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Vallendar/Region

Anwohner beschweren sich: Laute WHU-Studenten sorgten für zig Polizeieinsätze

Böllerschüsse, stinkende Rauchwolken und lautes Grölen betrunkener junger Menschen. Auch wenn mittlerweile wieder Ruhe in der 8500-Seelen-Stadt eingekehrt ist, die Vorfälle der Großveranstaltung Euromasters am vergangenen Wochenende, die von Studenten der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) organisiert wurde und rund 1200 Studenten von europäischen Eliteuniversitäten für Sport, Geselligkeit und Partys nach Vallendar lockte, hallen ordentlich nach. Immerhin waren vier Polizeiinspektionen aus Bendorf, Koblenz Innenstadt, Metternich und Andernach damit beschäftigt, Beschwerden aus der Bevölkerung nachzugehen. Und sogar die Vallendarer Feuerwehr musste ausrücken.

Das Vallendarer Hafengelände diente ausgelassen feiernden Studenten nur als ein Schauplatz von vielen rund um das WHU-Euromasters.
Das Vallendarer Hafengelände diente ausgelassen feiernden Studenten nur als ein Schauplatz von vielen rund um das WHU-Euromasters.
Foto: privat

Im Vordergrund der Beschwerden, die auch unsere Redaktion erreicht haben, standen jene über massive Ruhestörungen, die über Vallendar hinaus auch in Niederwerth und sogar Urmitz – hier feierten die Studenten in einem angemieteten Zirkuszelt eine Party – für Unmut gesorgt haben. Insbesondere wenn die Teilnehmer zu nachtschlafender Zeit lauthals an Wohnhäusern vorbeizogen. Aber auch die Menge an Müll und leeren Alkoholflaschen, die sich rund um geparkte Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte im Hafenbereich von Vallendar im Laufe des Wochenendes angesammelt hat, stieß Anliegern übel auf. „Erwirbt man sich bei Zahlung der hohen Studiengebühren das Recht zu solch einem schlechten Verhalten?“, ärgerte sich eine RZ-Leserin in ihrem Hinweis an die Redaktion.

Nicht besonders erfreut über die Vorkommnisse zeigt man sich derweil auch bei der zuständigen Polizeiinspektion (PI) Bendorf sowie in der Verbandsgemeindeverwaltung Vallendar. Bereits in der Vergangenheit sind die feiernden Studenten bei dem jährlich stattfindenden Event negativ aufgefallen. Wie Klaus Schönberger von der PI Bendorf auf RZ-Anfrage mitteilt, ist man derzeit noch dabei, die von den vier besagten Inspektionen bearbeiteten Beschwerden zu sammeln. Doch allein die Bendorfer Polizei, so sagt er, musste mehrfach am Wochenende nach Vallendar ausrücken. Wie an Tagen mit Karnevalsumzügen stellt sich die Bendorfer Polizei im Vorfeld auch auf das Euromasters mit mehr Personal ein.

VG-Bürgermeister Fred Pretz kündigte gegenüber unserer Zeitung an, dass man die Kosten für den Feuerwehreinsatz, der durch eine gezündete Rauchbombe rund um den Vallendarer Burgplatz – dem Standort der WHU – ausgelöst wurde, mit den Verantwortlichen abrechnen wird. „Es darf eine gewisse Grenze nicht überschritten werden. Das kann auch nicht im Sinne der WHU sein“, betont Pretz.

Aufseiten der Hochschule für Wirtschaft und Management blickt man zwiegespalten auf das Wochenende zurück. „Es findet einmal im Jahr statt und immer am selben Wochenende. Es tut uns leid, wenn es zu Lärmbelästigungen und Vandalismus gekommen ist – aber es sind Studenten, und sie sind jung“, wirbt WHU-Sprecherin Jennifer Willms für Verständnis. Immerhin hätten die veranstaltenden Studierenden im Vorfeld des Euromasters die Bevölkerung unter anderem im Rahmen eines Infoabends auf die Veranstaltung hingewiesen und für das Wochenende eine Hotline eingerichtet sowie private Security engagiert. „Die Studenten geben sich viel Mühe, um zu deeskalieren“, sagt Willms.

Steffen Löv, Direktor des Bachelorprogramms an der WHU, gesteht gegenüber unserer Zeitung aber auch ein, dass man der studentischen Veranstaltung mit „Magengrummeln“ entgegensieht. Und man freue sich, wenn sie wieder vorbei ist. Dass die Studenten für ihre Partys am Freitag und Samstag in Urmitz ein Zirkuszelt genutzt haben, das keinen Schall isoliert, bezeichnet er als „nicht ideal“. Immerhin war die Veranstaltung aber angemeldet und genehmigt. Was andere Beschwerden rund um Euromasters angeht, tue man als Hochschule aber, was man kann. „Wenn die Beschwerden allgemein gehalten sind, reden wir mit den Organisatoren“, sagt Steffen Löv. Sind es hingegen Beschwerden, die sich konkret auf namentlich bekannte Studenten beziehen, sucht man den direkten Kontakt. „Wir können nur versuchen, das Bewusstsein bei den Studierenden zu schaffen. Wir können aber nicht in die Privatsphäre der Studenten eingreifen“, gibt Löv zu bedenken.

Wie Polizei und VG-Chef gegenüber der RZ berichteten, wird es voraussichtlich in der kommenden Woche – wie in jedem Jahr – eine gemeinsame Nachbetrachtung des Events mit den Organisatoren und der Wirtschaftshochschule geben. „Diese Nachbetrachtung ist jedes Jahr notwendig, auch um eine Vorabentscheidung zu treffen, ob die Veranstaltung wieder stattfinden kann“, erläutert Bürgermeister Pretz.

Von unserem Redakteur Damian Morcinek

Schaden an der neuen Stadt- und Kongresshalle

Die neue Stadt- und Kongresshalle in Vallendar ist zum Opfer von Vandalismus geworden. Zwischen Samstagnacht und Sonntagnachmittag haben Unbekannte Teile der Außenfassade beschädigt. Wie die Polizei auf RZ-Anfrage mitteilt, laufen die Ermittlungen.

An der Außentreppe wurden Teile der Fassade beschädigt. 
An der Außentreppe wurden Teile der Fassade beschädigt. 
Foto: Albrecht Kahl

Die Geschäftsführung der Stadt- und Kongresshalle Vallendar GmbH hat Anzeige erstattet. Ob es einen Zusammenhang mit den Feierlichkeiten von Studenten in Vallendar gibt, ist aber unklar. 

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