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VG Emmelshausen wettert gegen Schulleiter der IGS Kastellaun

Kastellaun/Emmelshausen – Heftige Kritik übt der Verbandsgemeinderat Emmelshausen am Schulleiter der IGS Kastellaun. Der Vorwurf: Norbert Becker soll gezielt und absprachewidrig in den Grundschulen der Verbandsgemeinde Emmelshausen um neue Schüler geworben haben. „Warum tut man das, wenn man weiß, dass dies dazu beiträgt, Kastellauner Kinder an ihrer wohnortnahen Schule ablehnen zu müssen? Nur um auf Gedeih und Verderb möglichst viele Viertklässler mit Gymnasialempfehlung abfischen zu können?“, wettert CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Fischer.

Der Schulleiter der IGS Kastellaun, Norbert Becker, steht in der Kritik: In der Verbandsgemeinde Emmelshausen werden immer mehr Stimmen laut, die ihm absprachewidriges und rücksichtsloses Verhalten vorwerfen, wenn es um das Anwerben neuer Schülern geht.
Der Schulleiter der IGS Kastellaun, Norbert Becker, steht in der Kritik: In der Verbandsgemeinde Emmelshausen werden immer mehr Stimmen laut, die ihm absprachewidriges und rücksichtsloses Verhalten vorwerfen, wenn es um das Anwerben neuer Schülern geht.
Foto: Werner Dupuis

Kastellaun/Emmelshausen – Heftige Kritik übt der Verbandsgemeinderat Emmelshausen am Schulleiter der IGS Kastellaun. Der Vorwurf: Norbert Becker soll gezielt und absprachewidrig in den Grundschulen der Verbandsgemeinde Emmelshausen um neue Schüler geworben haben. „Warum tut man das, wenn man weiß, dass dies dazu beiträgt, Kastellauner Kinder an ihrer wohnortnahen Schule ablehnen zu müssen? Nur um auf Gedeih und Verderb möglichst viele Viertklässler mit Gymnasialempfehlung abfischen zu können?“, wettert CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Fischer.

Mindestens 20 Kinder aus der VG Emmelshausen besuchen ab dem kommenden Schuljahr die IGS Kastellaun – und hinterlassen eine Lücke an der IGS Emmelshausen. Die Realität spricht eine klare Sprache: Während die IGS Kastellaun erwartungsgemäß auch in diesem Jahr deutlich mehr Anmeldungen als freie Plätze für angehende Fünftklässler verzeichnet, sucht die IGS Emmelshausen händeringend nach neuen Schülern. Für die insgesamt 120 freien Plätze in der Klassenstufe 5 haben sich bis vor zwei Wochen gerade mal 75 Kinder angemeldet. „Damit kämen nur drei Klassen zustande. Vierzügig wäre aber besser“, zeigte sich Peter Unkel, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Emmelshausen, bei der damaligen Ratssitzung sichtlich besorgt.

Ausgerechnet in einer ohnehin angespannten Situation „Werbung in den benachbarten Verbandsgemeinden zu machen, das ist unkollegial. Da muss eingeschritten werden“, schimpfte Peter Unkel in Richtung des Kastellauner IGS-Leiters. Solche Worte bringen Norbert Becker jedoch nicht aus der Ruhe. Er stellt klar: „Wir sind eine Kreisschule, die allen Kindern im Kreis offen steht.“ Trotzdem habe die IGS Kastellaun ihre „Werbeveranstaltungen reduziert“. So habe die IGS Kastellaun entgegen der Gewohnheit nicht an der Grundschule Pfalzfeld, die in der VG Emmelshausen gelegen ist, um neue Fünftklässler geworben. „Als es die IGS Emmelshausen noch nicht gab, sind die Kinder aus Lingerhahn und Kisselbach zur IGS nach Kastellaun gekommen. Das ist auch heute noch so“, erklärt Becker. Er berichtet, dass seitens der IGS Kastellaun an den Grundschulen in Kastellaun, Beltheim und Simmern Werbeveranstaltungen erfolgten.

Bürgermeister Unkel brachte seine Verärgerung über das Vorgehen von Schulleiter Becker zum Ausdruck: „Zwei Tage vor der Zeugnisausgabe hat er an die Grundschulen benachbarter Verbandsgemeinden die Einladungen zum Tag der offenen Tür an der IGS Kastellaun verschickt.“ Dem entgegnet Becker: „Das stimmt. Für diese Einladungen haben wir einen großen Verteiler. Ein Tag der offenen Tür wirkt sich jedoch kaum auf die Anmeldungen aus. Das hat andere Gründe.“ Die Kritik aus der VG Emmelshausen will Becker nicht weiter kommentieren. Nur so viel: „Das ist nichts Neues.“ Michael Trefzer, Schulleiter der IGS Emmelshausen, will sich erst gar nicht an dieser Diskussion beteiligen. Er sagt: „Inzwischen liegen uns 95 Anmeldungen für das fünfte Schuljahr vor. Die Vierzügigkeit ist also nicht mehr in Gefahr.“

Weiterhin unklar bleibt, ob es eine Absprache zwischen dem Kastellauner Schulleiter Norbert Becker und seinem Emmelshausener Kollegen Michael Trefzer im Beisein der Schulaufsicht (ADD) und dem Schulträger gegeben hat, wonach Becker versprochen haben soll, nicht in benachbarten Verbandsgemeinden um Schüler zu werben. Nach Informationen unserer Zeitung ist Beckers Vorgehen ein Mittelding zwischen Recht und Absprache. „Grundsätzlich ist es ungeschickt und unglücklich, in benachbarten Verbandsgemeinden um Schüler zu werben“, brachte es Michael Maurer von der SPD-Fraktion auf den Punkt. eck

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