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Koblenz

Festung begeistert mit neuer Vielfalt

Wer befürchtete, ein Jahr nach der Buga sei auf der Festung nichts mehr los, wurde an diesem Wochenende mit der Saisoneröffnung eines Besseren belehrt. Die Festung bot ihren Besuchern dabei gleich eine solche Vielfalt, dass man locker den gesamten Sonntag dort oben hätte verbringen können.

In der „Langen Linie“ zogen vor allem die kulinarischen Genüsse zahlreiche Besucher an.
In der „Langen Linie“ zogen vor allem die kulinarischen Genüsse zahlreiche Besucher an.
Foto: GDKE Rheinland-Pfalz, Pfe

Lockten in der „Langen Linie“ die kulinarischen Genüsse unter anderem mit exquisiten Brot-, Käse- und Weinsorten, so galt im Erdgeschoss des Turms Ungenannt die ganze Aufmerksamkeit der im Gegensatz zu Malerei und Musik noch relativ jungen Kunstform Fotografie. Eine Dauerausstellung der Landessammlung widmet sich mit Exponaten aus dem Gebiet von Rheinland-Pfalz hier der Entwicklung der Fotografie.

Wer die 3000-jährige Geschichte der Festung noch nicht kennt, der ist hingegen im freigelegten Keller unter dem Kuppelsaal genau an der richtigen Adresse. Dort, wo Archäologen vor sieben Jahren Reste eines Pfahlgrabens aus dem 10. Jahrhundert vor Christus gefunden hatten, wirft ein Beamer Texte und Symbole zur Festungsgeschichte ans historische Gemäuer. Die Schau wurde im Vergleich zu 2011 überarbeitet und chronologisch geordnet. So erfährt der Besucher mittels einer kurzen Textpassage beispielsweise, dass 1799 Oberst Faber die Festung an die Franzosen übergab, während neben dem Text Bilder Soldaten in der Uniform der französischen Armee zeigen und im Hintergrund leise die Marseillaise ertönt.

Ebenfalls die Geschichte der Festung im Blick hatte Jörg Höfer, der als preußischer Festungskanonier gewandet, den Besuchern erklärte, warum beispielsweise alle Soldaten, die mit der Pulverkammer zu tun hatten, Filzpantoffeln trugen. „Denn bei den mit Nägeln beschlagenen Soldatenstiefeln bestand die Gefahr, dass ein einziger Funke die Pulverkammer in die Luft jagt“, erläuterte Höfer in seinem Vortrag „Büchsen, Waffen und Granaten“.

Neben den zahlreichen Ausstellung und Führungen, zu denen unter anderem auch André Wittlichs „Ewiger Soldat“ sowie die Schauen des Landesmuseums (Gärten von Peter Joseph Lenné sowie Grabkultur an Rhein und Mosel) und der Archäologie zählen, gab es gerade für Kinder auch viele Sachen zum Mitmachen. So konnte man bei den Archäologen in das Gewand eines Römers schlüpfen oder aus Perlen, Federn und Steinen eine keltische Halskette anfertigen. Und im Festungsinnenhof konnten Jung und Alt einem Schmied über die Schulter schauen oder sich im Bogenschießen üben.

„Wir sind zum ersten Mal hier oben auf der Festung, und es ist nicht zuletzt für unsere beiden Jungs ein tolles Erlebnis, angefangen von der Seilbahnfahrt“, meint Sigmar Dassler, der mit seiner Familie aus Bad Berleburg im Sauerland nach Koblenz gefahren ist.

Langjährige Besucherinnen der Festung Ehrenbreitstein sind hingegen Anne Kasper und Traudel Schremmer. „Das Schöne ist, dass man die Festung jetzt auch viel mehr im Inneren besichtigen kann, wie beispielsweise bei der Wachstube, dies war früher nicht der Fall“, sagen die beiden Koblenzerinnen.

Peter Karges

Koblenz
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Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

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