40.000
Aus unserem Archiv

Countdown und Live-Ticker: Die Evakuierung in Koblenz

45.000 Menschen wurden evakuiert, die Stadt war im Ausnahmezustand. Nach dem Fund mehrerer Bomben im Rhein musste während der Entschärfung fast die Hälfte der Bevölkerung ihre Häuser verlassen. Die Rhein-Zeitung dokumentiert den Fortgang der Arbeiten in einem ständig aktualisierten Live-Ticker.

Entschärfung gelückt: Horst Lenz, Leiter des Kampfmittelräumdienstes, kurz nach der Entwarnung im Mittelpunkt des Medieninteresses, fotografiert mit einem Handy. Über Twitter kam der Vorschlag, Koblenz jetzt KobLENZ zu schreiben...
Entschärfung gelückt: Horst Lenz, Leiter des Kampfmittelräumdienstes, kurz nach der Entwarnung im Mittelpunkt des Medieninteresses, fotografiert mit einem Handy. Über Twitter kam der Vorschlag, Koblenz jetzt KobLENZ zu schreiben...
Foto: Denise Hülpüsch

18.20 Uhr: Wir beenden den Ticker jetzt – und arbeiten noch daran, dass Spannendste und Wichtigste in der Printausgabe zu präsentieren.

17.44 Uhr: In vielen Hausern in der City brennt noch kein Licht. Viele Bewohner machen sich offenbar keinen Stress mit ihrer Heimkehr. Auf den Straßen sind noch viele Einsatzfahrzeuge zu sehen – zum Teil auf dem Heimweg, zum Teil zum Transport von Kranken.

17.14 Uhr: Diese Auskunft der Koblenzer Polizei überrascht jetzt nicht: "Wenn man von der Bombe absieht, war das der ruhigste Tag seit langem."

17.11 Uhr: Verkehr stadteinwärts rollt offenbar ohne Probleme.

17.01 Uhr: Zwischen der Entschärfung der Luftmine und der Fliegerbombe lag doch etwa eine Dreiviertelstunde. Die Entschärfung der Fliegerbombe, bei der die Experten Komplikationen befürchtet hatten, gestaltete sich weniger problematisch als erwartet: Nachdem die Zünder gereinigt waren, ging alles relativ schnell. Dafür ist jetzt die Arbeit noch nicht beendet: Die Sprengkörper werden nun auf ein Schiff verladen. Am Koblenzer Hafen nehmen Lkw die nun ungefährliche Fracht auf und bringen sie ins zentrale Zwischenlager für Fundmunition.

Sonntag, 16.52 Uhr: Horst Lenz ist immer noch umlagert. Gerade ist ihm ein Handy gereicht worden – Kurt Beck will gratulieren. Lenz erzählt danach, dass er heute ganz normal aufgestanden sei, kein besonderer Tag. "Ich hätte fast noch verpennt."

Sonntag, 16.41 Uhr: Entschärfer Horst Lenz gerade im Live-Stream auf die Frage, ob er ein Held ist: ""Ich habe meine Arbeit getan, sonst nichts. Wenn, dann sind hier alle Helden." (Die Verbindung ist schlecht, deshalb bricht die Übertragung oft ab.)

Sonntag, 16.32 Uhr: Die Evakuierung ist aufgehoben.

Sonntag, 16.26 Uhr: Der Knall war weithin zu hören. Jetzt ist auch das Nebelfass gesprengt. Die Luftmessungen müssen jetzt noch abgewartet werden. Dann können die Koblenzer wieder nach Hause.

Sonntag, 16.23 Uhr: In vier Minuten knallt es, sagt die Feuwehr. Dann wird das Fass gesprengt.

Sonntag, 15.56 Uhr: Die Busse bereiten sich auf den Rücktransport vor. Und wir auf eine Live-Übertragung von der Evakuierungsstelle. Wenn auch wegen des Nebelfasses Entwarnung gegeben worden ist, werden die Journalisten zu den Hauptpersonen gebracht: Dem Team des Kampfmittelräumdienstes, in deren Händen heute das Schicksal von Koblenz gelegen hat.

Sonntag, 15.56 Uhr: Interessant, womit sich die Menschen die Zeit vertreiben: In der Notunterkunft in der Weißer Gasse hat eine 84-Jährige die Zeit genutzt, um Topflappen zu häkeln. Außerdem haben viele das Gesellschaftsspiel wieder entdeckt.

