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    KoblenzEin Jahr Lotsenhaus in Koblenz: Gute und enge Zusammenarbeit

    Vor einem Jahr ist in Koblenz das Lotsenhaus für Flüchtlinge engerichet worden. Es soll ihnen die ersten Schritte erleichtern.

    Ausbildung, Qualifizierung, Bildung, Anerkennung von Qualifikationen, Arbeitssuche: Rund um diese Themenbereiche erstreckt sich die Arbeit derer, die im Lotsenhaus seit einem Jahr kooperieren. 
    Ausbildung, Qualifizierung, Bildung, Anerkennung von Qualifikationen, Arbeitssuche: Rund um diese Themenbereiche erstreckt sich die Arbeit derer, die im Lotsenhaus seit einem Jahr kooperieren. 
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    An einem Beispiel machen Sarah Weidenbach von der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen und Marco Lohn, Teamleiter des Lotsenhauses, klar, wie die Arbeit im Lotsenhaus abläuft, das aus ein paar Büros im Erdgeschoss der Koblenzer Agentur für Arbeit besteht: Ein junger Mann aus Syrien, Eritrea oder einem anderen Land ist bei der Caritas, um über seine Anerkennung als Asylbewerber zu sprechen. Dabei wird schnell klar: Der junge Mann möchte so schnell wie möglich eine berufliche Perspektive aufbauen. Der Caritas-Mitarbeiter klopft an der Tür des Kollegen von der Arbeitsagentur - dienstags sind im Lotsenhaus alle an Bord, um freie Sprechstunden zu ermöglichen. In einem Gespräch kann der Mitarbeiter ermitteln, wie der Stand der Dinge ist, und eventuell schon, in welche Richtung der Flüchtling gehen möchte. Dann können Integrationskurs, Berufsberatung und alle möglichen anderen Termine angeleiert werden. Wenn alles gut läuft, kann der junge Mann - sobald er seine Anerkennung als Asylberechtigter hat - eine Ausbildung aufnehmen oder eine Arbeitsstelle beginnen, weil vorher schon so vieles geregelt werden konnte.

    Seit einem Jahr erleichtert das Koblenzer Lotsenhaus den Flüchtlingen die ersten Schritte in der neuen Heimat, lobt Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Agentur für Arbeit, das Koblenzer Projekt, bei dem Arbeitsagentur, Jobcenter, Stadt- und Kreisverwaltung, Caritasverband, Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer eng zusammenarbeiten. Koblenz ist mittlerweile Vorreiter für viele andere Kommunen, weil die Zusammenarbeit hier so eng verzahnt ist wie sonst nirgendwo, betont Heidrun Schulz. Und nicht nur die beteiligten Partner selbst kooperieren eng, wie Beate Oster, Integrationsbeauftragte der Stadt Koblenz, erklärt, sondern es gibt beispielsweise auch ganz kurze Wege zu den Ausländerbehörden und anderen. "Alle arbeiten extrem unbürokratisch und lösungsorientiert zusammen."

    Rund 1300 Flüchtlinge wurden allein im vergangenen Monat aus der Stadt Koblenz in der Arbeitsagentur und im Jobcenter betreut. Viele von ihnen, die Agentur spricht von 80 Prozent, haben nur geringe oder überhaupt keine Deutschkenntnisse. Viele von ihnen haben aber auch ein klares Ziel: Sie wollen eine Ausbildung machen, auch wenn sie schon ein bisschen älter sind, sagt Sarah Weidenbach von der Arbeitsagentur. Zwar sind manche am Anfang entsetzt, dass man in Deutschland drei, dreieinhalb Jahre lang für wenig Geld lernen muss, ergänzt Ursula Westermannvon der Handwerkskammer Koblenz. Dann aber merken sie, wie wichtig in Deutschland das Thema Ausbildung ist und wie viel größer die Aufstiegschancen später sind - oder die Möglichkeit, bei Rückkehr ins Herkunftsland etwas mit der Ausbildung anzufangen.

    Ein extrem wichtiges Instrument ist die sogenannte Einstiegsqualifikation geworden, ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum, das bei gutem Verlauf sogar auf die Ausbildungszeit angerechnet werden kann, erklärt Sarah Weidenbach. Im Schnitt werden insgesamt rund 100 Flüchtlinge im Monat in Maßnahmen zum Abbau von Qualifikationsdefiziten und zur Heranführung an den Arbeitsmarkt vermittelt und betreut.

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