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Koblenz

Bäderkonzept für die Stadt liegt endlich vor

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass die Hiobsbotschaft verkündet wurde: Das Stadtbad in der Weißer Gasse ist so marode, dass es nach der Sommerpause nicht wieder öffnen kann. Daran hat sich in der Zwischenzeit nicht viel geändert: Auch nach dieser Freibadsaison werden sich Bürger, Vereine und Schüler wieder im Beatus- und im Unibad drängen.

Seit einem Jahr steht fest: Das Stadtbad in der Weißer Gasse kann nicht länger betrieben werden. Doch wie geht es nun weiter? Ob Koblenz ein neues Hallenbad baut – ob mit oder ohne Investor an der Seite -, wird nach der Sommerpause auf der Tagesordnung stehen.
Seit einem Jahr steht fest: Das Stadtbad in der Weißer Gasse kann nicht länger betrieben werden. Doch wie geht es nun weiter? Ob Koblenz ein neues Hallenbad baut – ob mit oder ohne Investor an der Seite -, wird nach der Sommerpause auf der Tagesordnung stehen.
Foto: Stadt Koblenz

Doch nach der Sommerpause könnte zumindest Bewegung in die Sache geraten. Denn mittlerweile liegen sowohl ein weiteres Gutachten zum Rückbau des alten Bades als auch das lang erwartete Bäderkonzept vor, teilt Rüdiger Sonntag, Leiter des Sport- und Bäderamts, auf Anfrage der RZ mit. Zu welchen Ergebnissen die Gutachter gekommen sind, sagt Sonntag nicht – nach der Sommerpause müssten sich zunächst der Stadtvorstand und die Gremien damit beschäftigen. Sonntag geht aber davon aus, dass das Stadtbad spätestens am 31. Oktober Thema im Rat sein wird.

Bis dahin stehen weiterhin zwei Fragen im Raum: Warum wurde das alte Stadtbad immer noch nicht abgerissen? Und: Bekommt die Stadt ein neues Hallenbad? Dass in der Weißer Gasse noch keine Abrissbirne in Sicht ist, verwundert zunächst. Anfang November hieß es noch: Das Gebäude müsse unverzüglich rückgebaut werden, die Schwimmhalle sei einsturzgefährdet. Der Rat stimmte dem Abriss zu – doch es tat sich nichts. Im März hieß es dann, dass die Planung in vollem Gange ist. Das Hochbauamt hatte derweil ein weiteres externes Gutachten in Auftrag gegeben, von dem sich die Stadt Auskunft verspricht, wie lange das Bad doch noch stehen bleiben kann, wenn das Becken nicht mit Wasser gefüllt ist. Dahinter dürfte die Hoffnung stecken, dass ein eventueller Investor den Abriss übernehmen könnte. Die Kosten werden auf 1,13 Millionen Euro geschätzt.

Im Bäderkonzept, das nun ebenfalls vorliegt, geht es unter anderem um mögliche Betreibermodelle, die Finanzierung, Nachfragepotenzial und Konkurrenzsituation. Zu dem Schluss, zu dem die Gutachter gekommen sind, sagt Sonntag lediglich: "Es gab 2008 schon mal ein Gutachten zur Bäderlandschaft. Dramatisch viel wird sich am Ergebnis nicht geändert haben." Damals kam heraus, dass es definitiv Bedarf für ein Bad in Koblenz gibt, und zwar für ein "Familien- und Wohlfühlbad", also weniger für eine schicke Therme, ein Spaßbad oder Ähnliches.

Die Unterschiede zwischen einem PPP-Modell (Public Private Partnership), bei dem die Stadt und ein privater Investor kooperieren, und einem Bauprojekt, das die Stadt in Eigenregie stemmt, wurden als nicht sehr groß erachtet. Und so entschied der Stadtrat im Mai 2010, dass die Stadt im Falle eines Neubaus das Projekt selbst übernehmen soll. Bei einer kürzlichen Markterkundung hat ohnehin kein Investor ein konkretes Angebot gemacht, auch wenn viele regelmäßig bei der Stadt nach dem aktuellen Sachstand fragen. Klar ist aber, so Sonntag: "Keiner baut uns ein Schwimmbad, ohne dass sich die Stadt beteiligt."

Geändert hat sich seit dem Gutachten von 2008 allerdings die Finanzlage der Stadt: Mittlerweile gibt es einen Eckwertebeschluss, der neue Investitionen verbietet. Die Stadtspitze hat sich bislang auch äußerst bedeckt gehalten zu dem Thema, lediglich Kulturdezernent Detlef Knopp sagte kürzlich in einem Interview mit der RZ zum Thema Stadtbad: "Auch das wird unsere Ausgaben im freiwilligen Leistungsbereich erhöhen, aber ein Oberzentrum braucht nun einmal ein Hallenbad." Letztlich wird es also eine politische Entscheidung sein: Macht Koblenz für ein Hallenbad neue Schulden oder nicht? Dabei wird auch die ADD ein Wörtchen mitzureden haben.

Stephanie Mersmann

Koblenz
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