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Koblenz

Dreck, Lärm, Randale am Koblenzer Bahnhof: Expertenanhörung soll Lösungen zeigen

Schon seit Jahren ist die Situation am Hauptbahnhof in den Schlagzeilen: Oft größere Gruppen verbringen hier den Tag, trinken Bier oder Hochprozentigeres, machen dann später auch häufiger Palaver.

So wie im Jahr 2015 sieht es am Bahnhofsplatz nicht mehr aus. Aber oft ist es doch verdreckt – oder Passanten fühlen sich unwohl, wenn sie an Gruppen vorbeigehen müssen, die sich hier aufhalten. Archivfoto: Doris Schneider
So wie im Jahr 2015 sieht es am Bahnhofsplatz nicht mehr aus. Aber oft ist es doch verdreckt – oder Passanten fühlen sich unwohl, wenn sie an Gruppen vorbeigehen müssen, die sich hier aufhalten. Archiv
Foto: Doris Schneider

Dass keine kostenlose Toilette in der Nähe ist, verschärft – und verschmutzt – die Situation zusätzlich. Was könnte hier Entspannung bringen? Schon im März hat die SB-Filiale der Sparkasse am Bahnhofvorplatz geschlossen, weil es nach Einschätzung der Verantwortlichen für Kunden und Reinigungspersonal nicht mehr zumutbar war, das Foyer zu betreten. Denn hier übernachteten manche, und immer wieder fand sich Urin, Kot, Erbrochenes als Hinterlassenschaft. Bereits einige Monate zuvor waren hier die Sitzbänke abgebaut worden, doch das änderte nicht viel. Zuletzt machte die Landeszentralbibliothek die Nutzung ihrer Toiletten gebührenpflichtig (die RZ berichtete mehrfach).

Immer wieder hat sich auch der Stadtrat mit dem Thema beschäftigt und zuletzt einstimmig eine Expertenanhörung beschlossen, „um dem sozialen Brennpunkt am Hauptbahnhof entgegenzuwirken“, heißt es in der Ankündigung. In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstag, 9. August, sollen nun Vertreter von insgesamt zehn Institutionen über ihre Wahrnehmung der Situation berichten.

Eingeladen sind laut Unterlagen zu der öffentlichen Sitzung im Historischen Rathaussaal: Sven Fries vom gleichnamigen Stadtentwicklungsbüro, Robert Frietsch und Dirk Holbach vom Fachbereich Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz, ein Vertreter der Polizeiinspektion Koblenz 1, die auch für die Innenstadt zuständig ist, Markus Dwersteg von der Bundespolizei, die für den Bahnhof selbst zuständig ist, Thomas Flöck, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, Verona Hartung, Leiterin des Sophie-Schwarzkopf-Hauses der AWO, ein Vertreter des Caritasverbandes Koblenz, Streetworker Erich Weber, Volker Grabe, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Koblenz, Christof Nießen von der an den Platz angrenzenden Jugendkunstwerkstatt und ein Vertreter des Vereins für Bewährungshilfe. Die AfD hatte zudem angeregt, die Gewerbetreibenden zu dieser Expertenanhörung einzuladen und sie anzuhören, so AfD-Ratsmitglied Joachim Paul in einer Pressemitteilung. Dagegen hatten die anderen Ausschussmitglieder aber gestimmt. „Man ist offenbar der Meinung, dass die Interessen der Gewerbetreibenden und Steuerzahler nicht besonders berücksichtigt werden müssen“, so Paul.

Die Experten werden in der Sitzung ihre Wahrnehmung der Situation darlegen und auch Lösungsideen nennen. Schon lange warten viele Koblenzer darauf, dass sich hier etwas ändert, so wie der Koblenzer Thomas Körfgen in einer Mail an die RZ. Er wohnt in der Nähe des Stifts, pendelt mit der Bahn zur Arbeit und hat die Bilder jeden Tag vor Augen: „Die Situation am Koblenzer Hauptbahnhof, insbesondere am Eingangsbereich der ehemaligen Sparkasse (wo davor noch diese hässliche Pflanzeninsel ist), verschlechtert sich immer mehr. Oft stark alkoholisierte Menschen, Dreck, Zigarettenkippen, Flaschenkorken, leere Lebensmittel- oder Hundefutterdosen, an manchen Stellen Erbrochenes oder der getrocknete Rest davon, es wird wild gepinkelt, manchmal liegt der ein oder andere ziemlich leicht bekleidet auf der Straße und pennt ... und das jeden Tag, und seitens der Stadt passiert nichts. Kein schöner Anblick für Koblenzer oder die, die Stadt besuchen“, schreibt er in einer Mail an die Zeitung. Ob die Experten eine Lösung für die Situation finden?

Die Expertenanhörung ist öffentlich: Interessenten können sich am Donnerstag, 9. August, ab 15 Uhr im Historischen Rathaussaal aus erster Hand informieren.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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