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Koblenz

Ausfahrt Remstecken: Kreisel ist keine Lösung

Blick nach links: frei. Blick nach rechts: Da kommt einer. Blick nach links: Etliche Autos hintereinander. Links, rechts, links, rechts: Bis die Ausfahrt vom Parkplatz am Remstecken auf die Hunsrückhöhenstraße Richtung Koblenz wirklich gefahrlos möglich ist, können leicht einige Minuten vergehen.

Vom Parkplatz am Remstecken aus auf die Hunsrückhöhenstraße Richtung Koblenz abzubiegen, ist manchmal ein Geduldsspiel. Immer mal wieder kommt deshalb der Vorschlag, hier einen Kreisel zu bauen. Doch die Bundesstraße ist ein zu wichtiger Zubringer zur Autobahn.
Vom Parkplatz am Remstecken aus auf die Hunsrückhöhenstraße Richtung Koblenz abzubiegen, ist manchmal ein Geduldsspiel. Immer mal wieder kommt deshalb der Vorschlag, hier einen Kreisel zu bauen. Doch die Bundesstraße ist ein zu wichtiger Zubringer zur Autobahn.
Foto: Sascha Ditscher

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Und immer wieder gibt es auch Unfälle an dieser Stelle, so die Polizei. Und zwar sowohl beim Herausfahren als auch beim Einbiegen auf den Parkplatz – dann nämlich, wenn die nachfolgenden Wagen keinen genügend großen Sicherheitsabstand einhalten.

Vier Unfälle mit drei Leichtverletzten gab es im Jahr 2013. 2012 waren es drei Unfälle, 2011 und 2010 jeweils fünf. Dabei hatte man im Jahr 2010 schon ein paar Maßnahmen ergriffen, die zur Verbesserung der Sicherheit beitragen sollten. "Nach einem Ortstermin zusammen mit der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Koblenz im Jahr 2010 wurden Fahrbahnmarkierungen verlegt und erneuert", so Werner Zorn, Leiter der Polizeiinspektion 1. Durch Einrichtung einer separaten Rechtsabbiegerspur für die Zufahrt zum Parkplatz Remstecken wurde außerdem erreicht, dass der Geradeausverkehr in Richtung Waldesch weiter nach links verschoben ist und somit dem Ausfahrenden vom Parkplatz mehr Platz zum "Hineintasten" bleibt.

Die Geschwindigkeit derer, die auf der Bundesstraße unterwegs sind, ist für diejenigen, die aus dem Parkplatz herauswollen, schwer einzuschätzen. Um sie zu reduzieren, wurde die von der Karthause kommende Spur, die früher erst viel weiter oben auf die Hauptspur gelenkt wurde, verändert, erklärt Werner Oster, Planungschef des Landesbetriebs Mobilität in Cochem, der für den Bereich zuständig ist. Seit einiger Zeit gilt hier außerdem Tempo 70. Das wird auch regelmäßig kontrolliert: Bei 24 Kontrollen im vergangenen Jahr wurden 1554 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt, so Werner Zorn. Das klinge zwar viel, aber während der durchgeführten Kontrollen haben immerhin rund 27 000 Fahrzeuge die Messstellen passiert. Und: Die meisten von den Schnellen waren nur ein wenig zu schnell. Drei Fahrer rasten allerdings mit Geschwindigkeiten zwischen 119 und 125 km/h auf der Hunsrückhöhenstraße.

Einen Kreisel zu bauen, wie es immer mal wieder gefordert wird, das sei keine Lösung, sagt Werner Oster vom Landesbetrieb Mobilität. Ausreichend Platz wäre zwar vorhanden. "Aber den Verkehrsfluss einer solchen viel befahrenen Straße will man nicht stören. Immerhin sind hier täglich rund 14 000 Fahrzeuge unterwegs." Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Bundesstraße wird von 9000 Fahrzeugen am Tag befahren.

Aber spricht nicht gerade dieses Argument für einen Kreisel? "Nicht für die paar Fahrzeuge, die von einem Wanderparkplatz kommen", sagt Oster. Wenn eine andere Straße mit ihrerseits ein paar Tausend Fahrzeugen am Tag auf die Bundesstraße treffen würde, wäre es eine andere Situation. Aber so sei die Hunsrückhöhenstraße ein viel zu wichtiger Zubringer zur Autobahn, als dass man den Durchlauf stören dürfe. Im Gegenteil: Für die Zukunft arbeiten die Planer gerade an einer Lösung, bei der die Straße durchgehend bis Waldesch insgesamt dreispurig ausgebaut werden könnte. Genaue Pläne liegen noch nicht vor, man steht erst ganz am Anfang. "Denkbar ist dann aber auch, dass nicht mehr jede Möglichkeit des Abbiegens besteht", sagt Werner Oster.

Schon jetzt ist eigentlich gewünscht, dass Autofahrer, die später wieder Richtung Koblenz fahren, auf der anderen Seite der Bundesstraße parken und über die Brücke gehen. Dann müssen sie beim Einbiegen auf den Parkplatz nur den Geradeausverkehr beachten, beim Rausfahren können sie rechts abbiegen. "Das ist ja viel sicherer."

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