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    Koblenz

    Fischtreppe an Moselstaustufe in Koblenz wird rege genutzt

    An der Moselstaustufe in Koblenz wurde 2011 eine neue Fischaufstiegsanlage eröffnet. Wie gut funktioniert diese Fischtreppe, und welche Fische nutzen sie zum Aufstieg? Zur Untersuchung hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) einen automatischen Fischzähler installiert.

    Nun hat sie erstmals für die Jahre 2012/13 detaillierte Zahlen zu den beobachteten Fischen vorgelegt.

    Seit Eröffnung Ende September 2011 sind etwa 30 000 aufsteigende Fische in der neuen Fischtreppe erfasst worden. Dabei wurden 32 verschiedene Arten detektiert, meldet die BfG weiter. Stark dominant waren hierbei die Rotaugen, aber auch Flussbarsche und Brassen waren häufig vertreten. Mithilfe des Fischzählers konnten erfreulicherweise auch sehr seltene Arten nachgewiesen werden, wie Meerneunauge oder Quappe und Maifisch. Zudem wurden vom Meer aufsteigende Großsalmoniden wie Lachs und Meerforelle erfasst.

    Bei den Aufstiegszahlen ist zu beachten, dass bisher nur Fische ab 2,5 Zentimeter Höhe und 15 Zentimeter Länge erfasst werden. Daher können Jung- und Kleinfische sowie schlanke Flussneunaugen und Steigaale bisher nur selten beobachtet werden. Die eigentlichen Aufstiegszahlen sind daher deutlich höher. Beobachtungen aufsteigender Fische an den Sichtfenstern des "Mosellum"- Fischpasses in Koblenz zeigen dies eindrücklich.

    2013 wurden allerdings auch die Grenzen der Erfassung mittels des automatischen Fischzählers deutlich. Ungewöhnlich häufige und ausgeprägte Hochwässer führten während der Hauptaufstiegsphase von April bis Juni oft zu trübem Wasser, sodass eine kontinuierliche Detektion von Fischen nicht möglich war.

    Der Fischzähler in Koblenz ist eine in Größe und Ausführung weltweit einzigartige Installation. Es handelt sich um einen kurzen beleuchteten Tunnel, 45 Zentimeter breit und 110 Zentimeter hoch, den in der Fischtreppe aufsteigende Fische passieren müssen. Den Eingang des Tunnels bilden zwei Platten mit Infrarotsensoren, die passierende Fische automatisch scannen und vermessen. Während der Passage werden die Fische zudem durch zwei Videokameras gefilmt. Auf diese Weise ist eine sichere Artbestimmung gewährleistet.

    Die Aufstiegssaison 2014 hat in Koblenz Ende März bei Wassertemperaturen von knapp unter 10 Grad Celsius begonnen. Typischerweise sind die Nasen die ersten großen Fische, die schwarmweise die Laichwanderung beginnen, dicht gefolgt von Rotaugen. Es wurden seitdem mehr als 1000 Individuen gezählt. Bei dem aktuell schönen Wetter und steigenden Wassertemperaturen sind in den nächsten Wochen zahlreiche weitere Sichtungen zu erwarten.

    Die kontinuierliche Erfassung der Fische ist für die Bewertung der Fischaufstiegsanlage Koblenz sowie der gewässerökologischen Maßnahmen an der Mosel und ihren Zuflüssen von großer Bedeutung. Insbesondere für die Wiederansiedlung des Lachses liefert die Anlage wertvolle Infos. Der automatische Fischzähler der BfG hat gegenüber einer klassischen Reuse einige Vorteile. So kann eine Erfassung von wandernden Fischen erfolgen, ohne diese zu fangen.

    Koblenz
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