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Koblenz

Das Koblenzer Wehr muss saniert werden

Das Koblenzer Wehr muss mit aufwendigen Arbeiten in den kommenden drei Jahren instand gesetzt werden. Die Wehrfelder sind zum Problem geworden. Sie weisen gravierende Schäden auf und müssen saniert werden.

Die Koblenzer Staustufe: Im Bild zu sehen sind (von links) das Kraftwerk und die drei Teile des Wehrs mit dem jeweiligen Wehrfeld und der Walze, die es verschließt. Die drei Wehrfelder müssen instand gesetzt werden. Los geht es mit dem neben dem Kraftwerk liegenden. Dieses ist zwar im Bild links zu sehen, betrachtet man es aber in Fließrichtung der Mosel, ist es das rechte.
Die Koblenzer Staustufe: Im Bild zu sehen sind (von links) das Kraftwerk und die drei Teile des Wehrs mit dem jeweiligen Wehrfeld und der Walze, die es verschließt. Die drei Wehrfelder müssen instand gesetzt werden. Los geht es mit dem neben dem Kraftwerk liegenden. Dieses ist zwar im Bild links zu sehen, betrachtet man es aber in Fließrichtung der Mosel, ist es das rechte.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserem Redakteur Ingo Schneider

Die Staustufe besteht neben dem Kraftwerk und der Schleusenanlage vor allem aus drei Wehrfeldern, abgeteilt durch die Pfeiler. Die Wehrfelder können mit schweren Walzen verschlossen werden, die an Ketten herabgelassen oder hochgezogen werden. Damit kann der Wasserstand oberhalb der Anlage geregelt werden. Und genau diese Wehrfelder sind in Koblenz zum Problem geworden. Sie weisen gravierende Schäden auf und müssen saniert werden.

So sieht das rechte Wehrfeld aus, wenn es trockengelegt ist. Bei Bohrarbeiten im Vorfeld der jetzt anstehenden Maßnahmen wurden der Beton und der Baugrund genau untersucht.
So sieht das rechte Wehrfeld aus, wenn es trockengelegt ist. Bei Bohrarbeiten im Vorfeld der jetzt anstehenden Maßnahmen wurden der Beton und der Baugrund genau untersucht.

Den Anfang macht das rechte Wehrfeld, flussabwärts gesehen, also das gleich neben dem Kraftwerk. Die Arbeiten beginnen im April und sollen rechtzeitig vor dem nächsten Winter abgeschlossen sein – bis November, hofft Günther Werner, Leiter des Koblenzer Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA). Die Baukosten sollen rund 4 Millionen Euro betragen. In den kommenden Jahren folgen dann die weiteren Wehrfelder, kündigt Werner im Gespräch mit der RZ an. Ab April 2016 ist das mittlere dran, ab April 2017 dann das linke. Der Bau soll auch jeweils bis zum Winter abgeschlossen sein.

Schäden am Boden der Wehrfelder, an der Wehrsohle, waren festgestellt worden. Daraufhin wurde die gesamte Anlage genau geprüft. Der Bau des Wehrs war 1941 begonnen worden, berichtet Werner. Ab 1944 ruhte er. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage fertig gebaut. Die Qualität des Betons war nicht gut, der Verbund des Betons zum darunter liegenden Felsen ebenfalls nicht. Und über die Jahre hat das Wasser seinen Weg gesucht und gefunden. Das Ergebnis, wie es bei der Kontrolle festgestellt wurde: Die Verbindung des Betons der Wehrsohle zum Untergrund und die Verankerung sind nicht mehr ausreichend belastbar. "Dadurch besteht die Gefahr, dass sich Teile des Wehrbodens lösen und die Walzenverschlüsse unterströmt werden." In derzeitigem Zustand sei es nicht mehr möglich, das Wehr planmäßig trockenzulegen – und damit sind dann auch keine Unterhaltungsarbeiten an den Walzen mehr möglich. Einfacher gesagt: Das Wehr ist nicht mehr dicht. "Kritisch", nennt Werner den Zustand. Alle Wehrböden müssen erneuert werden.

Für die anstehenden Arbeiten muss zunächst das betroffene Wehrfeld trockengelegt werden. Dafür, so Werner, werden Spundwände eingezogen, die mit Kies gefüllt werden. Dann wird die alte Sohle herausgebrochen und eine völlig neue mit Verankerung in den Fels eingebaut. Und: Für mehr Standfestigkeit werden die Wehrpfeiler verlängert.

Warum das Ganze vor allem im Frühling und Sommer passiert? Weil dann die Gefahr großer Hochwasser in unseren Breitengraden geringer ist. Bei einem solchen könnte es sich schon bemerkbar machen, wenn ein Teil des Wehrs dicht ist. Und deshalb werden auch die drei Teile nur nacheinander und nicht etwa gleichzeitig abgearbeitet.

Auswirkungen auf die Schifffahrt soll die Baustelle nicht haben, betont Günther Werner. Die Schleuse sei ganz normal in Betrieb. Und auch der Wasserspiegel bleibe wie sonst auch. Die Baustelle selbst wird allerdings eine anspruchsvolle Sache, weil alle Arbeiten vom Schiff aus laufen müssen – angefangen beim Abbruch von Beton und Fels.

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