Sonntag, 15.55 Uhr: Die Feuerwehr wird jetzt schon näher an das Nebelfass gebracht, damit es nach der Sprengung schnell geht mit den notwendigen Luftmessungen.

Sonntag, 15.49 Uhr: Wenn es gleich knallt, dann ist das dass Nebelfass. Und noch mal die Bitte: Die Rückreise erst antreten, wenn die Eavkuierung offiziell beendet wird. Wir informieren darüber hier.

Sonntag, 15.48 Uhr: Fliegerbombe und Luftmine sind entschärft. Gleich wird das Fass gesprengt.

Sonntag, 15.47 Uhr: Im Moment ist noch immer Warten angesagt. Vom Kampfmittelräumdienst gibt es nichts Neues. Die Evakuierung lief reibungslos, Bilder davon gibt es hier. Eigentlich war die Entschärfung für 15 Uhr angesetzt, konnte dann aber fast eineinhalb Stunden früher beginnen.

Sonntag, 15.35 Uhr: Zu Erinnerung sei noch mal gesagt: Einen Knall soll es heute auf jeden Fall geben – nämlich dann, wenn das Nebelfass gesprengt wird, nach der Entschärfung der Luftmine und der Fliegerbombe. Ein neuen Stand gibt es derzeit noch nicht. Wie die Abläufe aussehen sollen, lesen Sie hier.

Sonntag, 15.30 Uhr: Im Stadtteil Ehrenbreitstein am äußersten Rand der Sperrzone stehen ebenso wie auf dem Rittersturz oberhalb von Koblenz Menschen mit Ferngläsern. Was sie vor allem sehen: das helle Licht des bereits eingeschalteten Speziallichts an der Entschärfungsstelle. Neue Nachrichten von dort gibt es noch nicht.

Sonntag, 15.13 Uhr: Die Evakuierten aus Altenheimen und Krankenhäusern werden in der großen Mehrzahl heute wieder zurückreisen – jedenfalls wenn die Entschärfung erfolgreich ist. 300 Fahrzeuge stehen bereit, um 650 Personen zu tranpsortieren. Intensivpatienten sollen spätestens morgen zurückverlegt werden.

Sonntag, 15.08 Uhr: Für eine Facebook-Party hat die Evakuierung nicht getaugt. Zwei entsprechende Gruppen, „größte Evakuierung in der Geschichte von Koblenz" und „Evacuation Day“, haben jeweils wenige Zusagen erhalten… Aktuelle Infos gibt’s dort auch nicht – also lieber Fan werden von www.facebook.com/rheinzeitung ;-)

Sonntag, 14.56 Uhr: Es wird übrigens nicht nur ein Endergebnis nach beiden Entschärfungen und der Fass-Sprengung geben. Nach jeder Entschärfung soll es einen Zwischenstand über den Kampfmittelräumdienst geben. Im Moment gibt es aber noch nichts Neues.

Auch auf Dunkelheit eingestellt.  Extrem helles Licht verbreitet diese Lampe (Archivbild) an der  Entschärfungsstelle.
Auch auf Dunkelheit eingestellt. Extrem helles Licht verbreitet diese Lampe (Archivbild) an der Entschärfungsstelle.
Foto: Denise Hülpüsch

Sonntag, 14.51 Uhr: Wie groß das Interesse an allen Informationen rund um die Entschärfung ist, zeigt ein Blick auf die Statistik: Allein die Zugriffszahlen auf diesen Liveticker liegen inzwischen im sechsstelligen Bereich.

Sonntag, 14.44 Uhr: Die Evakuierung lief deutlich besser, als erwartet. Nur vier Türen mussten geöffnet werden. In drei Wohnungen hatten Zeitschaltuhren den Anschein erweckt, es sei noch jemand drin. In einer Wohnung trafen die Helfer eine demente Frau an, die sie mitnahmen. Kompliment an die Koblenzer von den Einsatzkräften!

Sonntag, 14.34 Uhr: Und immer noch ist Warten angesagt. Noch nichts Neues von der Entschärfung.

Sonntag, 14.20 Uhr: Einen eigenartigen Humor hat doch so mancher. Gerade eben wurde eben über Twitter angefragt, ob man den Knall gehört habe. Lustig fand das eigentlich kaum jemand.

