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    Koblenz

    Auch für Dr. Li kam das Ende überraschend

    Personalie 2: Ärztin musste Räume im MVZ zum Jahresende räumen

    Dr. Li Li hat am Medizinischen Versorgungszentrum in Koblenz das Institut für Integrierte Medizin aufgebaut. Doch seit Jahresende ist damit Schluss.
    Dr. Li Li hat am Medizinischen Versorgungszentrum in Koblenz das Institut für Integrierte Medizin aufgebaut. Doch seit Jahresende ist damit Schluss.
    Foto: Sascha Ditscher

    Im Leben vieler schwerstkranker Patienten kommt der Moment, in dem sie als austherapiert gelten. Und das bedeutet für sie nichts Gutes, es heißt in der Regel: Die „gängigen“ Methoden sind erfolglos geblieben. Für viele von ihnen war in den vergangenen Jahren Dr. Li Li eine letzte Anlaufstelle: Am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Koblenz hat sie das im Sie das Institut für Integrierte Medizin aufgebaut. Mit einer Kombination von Schulmedizin und traditioneller chinesischer Medizin nimmt sich Li dieser Fälle an, mit dem Ziel Verbesserungen und langfristig Lebensqualität wieder herzustellen. Mit intensiver Therapiearbeit und einem sehr engen Arzt-Patienten-Verhältnis. Und mit vielen spürbaren Erfolgen, die Li an den Rückmeldungen ihrer Patienten fest macht – wie auch beispielsweise an einer Patientenbefragung, in der die Befragten ihre vollste Zufriedenheit mit Lis Arbeit zum Ausdruck brachten. Wie positiv ihre Arbeit auch von der Leitung des Klinikums zu früheren Zeiten gesehen wurde, belegen die Zeugnisse, die sie vorlegen kann.

    Doch eine Wende gab es im vergangenen Jahr, wie die Ärztin mit chinesischen Wurzeln berichtet. Li erreichte im Dezember die Altersgrenze von 65. Im Vorfeld sei abgesprochen und in Aussicht gestellt gewesen, dass sie weiter beschäftigt werden sollte. Das sei auch Tenor eines Gesprächs mit dem Medizinischen Geschäftsführer Dr. Moritz Hemicker Anfang Oktober gewesen. Darauf, dass dann doch Ende Dezember Schluss sein sollte, war Li in keiner Weise eingestellt. Ihr Kalender war voll, Termine mit Patienten über Monate standen darin. Und dann kam Ende November ein Schreiben der beiden Geschäftsführer Hemicker und Martin Stein, mit dem diese eine Vertragsverlängerung ablehnten. Darin nehmen beide ausdrücklich Bezug auf einen Schriftwechsel mit Lis Anwalt. Danach seien sie nach einem „anfänglich sehr positiven Eindruck von ihrer Arbeit“ zu dem Schluss gelangt, dass „eine weitere Zusammenarbeit über den Zeitpunkt des regulären Renteneintritts hinaus eher unrealistisch erscheint“.

    Der angesprochene Schriftwechsel sei notwendig geworden, weil entgegen der Ankündigung keine Bestätigung der Geschäftsführung in Bezug auf die Verlängerung gekommen sei, berichtet Anwalt Jürgen Rudolph. Mehrfach hatte dieser nachbohren müssen – bis die beschriebene Antwort kam.

    Für Li ein Schock, zumal sie nicht wusste, wie sie die weitere Patientenversorgung sicherstellen sollte. Eine Nachfolge für sie gebe es nicht. Auch eine Übergangsregelung von vier Monaten, um zumindest dieses Problem zu lösen, sei abgelehnt worden. Zum 31. Dezember habe sie die Klinikräume verlassen müssen. Die Patienten seien dann mit einem Brief vom 27. Dezember vom Klinikum informiert worden, dass Dr. Li ausgeschieden sei und der Behandlungsvertrag daher gekündigt werden müsse. Eine Formulierung, über die sich Li zusätzlich ärgert, weil sie suggeriere, das sei etwa im Einvernehmen mit ihr geschehen. Patienten hätten sie angerufen, sich bei ihr beklagt, warum sie sie nicht vorgewarnt habe.

    Li fühlt sich durch die Art und Weise des Vorgehens ungerecht behandelt, ohne Wertschätzung ihrer Person. Am meisten aber habe sie sich um ihre Patienten gesorgt, die plötzlich ohne Behandlung dastanden – zumal Li völlig unvermittelt keinerlei Behandlungsmöglichkeiten mehr hatte. Das hat sich mittlerweile geändert: Li hat eine Wohnung angemietet, in der sie zunächst provisorisch einen Behandlungsraum hergerichtet hat, die jetzt aber ihre neue Praxis sein wird, in der sie ihr Konzept einer Integrativen Medizin fortsetzen wird.

    Auch im Fall von Dr. Li will sich das Gemeinschaftsklinikum nicht weiter äußern. Nur so viel teilt Unternehmenssprecherin Kerstin Macher auf Anfrage mit: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und nach Abwägung aller Faktoren im Interesse unseres Medizinischen Versorgungszentrums so entschieden.“

    Ingo Schneider

    Koblenz
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