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Koblenz

Flüchtlingscamp ist nun wieder in Betrieb: Das ist das Konzept der Stadt

Katharina Demleitner

Auf der Niederberger Höhe haben erneut Flüchtlinge die Gemeinschaftsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Fritsch-Kaserne bezogen. Dabei war das Camp erst vor einem halben Jahr abgebaut worden. Jetzt gab es eine Infoveranstaltung. Die RZ fasst die Schwerpunkte zusammen.

Einige Niederberger Bürger fanden sich zur Infoveranstaltung in der Grundschule ein, um Auskünfte über das wiedereröffnete Flüchtlingscamp zu erhalten.
Einige Niederberger Bürger fanden sich zur Infoveranstaltung in der Grundschule ein, um Auskünfte über das wiedereröffnete Flüchtlingscamp zu erhalten.
Foto: Sascha Ditscher

1 Warum wurde das Camp erst ab- und jetzt wieder aufgebaut? OB Langner betonte, dass die Unterkünfte auf der Niederberger Höhe formal nie komplett aufgegeben worden seien, sondern nur „zwischendurch außer Betrieb“ waren. Die teuren Verträge für die Container waren ausgelaufen, sie wurden abgebaut. Da aber immer wieder Flüchtlinge in Koblenz ankommen, sich ihre Verweildauer erhöht habe und der Wohnungsmarkt leer gefegt sei, war es notwendig, das Camp zu reaktivieren. Dafür nutzt die Stadt jetzt die günstigeren Wohneinheiten vom Wallersheimer Kreisel. Momentan ist alles noch im Aufbau. Insgesamt sollen 74 Personen in der ehemaligen Kaserne untergebracht werden können. Derzeit leben dort bereits 28 Menschen.

2 Welche Unterkünfte werden konkret bereit gestellt? Zukünftig werden 42 Männer in einem Bereich, in einem anderen zwölf Frauen Platz finden. Zudem wird es zwei Container für jeweils eine vierköpfige und zwei für jeweils eine sechsköpfige Familie geben, dazu einen Aufenthaltscontainer für die Kinder. Fertig ist das Camp noch nicht. Das Ordnungsamt prüft, was besser und schöner gestaltet werden könnte, beispielsweise Vordächer, und fordert die Ehrenamtler auf, Ideen einzubringen. Betreut werden die Bewohner von einem Wohnraumverwalter, der von 8 bis 16 Uhr am Ort ist. Für alle städtischen Gemeinschaftsunterkünfte, zu denen auch die Camps in der Rheinkaserne mit derzeit 105 Bewohnern und im Rauental mit aktuell 95 Personen gehören, stehen fünf Sozialarbeiter und drei Integrationslotsen bereit.

3 Wie soll die Sicherheit gewährleistet werden? Drei Zwischenfälle soll es in der Gemeinschaftsunterkunft bereits gegeben haben, die Polizei war jeweils schnell zur Stelle. Alle Camps haben einen Sicherheitsdienst, der zwischen 16 und 8 Uhr an Ort und Stelle ist, an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr. Außerdem gibt es engen Kontakt zur Polizei, die verstärkt Präsenz zeigt.

4 Maximal zwölf Kinder können in das Camp einziehen. Können sie auf mehrere Schulen verteilt werden? Zwei Väter zeigten sich besorgt, ob die Niederberger Grundschule alle Flüchtlingskinder aufnehmen könne und ob, wenn erforderlich, Klassen geteilt werden können. OB Langner verwies auf die Zuständigkeit der ADD und appellierte abzuwarten, wie viele Kinder in welchem Alter tatsächlich in die Unterkünfte ziehen, um dann zu klären, welche Schulen infrage kommen.

5 Wie sieht es mit ehrenamtlichen Helfern aus? Seit dem 1. März ist die Stelle des städtischen Ehrenamtskoordinators unbesetzt. Ab 1. November soll es aber wieder einen Ansprechpartner geben und Kontakte reaktiviert werden. So könnte der Deutschunterricht, den ehemalige Lehrer anbieten, wieder aufgenommen werden. Auch an die noch existierende Initiative „Willkommen in Niederberg“ (WiN) können sich Helfer wenden. Bei Fragen rund um das Camp bittet die Stadt, sich per E-Mail an auslaenderbehoerde@stadt.koblenz.de zu melden.

Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner
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