Sonntag, 14.19 Uhr: Die Nebelfässer, die zuletzt überall aufgetaucht sind, fallen übrigens eigentlich gar nicht in den Zuständigkeitsbereich des Kampfmittelräumdienstes. Es seien keine Kampfmittel im eigentlichen Sinne, sondern "nur" eine chemische Gefahr, wie der Leiter Horst Lenz unserer Zeitung erklärte. Da Sprengen aber der beste Weg sei, sie unschädlich zu machen, kommen Lenz und Kollegen letztlich doch zum Einsatz.

Sonntag, 14.10 Uhr: Angespannte Erwartung in der Einsatzzentrale. Im Moment gibt es nicht Neues von der Entschärfung. Auch die Einsatzkräfte können jetzt nur noch warten, wie es beim Kampfmittelräumdienst läuft.

Sonntag, 14.04 Uhr: Insgesamt gab es heute 520 Krankentransporte, 320 aus Altenheimen, 200 aus Privatwohnungen.

Sonntag, 13.56 Uhr: Noch mal ein wichtiger Hinweis: Auch wenn die einzelnen Entschärfungsmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen sind, ist die Sperrung noch nicht wieder aufgehoben. Es gibt nach der doppelten Entschärfung und der Sprengung des Nebelfasses noch Luftmessungen. Die Rückreise sollten alle Betroffenen erst antreten, wenn die Nachricht kommt, dass die Evakuierung offiziell aufgehoben wurde.

So viele Rettungsfahrzeuge auf einen Blick sieht man wohl selten.
So viele Rettungsfahrzeuge auf einen Blick sieht man wohl selten.
Foto: THW Mainz

Sonntag, 13.50 Uhr: Bei den Kontrollen des Evakuierungsgebiets gab es am Morgen Aufregung um eine Vermisste. Für die war ein Rettungstransport organisiert, sie wurde dann aber nicht angetroffen – und auch in der Wohnung nicht gefunden. Die Auflösung: Sie war schon anderweitig mitgenommen worden.

Sonntag, 13.41 Uhr: Die Hoffnung, dass der Tag kürzer werden könnte, als befürchtet steigt. So soll der Ablauf ab jetzt aussehen. Bereits seit 12.41 Uhr ruht der Bahnverkehr, und auch die Schifffahrt muss komplett pausieren.

Sonntag, 13.37 Uhr: Die Reihenfolge läuft wie dargestellt: Fliegerbombe und Luftmine, dann wird das Nebelfass gesprengt.

Sonntag, 13.37 Uhr: Die Entschärfung beginnt.

Sonntag, 13.24 Uhr: Auch die letzten Vorbereitungen an den Bomben sind erst jetzt möglich, seit das Evakuierungsgebiet frei ist.

Sonntag, 13.21 Uhr: Das Gebiet ist jetzt doch schon geräumt, die Einsatzleitung hat grünes Licht für den Kampfmittelräumdienst gegeben. Jetzt werden die Bomben für die Entschärfung vorbereitet.

Sonntag, 13.08 Uhr: Außer der Drohne war auch noch ein Ultraleichtflugzeug in der Luft – alle bisherigen Infos dazu in diesem Text.

Sonntag, 13.08 Uhr: Die Presseagentur dpa meldet, dass die Entschärfung wahrscheinlich früher beginnen kann. Die Feuerwehr sagte aber gerade noch im Gespräch mit unserer Zeitung, dass voraussichtlich alles planmäßig beginnen wird, also um 15 Uhr. Wäre ja schön, wenn alles früher gut vorbei wäre...

Sonntag, 12.57 Uhr: Auch in der Clemens-Brentano-Realschule ist der große Andrang ausgeblieben. 1500 Menschen finden in der Notunterkunft Platz, etwa 150 sind gekommen.

Sonntag, 12.48 Uhr: Auch für die Einsatzkräfte wird das ein langer Tag. Am Wöllershof in der Innenstadt, dort, wo sonst der Verkehr pulsiert hat die Polizei gerade ihr Mittagessen aus der Pizzaschachtel mitten auf der Kreuzung beendet.

Sonntag, 12.41 Uhr. Die Presse muss jetzt auch raus. Grünes Licht für den Einsatz des Kampfmittelräumdienstes gibt nachher die technische Einsatzleitung, bei der alle Fäden zusammenlaufen.

