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    VG Kirchberg: 800 Hektar für die Windkraft

    Erneut in die Offenlage geht der Teilplan Windenergie des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde Kirchberg. Der Rat hat jetzt seine vierte Fortschreibung auf den Weg gebracht. Das Thema sollte eigentlich schon erledigt sein, aber größere Änderungen bei den Vorrangflächen machen ein erneutes Beteiligungsverfahren jetzt unabdingbar.

    In Ober Kostenz sind Windräder bereits ein gewohntes Bild. Die VG möchte Vorrangflächen dafür in ihrem Norden bereithalten.
    In Ober Kostenz sind Windräder bereits ein gewohntes Bild. Die VG möchte Vorrangflächen dafür in ihrem Norden bereithalten.
    Foto: Werner Dupuis

    Kirchberg - Erneut in die Offenlage geht der Teilplan Windenergie des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde Kirchberg. Der Rat hat jetzt seine vierte Fortschreibung auf den Weg gebracht. Das Thema sollte eigentlich schon erledigt sein, aber größere Änderungen bei den Vorrangflächen machen ein erneutes Beteiligungsverfahren jetzt unabdingbar.

    „Im Herbst war ich eigentlich noch guter Hoffnung, dass wir heute zum Abschluss kommen“, führte Bürgermeister Harald Rosenbaum in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates aus, „jetzt müssen wir uns damit noch einmal beschäftigen.“ In erster Linie liegt das daran, dass die Wehrbereichsverwaltung künftig auf einen etwa 200 Meter breiten Korridor als militärische Richtfunkstrecke verzichtet. Dieser galt bis vor kurzer Zeit noch als unabdingbar für die Bundeswehr. Nun folgte die Rolle rückwärts: Die Wehrbereichsverwaltung West scheint den Korridor von Hinzerath bis Kastellaun nun doch nicht mehr zu benötigen, wodurch sich deutliche Veränderungen bei den Vorrangflächen ergeben. Weitere Änderungen ergeben sich durch eine neue Kartierung von Naturschutzgebieten sowie neue Bestimmungen beim Lärm- und Sichtschutz. Dadurch erhöht sich die Vorrangfläche für Windkraftanlagen in der Verbandsgemeinde Kirchberg von vorher rund 700 Hektar auf nun 808 Hektar. Das entspricht 5,3 Prozent der Gesamtfläche der VG. Andy Heuser vom Nörtershausener Ingenieurbüro Karst stellte dem Rat zudem seine Würdigungsvorschläge zu den zuvor eingegangenen Stellungnahmen und Einsprüchen vor. Harald Rosenbaum wies erneut darauf hin, dass nun ein offenes Verfahren eingeleitet werde, bei dem betroffene Anlieger Stellung beziehen können.

    Nach dem vorgesehenen Flächennutzungsplan konzentriert sich die Windenergie im Kirchberger Land hauptsächlich auf den Norden der Verbandsgemeinde, und zwar nördlich der B 50 von Kirchberg über Unzenberg, Nieder Kostenz, Kludenbach, Ober Kostenz und Metzenhausen bis Kappel. Im Osten ist die Entwicklung in der Linie Reckershausen, Heinzenbach und Unzenberg begrenzt, der westliche Bereich fällt unter den Bauschutzbereich des Flughafens Hahn, und im Süden sind Windkraftanlagen aus Naturschutzgründen (Vogelflug, Schwarzstorch, Fledermäuse, Roter Milan) nicht möglich.

    Über die weitere Vergrößerung der Vorrangflächen für Windenergie zeigte sich besonders Werner Elsen (FWG) „entsetzt“. Er zog Vergleiche mit der Verbandsgemeinde Rhaunen (eine Fläche mit 63 Hektar) und der verbandsfreien Gemeinde Morbach (insgesamt 14 Windräder). „Unsere Nachbarn können sich glücklich schätzen. Ich dagegen bin traurig, wenn ich sehe, wie man bei uns die Landschaft missbraucht. Der Hunsrück wird ein einziger großer Windpark.“

    Der Bündnisgrüne Hans Dunger plädierte dafür, dass die Gemeinden selbst über die Aufstellung von Windanlagen bestimmen sollten. „Wir vereiteln sonst zahlreichen Dörfern ihre Einnahmechance. Die einen dürfen, die anderen nicht – damit bin ich nicht einverstanden“, kritisierte er. Werner Klockner erinnerte dagegen an den geplanten Solidarpakt. „Wir müssen uns unserer Verantwortung bewusst sein. Wenn eine Gemeinde mehr Geld hat, sollten wir nicht neidisch sein, sondern uns darüber freuen.“ Wolfgang Hübner (FDP) forderte ein Ende der Diskussion: „Ideologisch haben wir uns bereits ausgetauscht, das Finale kommt noch.“

    Bei drei Gegenstimmen votierte der Verbandsgemeinderat letztlich für ein erneutes Beteiligungsverfahren und damit die Offenlage der Fortschreibung.

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