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    BrodenbachADAC-Motorbootrennen in Brodenbach: Monaco der Mosel lockt die Besucherscharen

    Wo sonst Güterschiffe eher gemächlich über die Mosel fahren, heizen am Samstag und Sonntag PS-schwere Motorboote und Jetskis durch das kühle Nass. Am Ufer tummeln sich rund 10.000 Zuschauer über das Wochenende verteilt – ganz nah dran und mittendrin, so wie beim Formel 1-Rennen in Monaco.

    Ist Brodenbach das Monaco der Mosel? Wenn es nach Michael Saueressig geht, dann gibt es daran keinen Zweifel – zumindest einmal im Jahr. An diesem Wochenende, 20. und 21. Mai, ist es wieder soweit, denn dann findet zum 46. Mal auf der Mosel vor Brodenbach das ADAC-Motorbootrennen statt.

    Auch wenn der Vergleich mit dem Fürstentum hinkt, die Verwandlung vom Moselort mit rund 650 Einwohnern hin zum Zuschauermagneten verlangt Michael Saueressig als Vorsitzendem der Arbeitsgemeinschaft Motorbootrennen und seinen Mitstreitern einiges an harter Arbeit ab – teilweise schon Monate im Voraus. „Sechs bis acht Wochen nach der Vorjahresveranstaltung gibt es eine Nachbesprechung. Das ist dann schon wieder die Auftaktveranstaltung für das kommende Jahr“, erklärt Saueressig. Ab Dezember geht dann der Großteil der Arbeit erst richtig los und dauert bis zum Rennwochenende.

    Mit den Rennen beginnt dann allerdings auch die heiße Phase für Brodenbach, wie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, die größtenteils aus Mitgliedern der Feuerwehr, des Musikvereins und der Ortsgemeinde besteht, findet: „Das Wochenende ist Stress für den ganzen Ort. Dann prasseln schließlich mehr als 10.000 Zuschauer und Teilnehmer auf das Dorf ein.“ Trotz der großen Besucherschar lassen sich die Brodenbacher nicht aus dem Konzept bringen und packen mit an, wo es nur geht. Insgesamt sind rund 90 freiwillige Helfer, die meisten davon aus der Moselgemeinde, an beiden Renntagen im Einsatz. „Es ist einfach fantastisch, wie mit dem Stress umgegangen wird. Die Motorbootrennen sind immer ein Highlight für den Ort. Alles hilft mit, ist auf den Beinen und packt mit an“, lobt Saueressig die Dorfbevölkerung. Es sind aus seiner Sicht nur wenige, die nichts mit dem Motorspektakel auf der Mosel zu tun haben wollen und an dem Wochenende wegfahren.

    Die, die bleiben, fühlen sich von der Faszination angezogen, die das Rennen in Brodenbach Jahr für Jahr zum Besuchermagneten macht. Doch worin liegt das besondere der Brodenbacher Rennen? „Rennsport auf dem Wasser ist eher selten im Fernsehen zu sehen. Es sind immer wieder neue Eindrücke für die Besucher“, erklärt Saueressig. Während bei vergleichbaren Rennen häufig auf Gewässern außerhalb von Städten und Gemeinden gefahren wird, sind die Besucher und Fahrer an der Mosel mittendrin im Geschehen. Das Fahrerlager ist beispielsweise für alle frei zugänglich, sodass den Teams beim Schrauben, Tüfteln und Taktieren über die Schulter geschaut werden kann.

    Nicht zuletzt deswegen ist das Rennen in Brodenbach auch bei den Aktiven beliebt, wie das Anmeldeaufkommen zeigt: Insgesamt werden nach Angaben des ADAC Mittelrhein 78 Motorboot- und Jetskifahrer in diesem Jahr um Meisterschaftspunkte und Pokale fahren – so viele wie noch nie in der 46-jährigen Geschichte des Rennens auf der Mosel. Die Fahrer nehmen teilweise Strecken von bis zu 3000 Kilometern auf sich, um teilzunehmen. Bei der 2017er-Auflage sind unter anderem Starter aus Frankreich, Lettland, Italien und Litauen dabei.

