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Koblenz

Florinsmarkt: Weg für Verhandlungen mit Görlitz-Stiftung ist frei

"ISSO" in der Altstadt? Die Görlitz-Stiftung will am Florinsmarkt ein "institute for social and sustainable oikonomics" etablieren. Dazu will sie das Mittelrhein-Museum sowie weitere historische Gebäude nutzen. Die Stadt will Verkaufsverhandlungen aufnehmen.

Foto: Denise Remmele

Durch den Umzug des Mittelrhein-Museums und der Stadtbibliothek in das auf dem Zentralplatz neu errichtete Kulturgebäude "Forum Confluentes", werden im Laufe des Jahres 2013 die städtischen Altstadtimmobilien Bürresheimer Hof, Mittelrhein-Museum (Altes Kauf- und Danzhaus) und Dreikönigenhaus frei, teilt die Stadtverwaltung nun nach einer Pressekonferenz am Dienstag mit.

Da eine Sanierung und Weiternutzung durch die Stadt selbst ausschied, wurde laut Stadt bereits Ende des Jahres 2011 ein öffentliches Interessensbekundungsverfahren durchgeführt. Nach intensiver Auswertung der eingegangenen Nachnutzungskonzepte wurde die Verwaltung nun durch den Stadtrat beauftragt, in konkrete Kaufvertragsverhandlungen mit der Görlitz-Stiftung zu treten (die RZ berichtete). Deren Planung sieht eine Nachnutzung gleich aller drei in Frage stehender Gebäude vor.

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Martin Görlitz, der Vorstandsvorsitzende der Görlitz-Stiftung, gemeinsam mit Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, im Rathaus das Konzept der Stiftung vor. Der Name des Gesamtkonzeptes lautet ISSO – "institute for social and sustainable oikonomics".

Es fußt auf den Themen Nachhaltigkeit und Zukunftsfähiges Wirtschaften und wird die Hochschulen der Region als Partner einbinden. Innerstädtische Räume sollen entstehen für Unternehmensgründungen, für studentische Initiativen im Bereich der Nachhaltigkeit und Zukunftsfragen (im Dreikönigenhaus), für Tagungen, Veranstaltungen und für Präsentationen (im Mittelrhein-Museum), sowie ein Gästehaus für die Hochschulregion (im Bürresheimer Hof).

Wie Oberbürgermeister Hofmann-Göttig laut städtischer Mitteilung betonte, habe die Stadt Koblenz großes Glück gehabt, ein so umfassendes Konzept wie das der Görlitz-Stiftung vorgelegt bekommen zu haben, welches in seiner nun möglichen Umsetzung denkmalgerecht, geschichtsbewusst und privat finanziert sei. "Wir haben einen guten Partner gefunden, der auch zukünftig für eine öffentliche Nutzung dieser stadtbildprägenden historischen Gebäude sorgen wird – mit viel Idealismus, Liebe zur Stadt und der notwendigen Finanzkraft", so der OB.

Martin Görlitz teilte mit, die gemeinsame Erhaltung der Gebäude in einer Hand sei eine einmalige Chance. "Wir können damit die Hochschulen der Region Koblenz auf Basis unseres Stiftungszweckes, der Bildung für Nachhaltige Entwicklung, in den Stadtkern bringen – dort wo sie bisher nicht präsent sein konnten", führte Martin Görlitz zu seinen Beweggründen für ein solches Konzept aus.

"Zu Fragen des Kaufpreises und zu Vertragsdetails wird man sich beiderseits erst nach Abschluss entsprechender Verträge äußern", teilt die Stadt mit.

Mit einem in Aussicht stehenden Verkauf der Altstadtimmobilien an die Görlitz-Stiftung wird eine ins Gespräch gebrachte Nutzung des Bürresheimer Hofes als Synagoge ausscheiden. Auch hierzu äußerte sich der OB, der am Vortag den Vorsitzenden der jüdischen Kirchengemeinde Koblenz persönlich über die Ratsentscheidung zunächst mündlich und anschließend schriftlich informiert hatte: "Zugunsten einer umfassenden und ausgeplanten Nutzung aller drei Gebäude aus einer Hand, ist eine Synagoge im Bürresheimer Hof nicht zu realisieren. Die Stadt hat aber der jüdischen Gemeinde bereits aus Sicht der Stadt geeignete Standorte für einen Synagogen-Neubau aufgezeigt." Nunmehr sei es an der jüdischen Kirchengemeinde, sich zu erklären, ob ein Neubau-Projekt verfolgt werde und realistisch abgeschlossen werden könne, so der Oberbürgermeister.

Koblenz
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