Sonntag, 12.38 Uhr: Die Evakuierung und Kontrolle des Gebiets läuft gut. Mehr als die Hälfte der Sperrzone ist bereits überprüft und freigegeben, berichtet Manfred Morschhäuser, Pressepsrecher der Koblenzer Feuerwehr. "Die Bürger arbeiten gut mit." Derzeit geht man davon aus, dass die Entschärfung wie geplant gegen 15 Uhr beginnen kann.

Sonntag, 12.27 Uhr: Die Stimmung unter den Wenigen, die sich in der Notunterkunft der Berufsbildenden Schule einegfunden haben, ist entspannt. Die Menschen spielen, unterhalten sich, lesen und trinken Kaffee.

Sonntag, 12.25 Uhr: Die Polizei bestätigt unserer Zeitung, dass die unbemannte Drohne aus der Luft ist. Es gibt auch schon einen Verdacht, wer hinter der Aktion steht. Weitere Infos folgen zeitnah hier.

Sonntag, 12.20 Uhr: Insgesamt sind heute rund 2500 Einsatzkräfte in und um Koblenz unterwegs. Den größten Anteil stellt die Feuerwehr mit 700. Das Ordnungsamt ist mit 100 Mitarbeitern unterwegs, es kommen 70 Freiwillige aus der Stadtverwaltung. Im Bereich des Sanitätsdienstes sind 400 für Betreuung und 600 für Transport eingesetzt. Die Polizei stellt 400 Beamte, das THW 120, die Bundeswehr 25. Hinzukommen 100 Helfer von Bahn, Kevag, EVM, dem Gefängnis und den Schlüsseldiensen.

Sonntag, 12.09 Uhr: Für ihren Scherz mit dem "Feldversuch für ein autofreies Koblenz" beim Internetdienst Twitter haben sich die Grünen mittlerweile entschuldigt.

Sonntag, 12.06 Uhr: Eine Zwischenbilanz am Beispiel einer Unterkunft: In der Koblenzer BBS sind derzeit 134 Menschen und sechs Hunde untergekommen. Shuttle-Busfahrer hatten heute morgen auch schon gemeldet, dass sie zum Teil fast leer gefahren sind.

Sonntag, 12.03 Uhr: Offizielle Bestätigung für einen Eindruck, der sich aufdrängte: Die Auffanglager werden sehr schlecht angenommen. 12.000 Plätze gab es in den Notunterkünften, 500 Menschen sind dort. Die Einsatzleitung wertet es positiv: "Zeigt doch, dass die Leute genügend Sozialkontakte haben und bei anderen Menschen untergekommen sind."

Sonntag, 11.43 Uhr: Ein Café im Entenpfuhl in der Altstadt hat eine gute Idee, was man mit "überschüssigem" Kaffee noch machen: Er wird kostenlos an Helfer und Rettungskräfte verteilt.

Sonntag, 11.42 Uhr: Brunchen zur Bombenentschärfung? Nach Eindruck der RZ-Reporterin ist das kein Renner. Auch in den Gaststätten der Altstadt ist wenig los.

Sonntag, 11.33 Uhr: RZ-Reporterin meldet eine "gespenstisch leere Altstadt". Auch auf der B9 ist so gut wie kein Verkehr stadteinwärts zu sehen.

Sonntag, 11.25 Uhr: Das Wetter hat die Sache für die Helfer und Betroffenen nicht eben besser gemacht. Aber: Auf die Entschärfung wird es keine größeren Auswirkungen haben. Alle Einzelheiten dazu lesen Sie hier.

Sonntag, 11.12 Uhr: Die Koblenzer Grünen verkaufen die aktuelle Lage auf Twitter als "Feldversuch für ein autofreies Koblenz" – und ernten für den Scherz wenig Beifall.

Sonntag, 10.59 Uhr: Wer auf den Weihnachtsmarkt als "Audsweich-Quartier" gehofft hatte, wurde bereits lange im Vorfeld enttäuscht. Nach Gesprächen zwischen Stadt, Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Veranstalter stand am Ende die Entscheidung, den Markt geschlossen zu halten – auch wenn er nicht im Evakuierungsgebiet liegt. Offizielle Begründung: Es sei zu befürchten, dass viele der betroffenen 45.000 Koblenz dorthin gehen würden. Diesen Besucherandrang, der sich auch auf die Anfahrtswege ausgewirkt hätte, hätte man nicht mehr kontrollieren können. Die Sicherheit der Besucher wäre dann nicht mehr zu gewährleisten gewesen.

