war die Situation seinerzeit sehr unbefriedigend. Denn es stand für die Öffentlichkeit lange nur das sogenannte Residenzbad zur Verfügung, das viel zu klein und außerdem in die Jahre gekommen war. Und so berichtete unsere Zeitung am 6. Juli 1966 ganz ohne Wehmut: "Fünf Tage, bevor das neue Stadtbad in der Weißerstraße eröffnet wird, schließt die Stadtverwaltung das Residenzbad für den öffentlichen Betrieb. Das zu Wilhelms Zeiten errichtete Hallenbad mit seinem 14-Meter-Becken hat damit endgültig ausgedient. Es ist zum Abreißen verurteilt. In der Castorpfaffenstraße sollen, so sieht es die Stadtplanung vor, drei Zeilen Wohnblöcke errichtet werden." Heute kaum vorstellbar: Das neue Bad erfüllte nicht nur die Bedürfnisse der Schwimmer, sondern erfüllte die elementarsten Bedürfnisse in Sachen Hygiene.

Denn zu dieser Zeit gab es in Koblenz, vor allem in der Altstadt, noch zahlreiche Wohnungen, die weder Dusche noch Badewanne hatten. Und so wurden an mehreren Tagen in der Woche besondere Zeiten für Wannen- und Brausebäder angesetzt. Darüber hinaus gab es besondere Schwimmzeiten für Frauen. "Im neuen Hallenbad sind die Damen bevorzugt", titelte unsere Zeitung. Und einen Tag später, am 13. Juli 1966, waren die denkwürdigen Worte des damaligen Oberbürgermeisters Willi Werner Macke nachzulesen: "Keine Schwimmoper, kein Luxuspalast mit Adriaklima, sondern ein schlichtes, funktionsfähiges Bad, eine längst fällige Maßnahme im Interesse der Volksgesundheit und der Volkshygiene", betonte der Stadtchef. Das waren Worte, die angesichts der aktuellen Neubaupläne ihre Aktualität nicht verloren haben.

Der Abbruch des alten Stadtbades schreitet unaufhaltsam gemacht. Die Aufnahme hat RZ-Leser Uwe Radermacher von seiner Wohnung in der Weißer Gasse aus gemacht.
Der Abbruch des alten Stadtbades schreitet unaufhaltsam gemacht. Die Aufnahme hat RZ-Leser Uwe Radermacher von seiner Wohnung in der Weißer Gasse aus gemacht.
Foto: Uwe Radermacher

Rund 6,5 Millionen Mark kostete das Bad, das in knapp zwei Jahren realisiert wurde. Entwurf und Bauleitung hatte das Mainzer Architekturbüro Viertel und Rieser übernommen, das sich in einem Wettbewerb durchgesetzt hatte. Die Umsetzung übernahmen meist renommierte Handwerksbetriebe aus der Region, von denen die meisten aber heute nicht mehr bestehen. Ausnahmen sind die Tischlerei Fritz Meerbothe und die damals noch in der Weißer Gasse ansässige Firma Schultheis Stahlbau.

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
Wetter
Mittwoch

4°C - 11°C
Donnerstag

3°C - 9°C
Freitag

2°C - 9°C
Samstag

0°C - 7°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf