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    Tag der offenen Tür in der Hunsrück-Kaserne Kastellaun: Auch Panzer sind Zeugen der Zeitgeschichte

    Im Rahmen des 50. Geburtstags der Bundeswehr Garnison Kastellaun und des Tags der offenen Tür in der Hunsrück-Kaserne am Samstag, 27. September, präsentiert der Verein für Militär und Zeitgeschichte Hunsrück eine Auswahl an seltenen Fahrzeugen und bietet die einmalige Gelegenheit zur Fahrt in einem historischen Panzer.

    Für Achim Wagner sind seine Panzer Gegenstände der Zeitgeschichte, die es für kommende Generationen zu bewahren gilt. Alle Fahrzeuge sind top-restauriert, bevor sie dem Publikum präsentiert werden.
    Für Achim Wagner sind seine Panzer Gegenstände der Zeitgeschichte, die es für kommende Generationen zu bewahren gilt. Alle Fahrzeuge sind top-restauriert, bevor sie dem Publikum präsentiert werden.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Reporter Werner Dupuis

    Wolfgang König aus Ohlweiler (links),Karl Laux aus Halsenbach( 3. v. links) und Erwin Kneip aus Gondershausen (4. v. rechts) gehörte zu den ersten Rekruten, die am 1. Juli 1964 ihre Grundausbildung in der neuen Hunsrück-Kaserne begannen. Zum Jubiläum treffen sich die alten Kameraden.
    Wolfgang König aus Ohlweiler (links),Karl Laux aus Halsenbach( 3. v. links) und Erwin Kneip aus Gondershausen (4. v. rechts) gehörte zu den ersten Rekruten, die am 1. Juli 1964 ihre Grundausbildung in der neuen Hunsrück-Kaserne begannen. Zum Jubiläum treffen sich die alten Kameraden.
    Foto: privat

    Wie wenige Landschaften in Deutschland war der Hunsrück bis zum Ende des Kalten Krieges vom Militär geprägt. Strategisch sicher auf der linken Rheinseite gelegen, häuften sich hier neben den Bundeswehr-Kasernen besonders amerikanische Stützpunkte. Dazu gehörte die Pydna bei Hasselbach als Stationierungsort für atomare Mittelstreckenraketen, die US-Airbase Hahn mit atomar bestückten Düsenjägern oder der Bunker Goßberg bei Wüschheim. 30 Meter unter die Erde bauten hier die Amerikaner einen viele Millionen Dollar teuren, atomsicheren Bunker, der als elektronische Leitstelle im Kriegsfall dienen sollte.

    Schon die Nazis bauten zuvor in rund 100 Tagen die Hunsrückhöhenstraße als Nachschubweg für den geplanten Krieg gegen Frankreich. Im Mittelalter sicherten quer über den Hunsrück verstreute Burgen die Territorien. Während die Burgen als Symbol verklärter ritterlicher Romantik touristisch vermarktet werden, finden die Überbleibsel der jüngeren Geschichte wenig Beachtung.

    Werkstatt für ausrangierte Armeefahrzeuge

    Der Verein für Militär- und Zeitgeschichte möchte den Zeitraum zwischen 1900 und 2000 mehr in das Blickfeld richten. Gründer und Vorsitzender ist Achim Wagner aus Hollnich, der dort auch einen Handel, einen Verleih und eine Reparatur- und Restaurierungs-Werkstatt für ausgediente Armeefahrzeuge betreibt.

    In Wagners Fundus befindet sich eine ganze Reihe von Raritäten, die es nur noch in ganz geringen Stückzahlen gibt. Dazu gehören Panzer, deren Kanonen unbrauchbar gemacht wurden,  oder schwere, geländegängige Lkw der Firmen Faun, MAN und Magirus.

    Wagner besitzt die Lizenz zur Vermietung von ehemaligem Kriegsgerät für Film- und Fernsehproduktionen. Ehrgeiziges Ziel seines Vereins ist ein eigenes Museum für Militär- und Zeitgeschichte, möglicherweise im Bereich des ehemaligen Munitionsdepots Rheinböllen.

    Historische Darstellungen sollen detailgetreu sein

    Historische Korrektheit gehört zum Grundprinzip des Oberstleutnants der Reserve. Alle historischen Darstellungen sollen möglichst detailgetreu sein. Dies sei nicht nur bei allen ausgestellten Objekten, sondern auch für das gesamte Umfeld unverzichtbar und gehe damit weit über eine reine Technikschau hinaus. "Unsere Kinder sollen sehen, dass es nicht nur Cyber-Krieg gibt", sagt er.

    Am Samstag können die Besucher eine Geburtstagsrunde durch die Hunsrück-Kaserne mit einem Hotchkiss Schützenpanzer drehen. Das Vehikel stammt aus den Anfangszeiten der Bundeswehr. Gezeigt wird ein kleiner Ausschnitt aus Wagners weltweit einzigartiger Sammlung von VW-Iltis-Geländewagen. Mit einem Spezialtransport wurde eine amerikanische 155-Millimeter-Artillerie-Feldkanone, Baujahr 1943, die eine Reichweite von 22 Kilometern besaß, in die Hunsrück-Kaserne gebracht. Maximal 50 Stück gibt es noch davon. Im Soldatenjargon hatte sie den Namen "Long Tom".

    Mit von der Partie sind auch ein ausgedienter schwerer Bergepanzer, eine 12-Zylinder-Faun-Zugmaschine, die pro 100 Kilometer 100 Liter Diesel schluckt und ein. wie bei allen Exponaten. vorzüglich restaurierter Kässbohrer Tieflader aus den 1950er-Jahren, von dem es nur noch eine Handvoll Exemplare gibt.

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