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Koblenz

Feuer im Fort Konstantin: Brand wirft Verein um viele Monate zurück

Ein Schaden in Höhe von 70 000 Euro, eine vernichtete Sammlung historischer Postkarten und zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden, deren Früchte nun zerstört sind: Das ist die traurige Bilanz nach einem Brand im Fort Konstantin.

Die Polizei hat die Kasematte mit den größten Schäden versiegelt. Die Suche nach der Brandursache dauert an.
Die Polizei hat die Kasematte mit den größten Schäden versiegelt. Die Suche nach der Brandursache dauert an.
Foto: Denise Remmele

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde ausgerechnet der Abschnitt der Kasematten schwer beschädigt, der für Ausstellungen und Feste hergerichtet worden war.

Für den Förderverein "Pro Konstantin", der seit genau 20 Jahren besteht, hätte das Jubiläumsjahr nicht schlechter beginnen können. Alle bereits für das erste Halbjahr vertraglich fest vereinbarten Veranstaltungen müssen nun ausfallen. Dennoch blickt Harald Pohl nach dem ersten Schock wieder etwas zuversichtlicher nach vorn: "Die Unterstützung ist enorm", freut sich der Vorsitzende. Das ist auch ein Verdienst der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK), deren Vorstand an die Gäste der Inthronisation appelliert hatte, für das Kulturdenkmal zu spenden – mit großem Erfolg. So stellte der Lions Club Koblenz spontan 3000 Euro zur Verfügung.

Auch aus Sicht der Stadt Koblenz, der Eignerin des Forts, gibt es Entwarnung. Das Denkmal ist versichert, sodass sich die meisten materiellen Schäden ersetzen lassen. Das Hauptproblem ist, dass allen Beteiligten die Zeit wegläuft. So muss das für Ende Juni geplante "Kunst-Reich"-Camp der Jugendkunstwerkstatt wohl verlegt werden. Denn obwohl die erforderlichen Arbeiten nicht ausgeschrieben werden müssen, kann die Sanierung nicht sofort beginnen. Erst einmal müssen die Gewölbe vom Ruß befreit werden und trocknen.

Über die Brandursache ist übrigens noch nichts bekannt. Die Ermittlungen laufen noch, die Polizei hat die Kasematten versiegelt. Das heißt: Die Vermutung, dass Brandstiftung im Spiel gewesen sein könnte, hat sich bislang nicht bestätigt. Sie würde allerdings in eine lange Liste von Vorfällen passen. Immer wieder wurde in der Vergangenheit versucht, Brände zu legen. Die Schäden hielten sich dabei glücklicherweise in Grenzen. Doch dieses Mal ist alles anders. Besonders tückisch war, dass den Brand zunächst niemand bemerkte. Noch am Freitagabend war alles in Ordnung. Irgendwann danach muss es passiert sein. Erst am Samstagvormittag wurden die Tragödie und ihre Folgen entdeckt, die Feuerwehr löschte die Glut. "Die Hitze war enorm", sagt Harald Pohl über den Brand, dessen traurige Bilanz im Einzelnen so aussieht: Der Holzboden in zwei Kasematten wurde komplett zerstört, ebenso die komplette Notbeleuchtung. Darüber hinaus müssen zehn Fenster, eine einflüglige Fenstertür und zwei Rundbogenfenstertüren ersetzt werden. Vernichtet wurden auch alle Flachvitrinen mit ihren Ausstellungsstücken, die die Geschichte des Forts dokumentieren. Auch Bänke und Tische sind nicht mehr benutzbar.

Trotz dieser Bilanz steht fest: Es hätte noch viel schlimmer kommen können, wenn die zwei eingelagerten großen Gasflaschen explodiert wären ...

Wer helfen will, spendet an "Pro Konstantin", Konto 101 43 98 bei der Sparkasse Koblenz, BLZ 570 501 20. Infos zu Fort und Verein im Internet unter www.pro-konstantin.de

Von unserem Redakteur Reinhard Kallenbach

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