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Kisselbach

Turbulente Komödie erntet viel Applaus

Gisela Wagner

In Kisselbach wurde am Wochenende wieder Theater gespielt. Auf dem Programm stand die Komödie in drei Akten mit dem Titel „Ab durch die Mitte“ von Markus Winzer.

Die „Chaos Theatergruppe Kisselbach“ hatte mit ihrem rasanten Stück die Lacher auf ihrer Seite und wurde vom Publikum dafür gefeiert.  Foto: Gisela Wagner
Die „Chaos Theatergruppe Kisselbach“ hatte mit ihrem rasanten Stück die Lacher auf ihrer Seite und wurde vom Publikum dafür gefeiert.
Foto: Gisela Wagner

Damit hatte die „Chaos Theatergruppe Kisselbach“ unter der Regie von Simone Wald wieder voll ins Schwarze getroffen, denn was auf der Bühne gezeigt wurde, gefiel dem Publikum äußerst gut. Es durfte viel gelacht werden, das Stück war spannend und heiter zugleich. Nach der Begrüßung durch Tanja Wendling konnte es gleich losgehen und unmittelbar befand man sich mitten im Wald.

Das Bühnenbild suggeriert die idyllische Waldszene perfekt, knorrige Äste liegen herum, Bäume stehen in Reih und Glied, es gibt einen Hochsitz, Vögel zwitschern und es herrscht ein herrliche Stille. Doch die währt nicht lange und es wird munter im Wald. Die Freundinnen Karla (Simone Wald), Susi (Alexandra Korb), Meike (Selina Wald) und Maria (Lena Gödert) sind auf einem Selbstfindungstrip, damit wollen sie ihr Karma auffrischen. Ganz nach den Lehren des Dalai Lama ist für sie der Weg das Ziel.

Doch alles ist viel schwieriger als geplant. Die vier Frauen allein im Wald sind etwas überfordert. Der Survival-Trip wird zur Horrorwanderung, damit ist sogar die taffe Polizistin Karla, die zur „Leitkuh“ auserkoren wurde, heillos überfordert. Müde von der Wildnis suchen die vier Frauen, deren Charakter unterschiedlicher nicht sein könnte, ein wellnesstaugliches Plätzchen zum Übernachten. Maria jammert in den allerhöchsten Tönen, sie hat große Angst, ihr ist es kalt und außerdem hätte sie gerne einen starken Mann an ihrer Seite. Meike fühlt sich wie Rambos kleine Schwester und Susi braucht eh etwas länger, bis sie alles begreift. Zudem hat Karla nicht wirklich einen Plan von der Wanderstrecke.

Letztendlich stellen sich alle die Frage: „Was macht Frau, wenn sie sich verlaufen hat?“, doch die einzige Antwort, die den Damen dazu einfällt ist: „Einen Mann fragen“. Beim Publikum kommen solche Klischees natürlich besonders gut an, ein spontaner Szenenapplaus ist den Darstellerinnen dafür sicher. Und tatsächlich wird ihr sehnlichster Wunsch erhört, schimpfend und sich über das „Zinnober“ beschwerend, kommt ein Mann ins Spiel. Leider entspricht dieser aber ganz und gar nicht dem Idealbild der Damen, denn er fällt unter die Kategorie „Waldschrat“. Er ist ein Obdachloser, der brummig seine Waldlichtung verteidigt.

Mit einem Trick und falschen Versprechungen wird er die Frauen endlich wieder los. Doch es sind noch mehr Naturfreunde unterwegs. Horst (Hartmut Henrich), Matze (Dietmar Liesenfeld) und Ralf (Lothar Gödert) sind im Gegensatz zu den unbedarften Freundinnen bestens ausgerüstet, zumindest was den Biervorrat angeht, außerdem schleppt Horst einen Schminkkoffer mit, den die Männer im Wald gefunden haben. Neben Schminkutensilien enthält er offenbar Diebesgut, eine große Summe Geld und wertvollen Schmuck. Und schon gehen die Streitigkeiten los. Einer will zur Polizei, der nächste will alles aufteilen oder gar für sich behalten. Zunächst wird das Diebesgut unter einem großen Stein deponiert. Doch – wie könnte es anders sein – die Frauen entdecken den Koffer, tun aber so, als hätten sie ihn nicht gefunden. Und schon geht der Tanz um den heißen Brei los. Ein Katz- und Mausspiel, das seltsame Blüten treibt, beginnt. Als endlich Einigkeit herrscht und die Romantik über die Geldgier siegt, ist der Koffer weg. Ein großes Rätselraten um den Verbleib beginnt. Als ein fein gekleideter Herr auftaucht, wird allen klar, in wessen Hände der Koffer gefallen ist.

Den Waldschrat haben alle erst auf den zweiten Blick erkannt. Das muntere Bühnenspiel erhielt viel Applaus vom Publikum. Die beiden neuen Laiendarsteller Alexandra Korb und Lena Gödert fügten sich wunderbar in die Gruppe ein, ihr Debüt war ein großer Erfolg. Als Souffleuse half Helga Nikolay, um die Maske kümmerten sich Katrin Mank und Trixi Schulz, für das Bühnenbild und die Requisiten war Rona Henrich verantwortlich, für Ton und Technik Markus Rheingantz, für die Organisation Karin Pauli und als Kameramann betätigte sich Lothar Schorn.

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Wagner

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