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    Koblenz

    Über 30 Mäuse getötet: Ex-Soldatin in Koblenz zu Geldstrafe verurteilt

    Kurz vor ihrer bestialischen Tat, als sie die 33 lebenden Mäuse gerade zum Sterben auf ein Brett geklebt hatten, tranken sie noch ein Gläschen Wein. Dann schritten die beiden Ex-Bundeswehr-Soldaten zur Tat.

    Die toten Tiere warfen sie in den Müll, den Film wollten sie für 100.000 Euro an einen Mann mit sexuellem Fußfetisch verkaufen. Die Frau (29) und der Mann (33) verübten die Tat 2010, als sie von einem Afghanistaneinsatz zurückgekehrt waren. Tatort war die Wohnung der Frau, die damals in Koblenz wohnte, heute aber in Niedersachsen lebt.

    Jetzt standen beide wegen Tierquälerei vor dem Amtsgericht Koblenz. Sie legten ein Geständnis ab und entschuldigten sich. Sie schieden inzwischen aus der Bundeswehr aus. Bereits im Januar kam es erstmals zum Prozess. Er wurde abgebrochen, damit ein Psychiater die beiden untersuchen konnte. Warum töteten sie die Tiere? Richterin Anke van den Bosch resümierte, dass das Verfahren diese Frage nicht klar beantworten konnte. Der Psychiater lieferte zumindest Erklärungsansätze. Sein Bericht: Der Mann und die Frau waren in Afghanistan nicht an Kämpfen beteiligt, kamen aber ständig mit dem Tod in Kontakt. Wenn sie hörten, dass Kameraden gefallen waren. Oder wenn die Frau zum Beispiel Afghaninnen auf Sprengstoff abtasten musste.

    Nach dem Kriegseinsatz wurden beide psychisch krank, lebten isoliert, kamen mit dem Alltag nicht klar und waren krank geschrieben, so der Psychiater. Er verließ seine Wohnung nicht mehr. Sie litt an Weinkrämpfen und Panikattacken. Laut dem Psychiater waren beide bei der Tat vermindert schuldfähig. Sie verübten sie unter anderem, weil sie durch den Krieg depressiv wurden. Im Prozess wurde Kritik an der Bundeswehr laut. Die Anwälte der Angeklagten und der Psychiater bemängelten, dass die Frau und der Mann falsch behandelt wurden.

    So kam es zur Tat: Ein Mann kontaktierte die Frau im Internet. Er hat eine perverse Vorliebe für „Animal Crushing“ (Tier-Zerquetschen) und empfindet sexuelle Lust, wenn Tiere qualvoll sterben. Er bot ihr 100.000 Euro, wenn sie die Mäuse zertritt – und ihm davon einen Film zuschickt. Dies tat sie, erhielt aber kein Geld, weil er mit der Filmqualität unzufrieden war.

    Die Richterin verurteilte die Frau zu 6000 Euro Geldstrafe (120 Tagessätze), den Mann zu 3000 Euro (60 Tagessätze). Doch sie müssen sie nur bezahlen, wenn sie in zwei Jahren Bewährungszeit erneut eine Straftat verüben. Sie gelten als nicht vorbestraft, jeder muss lediglich 1500 Euro an den Tierschutzverein Koblenz zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

    Hartmut Wagner

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