Sonntag, 10.55 Uhr: Ein Sprecher des DRK geht davon aus, dass Rettungskräfte und Freiwillige noch mindestens bis 12 Uhr unterwegs sein und Menschen rausbringen werden.

Sonntag, 10.52 Uhr: Auch das gibt es: Im Stadtteil Horchheimer Höhe wartete eine Ehepaar – sie im Rollstuhl – vergblich auf den bestellten Krankentransport. "Wir waren seit drei Uhr wach." Gerade eben haben Hilfsdienste das Paar abgeholt.

Sonntag, 10.52 Uhr: Die Ordnungskräfte in Aufregung: Über Koblenz ist eine Drohne unterwegs – vermutlich, um Bilder von oben zu machen. Nun wird versucht, den Besitzer ausfindig zu machen. Die Drohne darf nicht am Himmel sein.

Sonntag, 10.43 Uhr: Wie läuft die Entschärfung genau ab, was kommt zuerst? Und warum können die Spezialisten erst am Nachmittag loslegen? Weil auf Twitter die Frage aufkam: Hier lesen Sie alle aktuellen Einzelheiten.

Sonntag, 10.35 Uhr: Die Vorbereitungen liegen im Zeitplan. Der Schiffsverkehr stromabwärts ist schon gesperrt.

Sonntag, 10.23 Uhr: Die Straßen sind leer gefegt. Die Häuser sind es aber noch immer nicht. Das Ordnungsamt muss immer noch viele zum Gehen überreden. Die Kontrolle des riesigen Gebiets ist sehr zeitaufwendig. Daher auch die große Zeitspanne vom Evakuierungszeitraum (9 Uhr) bis zum angepeilten Entschärfungstermin (15 Uhr).

Sonntag, 10.21 Uhr: Auf den Straßen sind immer noch viele Rettungswagen unterwegs. Auch der Presse-Tross kommt an die Luftmine nicht mehr heran: Ein Blick von der Pfaffendorfer Brücke aus, mehr ist jetzt nicht mehr möglich.

Sonntag, 10.11 Uhr: Der Evakuierungsshuttle-Service der Kevag ist abgeschlossen – jedenfalls für den Weg raus. Die Busse fahren heute Abend zurück, wenn die Evakuierung aufgehoben ist.

Sonntag, 10.02 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst steckt mitten in den Vorbereitungen. Zu dem Bereich rund um Luftmine, Fliegerbombe und Nebelfass hat jetzt niemand sonst mehr Zugang.

Sonntag, 9.58 Uhr: Was nimmt man eigentlich mit, wenn man evakuiert wird? Empfohlen hat das Ordnungsamt: Medikamente, Baby- und andere Spezialnahrung. Und Lebensmittel – denn in den Notunterkünften wird es die nicht geben. RZ-Reporterin berichtet von unterwegs: Die meisten haben sonst nichts Besonderes eingepackt. Einige haben ihre wichtigsten Papiere dabei. Es gibt aber auch andere Beispiele: Ein Betroffener hat sogar seine Fotoalben mitgenommen.

Sonntag, 9.55 Uhr: In den sieben Notunterkünften bereiten sich die Helfer auf einen langen Tag vor: Gegen 15 Uhr soll die Entschärfung beginnen – Ende offen. 420 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes stehen in den Unterkünften bereit. 30 Notfallseelsorger sind im Einsatz.

Sonntag, 9.49 Uhr: Auch in Koblenz gibt es eine Lindenstraße – und dort geht es im Moment auch im Fernsehen zu: Feuerwehr und ordnungsamt überprüfen gerade, ob wirklich alle Bewohner raus sind.

Sonntag, 9.43 Uhr: Die Kontrolle der Stadt läuft auch aus der Luft. Über Koblenzer kreist der Polizeihubschrauber.

Sonntag, 9.41 Uhr: Gute Nachricht für alle Ordnungskräfte: Es regnet nicht mehr.

Sonntag, 9.40 Uhr: Seit 40 Minuten sollte das Evakuierungsgebiet leer sein. RZ-Reporter meldet: Noch immer verlassen Fußgänger die Zone.

Sonntag, 9.39 Uhr: Richtig viel Arbeit gab es auch heute Morgen wieder am Bürger-Info-Telefon. In den vergangenen Tagen sind dort rund 2500 Anrufe mit Fragen rund um die Evakuierung eingegangen.

