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    Beim ersten Pflegestammtisch in Koblenz über Missstände in der Pflegegesetzgebung diskutiert

    Warum eigentlich werden Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, schlechter entlohnt als Pflegeheime und Pflegedienste? Wie kann man mehr junge Leute für den Pflegeberuf begeistern? Vor allem um solche Fragen kreiste der erste Koblenzer Pflegestammtisch.

    Großer Andrang herrschte beim ersten "Pflegestammtisch".
    Großer Andrang herrschte beim ersten "Pflegestammtisch".
    Foto: Annette Hoppen

    Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

    Warum eigentlich werden Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, schlechter entlohnt als Pflegeheime und Pflegedienste? Und: Weshalb werden Demenzkranke bei Pflegeleistungen schlechtergestellt als Menschen mit einem körperlichen Gebrechen? Wie kann man wieder mehr junge Leute für den Pflegeberuf begeistern? Oder: Kann man Pflegegeld auch erhalten, wenn man im Ausland lebt? Vor allem um diese Fragen kreiste der erste Koblenzer Pflegestammtisch, zu dem Sozialstaatssekretär David Langner in die Koblenzer Brauerei eingeladen hatte.

    Vertreter von Wohlfahrtsverbänden waren zu diesem ebenso in großer Anzahl erschienen wie Experten zahlreicher Behörden und Institutionen, die mit dem Thema Pflege in Berührung kommen - vom Sozialamt bis zum medizinischen Dienst der Krankenkassen. Kompetente Ansprechpartner standen also zuhauf bereit. Doch deren Antworten auf die Fragestellungen von Betroffenen - zumeist Menschen, die Angehöre pflegen - halfen nicht in allen Fällen richtig weiter. Das lag allerdings weniger am mangelnden Fachwissen, sondern eher an den gesetzlichen Rahmenbedingungen.

    Und die sehen momentan so aus, dass zum Beispiel der Grad der Pflegebedürftigkeit vornehmlich an körperlichen Handicaps ausgemacht wird, wie Bernhard Scholten vom Mainzer Sozialministerium bedauerte. Allerdings: Bei der derzeit laufenden Pflegereform werde auch der Pflegebedürftigkeitsbegriff novelliert. "In die Bewertung der Pflegebedürftigkeit sollen künftig verstärkt auch Alltagskompetenzen einfließen", betonte Scholten. Gleiches gilt für die Entlohnung von Pflegeleistungen. "Die SPD-Länder fordern schon lange die gleiche Sachleistung für alle", erklärte Scholten weiter. Auch dies soll sich in einer Reform der Pflegegesetzgebung niederschlagen.

    Zur Frage des Nachwuchsmangels in den Pflegeberufen bezog Staatssekretär Langner Stellung, indem er auf das von seinem Ministerium angestoßene Projekt einer "Pflegekammer" verwies. Nach dem Vorbild der Ärztekammern soll auch eine Kammer für Pflegeberufe etabliert werden. Einige Ziele einer solchen Kammer: Die Professionalisierung und Weiterentwicklung der Pflegeberufe soll von den Akteuren in diesem Berufsfeld mitgestalten. Vor allem aber, so die Hoffnung Langners, fördere die Pflegekammer das Image des Berufsstandes und die gesellschaftliche Wertschätzung.

    Unterdessen wurde aus dem Publikum Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung laut, die indirekt den Fachkräftemangel auch im Pflegesektor fördere. Wenn heute bis zu 90 Prozent der Realschulabsolventen ein Abitur anstreben würden, weil die Bildungspolitik den jungen Leuten "vorgaukle", dass dies jeder erreichen könne, dann müsse man sich über den Pflegenotstand nicht wundern, so eine Fachfrau aus dem Pflegesektor.

    Was die Pflege im Ausland betrifft: Wer der Heimat Lebewohl sagt, hat dennoch Anrecht auf Pflegegeld. Denn das Pflegegeld ist eine Leistung, die ins Ausland transferierbar ist, informierten die Experten.

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