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Koblenz

Ampelchaos in Koblenz: Extreme Staus nerven Anlieger

Nina Kugler

Chaos, Huperei, Stau – so beschreiben Anlieger die Situation an der Kreuzung am Friedrich-Ebert-Ring/Löhrstraße, an der schon seit Tagen die Ampel ausgefallen ist. Grund ist ein defektes Steuergerät, das erst neu gebaut werden muss. Bis Freitag müssen sich Autofahrer noch gedulden.

Auch am Donnerstag blieben die Ampeln am Friedrich-Ebert-Ring aus, Teile der Kreuzung wurden gesperrt, weil die Verkehrslage sonst zu unübersichtlich geworden wäre. Anwohner berichten von chaotischen Szenen rund um die Kreuzung in der Koblenzer Innenstadt und von langen Staus.
Auch am Donnerstag blieben die Ampeln am Friedrich-Ebert-Ring aus, Teile der Kreuzung wurden gesperrt, weil die Verkehrslage sonst zu unübersichtlich geworden wäre. Anwohner berichten von chaotischen Szenen rund um die Kreuzung in der Koblenzer Innenstadt und von langen Staus.
Foto: Nina Kugler

Das Sanitätshaus Thönnissen hat eine Filiale direkt an der betroffenen Kreuzung in der Koblenzer Innenstadt. David Baumann, stellvertretender Filialleiter, ärgert sich über das Verkehrschaos vor seiner Ladentür: „Vor allem morgens und abends gibt es hier kein Durchkommen mehr. Da stehen dann die Autos, so weit man sehen kann.“ Immerhin: Es gibt Hoffnung. Am Freitag soll das Dilemma endlich beendet sein – wenn denn die Reparatur gelingt, die komplexer ist, als man als Laie denkt.

Bereits am Dienstagabend ist an dem zentralen Koblenzer Verkehrsknotenpunkt die Ampelanlage ausgefallen. Eigentlich passieren jeden Tag zigtausend Autos die Kreuzung, zumeist auf dem Weg in und durch die Stadt. Nun aber herrscht hier das Durcheinander. Ursache des Defekts ist ein irreparables Steuerungsgerät.

Nachdem es am späten Dienstagnachmittag aufgrund des Ausfalls der Ampelanlage bereits zu langen Staus bis weit ins Industriegebiet gekommen ist, mussten Autofahrer auch am Mittwoch und Donnerstag viel Geduld mitbringen: Rund um die Kreuzung staute es weiterhin extrem.

„Teilweise braucht man jetzt eine halbe Stunde vom Saarkreisel bis zu uns ins Geschäft“, erzählt Baumann – für eine Strecke von rund 600 Metern Luftlinie. Zudem, berichtet er, würden weniger Kunden ins Geschäft kommen, seitdem die Ampeln ausgefallen sind. Und Baumann hat auch eine Erklärung dafür, warum das so ist: „Fußgänger müssen jetzt hier ohne Ampel über die Straße. Und das ist sehr gefährlich.“

Er berichtet, dass zu Anfang die Polizei den Verkehr geregelt hat. Am späten Dienstagabend wurden dann aber Absperrungen auf der Kreuzung errichtet. „Und seitdem habe ich hier keinen Polizisten mehr gesehen“, berichtet Baumann.

Die Polizei verweist auf Anfrage unserer Zeitung darauf, dass Fußgänger den Friedrich-Ebert-Ring an dieser Stelle nicht mehr überqueren dürfen. Mit Absperrbändern wurde das an den Ampeln kenntlich gemacht. Von einem Verkehrschaos will die Koblenzer Polizei zwar nicht sprechen, berichtet aber ebenfalls von langen Staus und auch von vereinzelten Auffahrunfällen am Donnerstag. „Alles im allen war die Situation aber relativ ruhig“, sagt ein Polizeisprecher.

Doch auch wer sich dachte, er lässt an diesen Chaostagen das Auto lieber zu Hause stehen und steigt auf öffentlichen Verkehrsmittel um, kam meist nicht schneller ans Ziel. Einige EVM- und Zickenheiner-Busse mussten wegen den Ampelausfällen umgeleitet werden (siehe Zusatztext). „Es kam zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten“, berichtet EVM-Pressesprecher Marcelo Peerenboom.

Die Linda-Apotheke hat ihre Filiale gegenüber vom Sanitätshaus Thönnissen an der Kreuzung ohne funktionierende Ampeln. Und auch hier ist das Verkehrschaos Gesprächsthema Nummer eins. Die Apothekerin Janina Biebrach hat zwar nicht den Eindruck, dass weniger Kunden zu ihr kommen. „Aber jeder, der hier zur Tür reinkommt, sagt: ‚Zu euch kommt man ja schwer‘“, erzählt sie. Auch sie ärgert sich darüber, dass sich die Reparatur der Ampeln so lange hinzieht. „Ich verstehe nicht, warum das so lang dauert“, sagt sie kopfschüttelnd.

Eine Frage, die sich derzeit wohl viele Koblenzer und Pendler stellen. Thomas Knaak, Pressesprecher der Stadt Koblenz, teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass das Austauschstück für das defekte Steuergerät extra neu gebaut werden muss – es liegt also kein Ersatzgerät einfach so irgendwo bereit. „Hinzu kommt, dass die signaltechnische Planung und die Programmierung des Steuergeräts wieder neu vorgenommen werden müssen“, erklärt er weiter.

Knaak ergänzt, dass für die Reparatur der zur Ampel gehörende Schaltschrank ausgetauscht werden muss. Das geschieht an der Ampel selbst. „Es gibt keinen Straßenaufbruch“, entwarnt er. Eine Baustelle und weitere Verzögerungen wird es also nicht geben. Knaak schätzt, dass am heutigen Freitagnachmittag die Ampeln am Friedrich-Bert-Ring wieder rot, gelb und grün leuchten werden – sowohl für Autos als auch für Fußgänger.

Die Karte zeigt die akteulle Verkehrslage in und um Koblenz:

Verkehrslage

  • Fließend
  • Stockend

Von unserer Reporterin Nina Kugler

Busverkehr leidet unter der Sperrung

So lange die Ampel nicht repariert und die Kreuzung teilweise gesperrt ist, gibt es Folgen für den Busverkehr.

So werden EVM-Busse ab Löhr-Center zum Hauptbahnhof über Pfuhlgasse, Viktoriastraße und Hohenzollernstraße umgeleitet. Die Haltestelle „Roonstraße“ kann von den Linien 8, 9, 10, 20 und 301 nicht angefahren werden. Die Busse halten stattdessen an der Haltestelle „Christuskirche“ in der Hohenzollernstraße. Die Linien 1 und 3/13 werden ebenfalls ab Löhr-Center über Pfuhlgasse, Viktoriastraße und Hohenzollernstraße zum Hauptbahnhof geführt. Auch Zickenheiner-Linien sind betroffen. Stadteinwärts Richtung Hauptbahnhof entfallen die Haltestellen „Löhr-Center“ und „Roonstraße“. Ersatzhaltestellen befinden sich am Zentralplatz und an der

Christuskirche. Stadtauswärts Richtung Asterstein werden alle Haltestellen angefahren. Auf der Linie Linie 621/620 in Rtrichtung Emmelshausen entfällt die Haltestelle „Roonstraße“.

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