Sonntag, 9.35 Uhr: Vom Bombentyp, der jetzt für die groß angelegte Evakuierung verantwortlich sind, waren am 6. November 1944 alleine 130 abgeworden worden. Koblenz wurde im Krieg zu 87 Prozent zerstört. Eindrucksvolle Fotos gibt es hier.

Sonntag, 9.29 Uhr: Laut Einsatzleitung der Polizei läuft bislang alles ohne besondere Vorkomnisse. Die Luftmine am Pfaffendorfer Ufer wird trocken gelegt. Die Pumpen laufen.

Sonntag, 9.25 Uhr: Die Bendorfer Polizei meldet gerade, dass gestern erneut ein Nebelfass gefunden wurde (Nähe Graswerth). Diese Fässer werden offenbar inzwischen Tagesroutine: Die Meldung war die unterste im Polizeibericht. Auswirkungen auf den heutigen Tag wird das nicht haben.

Sonntag, 9.23 Uhr: Die Stadt meldet, dass der letzte Zug den Koblenzer Hauptbahnhof um 8 Uhr verlassen hat. Jetzt hält hier kein Zug mehr.

Sonntag, 9.19 Uhr: Im Moment sind in der Stadt noch einige Menschen unterwegs. Und bislang gehen die Ordnungskräfte damit noch entspannt um.

Sonntag, 9.16 Uhr: Altenheim Hildegard-von-Bingen wird erst um 9.30 Uhr evakuiert. Dann kommen zwei Kevag-Busse für die mobilen Bewohner. Alle anderen sind schon raus.

Sonntag, 9.12 Uhr: Ein riesiges Gebiet muss jetzt von den Ordnungskräften überprüft werden. Betroffen sind große Teile der Altstadt und der Goldgrube, die komplette Innenstadt und südliche Vorstadt, das Oberwerth und große Teile der Karthause, Asterstein, Pfaffendorf, die Pfaffendorfer Höhe, große Teile von Horchheim und die Horchheimer Höhe.

Sonntag, 9.05 Uhr: Busladungen an Journalisten aus ganz Deutschland werden jetzt drei Stunden lang durch ein verwaistes Koblenz gefahren. Die RZ ist dabei und berichtet live.

Sonntag, 9.00 Uhr: Jetzt sollten alles aus dem Evakuierungsgebiet raus sein, jetzt wird kontrolliert.

Sonntag, 8.30 Uhr: Der Bahnhof ist geschlossen. An den Ausfahrstraßen bilden sich vereinzelt Staus. Auf der Hohenzollernstrasse ist so viel Verkehr wie an einem Werktag.

Sonntag, 8.27 Uhr: Mit fünf Busshuttle-Linien werden Tausende Betroffene aus dem Evakuierungsgebiet gebracht – bei strömendem Regen in Koblenz. Insgesamt stehen sieben Notunterkünfte mit Platz für 12.000 Menschen bereit.

Sonntag, 8.10 Uhr: Am Wöllershof beginnen die Vorbereitungen für die Straßensperren. Von 9 Uhr an darf niemand mehr in die Evakuierungszone. Niemand kommt nach Koblenz rein.

Sonntag, 7.50 Uhr: Im Hotel Hohenstaufen am Bahnhof isst der letzte Gast sein Frühstück. Danach kontrolliert das Ordnungsamt, ob das Haus leer ist.

Sonntag, 7.40 Uhr: In der Vorstadt füllen sich langsam die Straßen. Hunde werden Gassi geführt. An vielen Häusern sind die Rolläden schon unten.

Sonntag, 7.30 Uhr: Auf der B 42 ist mehr los, als an einem normalen Sonntag. Viele verlassen mit dem Auto die Stadt. Polizei und Straßenmeisterei, die die Vorbereitungen für die Straßensperren in Ehrenbreitstein treffen, sind aber noch nicht zu sehen.

Sonntag, 7.15 Uhr: Am Altenwohnheim St. Martin stehen die Mitarbeiter zusammen und besprechen noch einmal die Lage. Von 8 Uhr an werden die Bewohner nach Boppard gebracht. Die meisten nehmen's gelassen: Sie freuen sich über die Abwechslung.

Sonntag, 7 Uhr: Wer noch nicht wach ist, ist es spätestens jetzt: Ordnungskräfte rufen die Menschen via Lautsprecher dazu auf, ihre Wohnungen zu verlassen.