    Ein stetig größer werdendes Teilnehmerfeld bedeutet allerdings auch ein Platzproblem, wie Michael Saueressig sagt: „Wir sind mittlerweile bei einer Teilnehmerzahl angelangt, bei der wir sagen, dass wir mehr Boote nicht mehr zulassen können.“ Nicht nur die Platzprobleme spielen hierbei eine Rolle, sondern auch der Sicherheitsaspekt. Die Startanlage wurde in diesem Jahr beispielsweise verlängert, damit die Starter mehr Platz haben, was für mehr Sicherheit im Startbereich des 1600 Meter langen Rundkurses sorgen soll. Nach einem tödlichen Motorbootunfall bei einem Rennen in Traben-Trarbach im Oktober 2016 wurden auch die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen noch einmal überprüft. Eine Konsequenz: Es kommen mehr Uferbegrenzungsbojen zum Einsatz, die den Fahrern zur Orientierung dienen.

    Die Veranstaltung beginnt am Samstag um 9 Uhr mit dem freien Training und am Sonntag um 10 Uhr mit dem Warm-up. Höhepunkte werden die Rennen zur internationalen deutschen Meisterschaft der Formel 2 sein. Parken können die Zuschauer auch in diesem Jahr entlang der gesperrten Bundesstraße 49.

    Weitere Infos sowie ein Zeitplan sind im Internet unter www. motorsport-mittelrhein.de zu finden. 

    Von unserem Reporter Andreas Egenolf

    Sperrung der Bundesstraße 49 und Halteverbot gilt es zu beachten

    Des einen Freud ist des anderen Leid – das gilt auch in diesem Jahr wieder für das Motorbootrennen in Brodenbach. Während die Motorsportfans am Moselufer auf ihre Kosten kommen, müssen sich Verkehrsteilnehmer auf Behinderungen einstellen.

    Die Bundesstraße 49 wird zwischen der Einmündung zur Landesstraße 206 (in Richtung Emmelshausen) und der Moselbrücke (Löf/Alken) von Freitag, 19. Mai, ab 20 Uhr bis voraussichtlich Sonntag, 21. Mai, 22 Uhr, gesperrt. Eine Umleitung ist in dieser Zeit über die Bundesstraße 416 (Brücken Alken und Treis-Karden) eingerichtet. 

    Die Zufahrt aus Richtung Cochem und Treis-Karden zu den Ortsteilen Ehrenburgertal und dem Jahrsberger Hof sowie die Zufahrten zur L 206 in Richtung Emmelshausen sind frei.

    Die Buslinie 301 wird außerdem umgeleitet. Die regulären Busse der Linie 301 fahren zu den üblichen Zeiten zwischen Koblenz-Hauptbahnhof und der Moselbrücke Löf/Alken. Zwischen Burgen und der Moselbrücke verkehrt ein Kleinbus, der in Brodenbach über die Rhein-Mosel-Straße am Veranstaltungsbereich vorbeigeleitet wird. Im Bereich der Moselbrücke Löf/Alken kann zwischen dem Kleinbus und dem regulären Bus der Linie 301 umgestiegen werden.

    Da die Rhein-Mosel-Straße als Verbindungsstraße für den Anliegerverkehr und für die Rettungsfahrzeuge während der Bundesstraßensperrung benötigt wird, gilt hier ein absolutes Halteverbot. Die hier beziehungsweise von der Vollsperrung der Bundesstraße am Moselufer betroffenen Anlieger erhalten einen Anwohnerparkausweis für den kostenfreien Parkplatz an der Heilig-Kreuz-Kirche in der Salzwiese. Die Parkausweise aus dem Vorjahr sind weiterhin gültig.

    Die Parkausweise können unter 02605/2384 angefordert werden. 

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