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    Birkheim

    Zerstört Windkraft den Hunsrück?

    Der Hunsrück wird durch die Verspargelung von Windrädern landschaftlich kaputt gemacht. Das sagt Bernhard Münnig, Ortsbürgermeister der kleinen Vorderhunsrückgemeinde.

    Windräder (wie hier bei Kisselbach) gehören auf dem Hunsrück zum gewohnten Bild. Ihre Zahl wird sich noch deutlich erhöhen.
    Windräder (wie hier bei Kisselbach) gehören auf dem Hunsrück zum gewohnten Bild. Ihre Zahl wird sich noch deutlich erhöhen.
    Foto: Werner Dupuis

    Birkheim - Der Hunsrück wird durch die Verspargelung von Windrädern landschaftlich kaputt gemacht. Das sagt Bernhard Münnig, Ortsbürgermeister der kleinen Vorderhunsrückgemeinde.

    Was ihn dabei wurmt, ist die Tatsache, dass die Volksvertreter hilflos mit ansehen, wie der schönen Mittelgebirgslandschaft nach und nach der Garaus gemacht wird.

    Münnig legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht grundsätzlich gegen die Nutzung der Windenergie ist. Hier und da ein paar Windräder – das habe über Jahre niemand als störend empfunden. Auch an landschaftsschonenden Windparks hätte niemand etwas auszusetzen. Jetzt aber sei das Ganze eskaliert. Der Orts-Chef nennt zwei Zahlen, die für sich sprechen: Zurzeit drehen sich etwa 90 Windräder über Rhein-Hunsrücker Areal. Etwa 300 Anträge auf Errichtung von Windenergieanlagen liegen der Kreisverwaltung zur Genehmigung vor. Selbst wenn nicht alle genehmigt würden, könne sich jeder vorstellen, wie der Hunsrück in einigen Jahren aussieht: „Er ist landschaftlich tot. Kein Mensch von auswärts wird in diese Spargellandschaft ziehen.“
    Der Birkheimer Bürgermeister pflichtet ausdrücklich dem Gemeinderat von Wiebelsheim bei, der in einem Leserbrief in unserer Zeitung am 6. Januar den Wildwuchs der Windräder auf dem Hunsrück geißelte. Die Wiebelsheimer Kommunalpolitiker sehen in der Untätigkeit der Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald den Hauptgrund für diesen Wildwuchs. Die Steuerung durch die Verbandsgemeinden mit dem Instrument der Flächennutzungspläne funktioniert im Hunsrück nicht, meint der Wiebelsheimer Gemeinderat. Münnig schlägt in die gleiche Kerbe: Ein Raumordnungsplan hätte der Verspargelung Einhalt bieten können. Aber die Verbandsgemeinden könnten gar nicht in der Lage sein, eine ordentliche Raumordnung für den ganzen Hunsrück zu schaffen. In den VG-Räten säßen Bürgermeister und Mitglieder von Gemeinderäten. „Wenn in den Gemeinden nun die große Gier nach dem schnellen und großen Geld aus Windenergieanlagen aufkommt, können diese Ratsmitglieder nicht objektiv ihre Entscheidung treffen“, moniert Münnig.

    Auch die Tatsache, dass für den Bau von Windrädern Tausende Quadratmeter Wald plattgemacht würden, ist Münnig ein Dorn im Auge. Für ihn ist es völlig unverständlich, dass angesichts dieses Kahlschlags der öffentliche Aufschrei ausbleibt. Wenn eine Gemeinde Bäume fällen möchte, werde dies untersagt.

    Die Gemeinde Birkheim gehört ebenso wie die Gemeinden Badenhard, Hausbay, Laudert, Maisborn, Pfalzfeld und Wiebelsheim der Bürgerinitiative „Windradfreie Hunsrückhöhe“ an. Entstanden ist diese Initiative als Protest gegen die geplanten Windräder im Oberweseler Stadtwald und damit im Landschaftsschutzgebiet „Rheintal von Bingen bis Koblenz“. Der Protest ist verhallt. Ein Landschaftsschutzgebiet ist längst kein Hinderungsgrund mehr für Windräder. Sogar noch weitere Windräder sind östlich der A 61 geplant. Münnig appelliert an seine Mitbürger, mitzuhelfen, um dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Schließlich habe der Weltmeister-Kreis beim Wettbewerb für lebenswerte Kommunen 2004 in Kanada gerade auch in der Kategorie „Verbesserung der Landschaft“ die Jury überzeugt.

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