Sonntag, 6.15 Uhr: Am Verwaltungszentrum an der Moselufer-Straße bilden sich lange Fahrzeugschlangen: Die Rettungsdienste sammeln sich dort. Später werden sie losziehen und ältere oder kranke Menschen, die liegend oder im Sitzen transportiert werden müssen, aus der Evakuierungszone zu holen. Krankenhäuser und Altenheime wurden weitgehend schon am Freitag und Samstag geräumt: Zwei Kliniken werden am Sonntag zu Geisterhäusern.

Samstag, 20.10 Uhr: Das wird für viele in Koblenz ein ruhiger Abend, eine ruhige Nacht. Wetten, dass ..? – vor allerdings einem mancherorts sicher unruhigen Tag. Falls heute Abend nichts Unerwartetes mehr geschieht, geht es daher morgen früh mit unserer Live-Berichterstattung weiter. Hier auf Rhein-Zeitung.de.

Samstag, 19:50 Uhr: Noch einmal für alle Fälle: Die Stadtverwaltung Koblenz hat eine Telefon-Hotline eingerichtet. Unter +49 261 4040410 und +49 261 4040420 können Bürger Fragen zur Bombenentschärfung stellen oder sich melden, wenn sie Hilfe benötigen. Ein Handzettel der Stadtverwaltung gibt weitere Hilfe (PDF).

Samstag, 19:40 Uhr: Teilweise mussten Patienten mit ansteckenden Krankheiten verlegt werden, und das unter "bundesweiter Beobachtung", wie einer der Helfer sagte. Die Krankenhäuser im Sperrgebiet sind evakuiert.

Samstag, 19:15 Uhr: Ein Blick mehr als sechs Jahrzehnte zurück – die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die nun zu entschärfende Luftmine am 6. November 1944 auf Koblenz geworfen wurde. Es war der Tag des heftigsten Angriffs auf Koblenz. Die Stadt wurde dabei fast vernichtet.

Samstag, 19:00 Uhr: Fahrzeuge der Bundeswehr werden am frühen Morgen in der Evakuierungszone unterwegs sein und die Bevölkerung mit Durchsagen beschallen. Sieben Hochleistungs-Lautsprecherfahrzeuge stehen für den Weckruf bereit.

Samstag, 18:30 Uhr: Während der eigentlichen Arbeiten werden sich alle zehn Fachleute hinter eine rund 50 Meter entfernte Schutzwand in Sicherheit bringen, während sie mit einer Seilwinde versuchen, das Gewinde zu lösen. Eine weitere Fotostrecke zeigt mehr von ihren Arbeiten am Samstag nahe der Bombe im Rhein.

Samstag, 17:40 Uhr: Kleiner Zwischenstand von unserer SMS-Aktion: Mehr als 500 Handynutzer möchten von uns am Sonntag per SMS über die Evakuierung und die Arbeiten zur Entschärfung informiert werden. Wir werden ungefähr sieben SMS dazu verschicken. Unser SMS-Angebot im Detail.

Samstag, 16.32 Uhr: "Die Vorbereitungen laufen nach Plan", sagte ein Sprecher am Samstag. Der Tag zusammengefasst: Banges Warten in Koblenz.

Samstag, 15.45 Uhr: Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 9, der genaue Hergang ist unklar. Es kommt zu längeren Staus im Stadtgebiet. Das bestätigen die Verkehrskarten von Google und Tomtom.

Samstag, 15:00 Uhr: Unser mobiler Reporter Moritz Meyer hat sich am frühen Nachmittag ein Bild von der Lage am Rhein gemacht. Sein Video zeigt: Die Koblenzer gehen "Bombe gucken".

Samstag, 13.30 Uhr: Am Samstag wurde die Bombe im Rhein teilweise freigelegt und tauchte aus dem Wasser auf. Bilder der Webcam des SWR zeigten Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes vor der Bombe. Die Arbeiten gehen voran.

Samstag, 12.44 Uhr: Sanitätskräfte evakuieren das Stiftungsklinikum in Koblenz. Am Mittag sagte ein Sprecher der Feuerwehr: "Alles läuft bisher gut." Zwei Kliniken werden am Sonntag zu Geisterhäusern.

Samstag, 12.20 Uhr: Das Medieninteresse ist groß, die Rhein-Zeitung hat für Leser aus dem Ausland englischsprachige Informationen zusammengestellt.

Samstag, 10:30 Uhr: Viele Hauptverkehrsachsen in Koblenz sind am Sonntag von der Evakuierung betroffen, zahlreiche Straßen werden gesperrt. Die Straßensperrungen im Einzelnen.

Samstag, 9:30 Uhr: Rund 2500 Helfer sind mittlerweile in Koblenz eingetroffen. „Der Pumpen-Test läuft zufriedenstellend“, sagte Thomas Weckop vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen. Zunächst testweise wurde das Wasser rund um die 1,8-Tonnen-Bombe abgepumpt, 350 riesige "Taschen" (Big Bags) bilden einen Damm. Die Bombe kann nur entschärft werden, wenn sie im Trockenen liegt.

Samstag, 8:10 Uhr: Das internationale Interesse an der Bombenentschärfung ist immens. Gerade hat sich das schwedische nationale Radio gemeldet, ab 10.45 Uhr erklärt ein Mitarbeiter der Rhein-Zeitung auf Englisch im schwedischen Rundfunk, was in Koblenz geschieht.

Freitag, 23.30 Uhr: Eine Webcam des SWR, die auf die 1,8-Tonnen-Bombe gerichtet ist, wird bereits vor den eigentlichen Arbeiten abgeschaltet. Der SWR möchte sich nicht des Verdachts der Sensationshascherei aussetzen.

Freitag, 22.43 Uhr: Weil Leser fragten: Unser SMS-Dienst am Sonntag wird aus voraussichtlich sieben SMS bestehen. Wir stehen dazu den ganzen Tag über im direkten Kontakt mit den Einsatzkräften. Wichtig: Es werden drei Bomben entschärft, und auch danach gilt noch nicht Entwarnung. Erst müssen noch Messungen erfolgen. Unser SMS-Dienst hält Sie darüber auf dem Laufenden.

Freitag, 22.30 Uhr: Es ist die größte Evakuierung wegen einer Bombenentschärfung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Fakten von dpa zu dem Einsatz:

  • rund 45 000 Bewohner müssen ihre Häuser verlassen
  • etwa 200 Häftlinge werden aus einem Gefängnis verlegt
  • 12.000 Plätze in sieben Betreuungsstellen stehen bereit
  • sieben Altenheime mit 350 Bewohnern werden geräumt
  • 180 Patienten aus zwei Krankenhäusern werden verlegt
  • aus Privathaushalten werden 130 pflegebedürftige Menschen abgeholt
  • eingesetzt werden 45 Rettungswagen und 117 Krankentransportwagen
  • insgesamt sind rund 2500 Einsatzkräfte mit dabei, darunter 700 Feuerwehrleute, 400 Polizisten, mehr als 400 Helfer des Sanitätsdienstes, 100 Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie 400 Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW)

Freitag, 19:30 Uhr: Unsere Fotostrecke zeigt die Aufnahmen des Tages am Ufer des Rheins in Pfaffendorf. Der größte der drei Sprengkörper wird mit jeweils eine Tonne schweren "Big Bags" umzingelt, damit die Tellermine trockengelegt werden kann. Bilder vom Rhein in Koblenz am Freitag.

Freitag, 19:00 Uhr: Muss ich wirklich raus? Ab wann muss ich das Gebiet verlassen haben? Und wo kann ich hin? Diese Fragen und noch mehr beantwortet unsere große Übersicht aller wichtigen Details zur Evakuierung.

Freitag, 18:34 Uhr: Drei Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs werden am Sonntag entschärft. Doch die gefährlichste ist nicht die 1,8-Tonnen-Bombe, sondern die kleinere Fliegerbombe.

  • Zusammenstellung: Ingo Schneider, Marcus Schwarze, Angela Kauer, Lars Wienand in Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren RZ-Kollegen und dpa

Panorama
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

epaper-startseite
Wetter
Montag

11°C - 19°C
Dienstag

6°C - 15°C
Mittwoch

5°C - 12°C
Donnerstag

4°C - 11°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
Bildergalerie: Fotos unserer Leser
Kaiser Wilhelm und Seilbahngondel bei Sonnenuntergang. Die Aufnahme machte Thorsten Kolb aus Zirl im Spätsommer bei Sonnenuntergang an der B42 in Ehrenbreitstein.

Mit der Kamera an Rhein und Mosel unterwegs: Hier zeigen wir die schönsten Fotos unserer Leser. Zusenden per E-Mail.

Serie: Koblenzer Stadtgeschichte
Koblenzer Stadt-Geschichten

Redakteur Reinhard Kallenbach greift historische Begebenheiten der Stadt auf