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    Boppard

    Sesselbahn-Mitarbeiter erhalten Kündigungen

    Sie bietet Touristen traumhafte Ausblicke, doch damit könnte es nun endgültig vorbei sein. Im Ringen um die Zukunft der Bopparder Sesselbahn ist noch keine Einigung in Sicht.

    Sorgt die Bopparder Seilbahn bald nicht mehr für freudige Gesichter bei Einheimischen und Touristen? Diese genießen schon während der Fahrt den tollen Ausblick auf die Rheinschleife und die Stadt Boppard. Doch der Bopparder Sesselbahn droht jetzt das endgültige Aus, weil der Pachtvertrag ausläuft und derzeit immer noch keine Einigung um die Konditionen in Sicht ist.
    Sorgt die Bopparder Seilbahn bald nicht mehr für freudige Gesichter bei Einheimischen und Touristen? Diese genießen schon während der Fahrt den tollen Ausblick auf die Rheinschleife und die Stadt Boppard. Doch der Bopparder Sesselbahn droht jetzt das endgültige Aus, weil der Pachtvertrag ausläuft und derzeit immer noch keine Einigung um die Konditionen in Sicht ist.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Der touristischen Attraktion im Mittelrheintal droht weiter das Aus. Wie unsere Zeitung nun aus Mitarbeiterkreisen erfahren hat, haben sämtliche Mitarbeiter der Bopparder Sesselbahn GmbH Ende Oktober betriebsbedingte Kündigungen erhalten.

    Grund ist, dass der Pachtvertrag für das Grundstück, auf dem sich die Talstation und der dazugehörige Parkplatz befinden, zum Jahreswechsel ausläuft und die Eigentümerin die Pacht offenbar um das Anderthalbfache erhöhen möchte (wir berichteten). „Ich habe mich dazu gezwungen gesehen“, sagt Sesselbahn-Geschäftsführer und Mitgesellschafter Heinz Krautkrämer zu den Kündigungen. Seine Mitarbeiter habe er vorher über diesen Schritt informiert.

    Verhandlungen laufen weiter

    Die Verhandlungen sind noch im Gange, aber zu Details will sich Heinz Krautkrämer, der die Verhandlungen für die Seilbahn GmbH führt und selbst pensionierter Oberstaatsanwalt ist, nicht weiter äußern. Er hatte aber bereits in einem früheren Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt, die Sesselbahn nicht länger betreiben zu können, sollte die Grundstückseigentümerin an ihren jetzigen Forderungen festhalten.

    Neun Vollzeit- und sechs Teilzeitbeschäftigte verlieren dann ihre Arbeitsstellen. Auch die Saisonarbeitskräfte, deren Arbeitsverträge Ende Oktober enden, haben im vergangenen Monat eine gesonderte Kündigung erhalten, wie der Geschäftsführer im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert. Denn sie hätten ansonsten auch einen Anspruch auf Wiederbeschäftigung ab April. Die Kündigungen betreffen aber nicht nur die Saisonarbeiter, sondern auch vier Festangestellte, von denen drei das ganze Jahr durchgehend an der Sesselbahn beschäftigt sind. Einer von ihnen ist der stellvertretende Sesselbahn-Betriebsleiter Kai Neunzehn. Der 37-Jährige hat sich bereits bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend gemeldet. Seit 22 Jahren ist er bei der Sesselbahn beschäftigt. Auch seine Mutter arbeitet dort. „Wie man sich mit einer Kündigung fühlt, kann sich, glaube ich, wohl jeder vorstellen“, sagt der stellvertretende Betriebsleiter. Der 37-Jährige hofft immer noch auf eine gütliche Einigung: „Wir haben schon einige Höhen und Tiefen erlebt“, sagt er. „Der Pachtvertrag läuft noch bis zum 31. Dezember und ich hoffe, dass es bis dahin doch noch ein Einsehen gibt“, sagt er.

    Die verbliebenen Mitarbeiter bereiten nun alles vor, damit die Sesselbahn in den Winterschlaf gehen kann. Denn die Saison ist vorbei. In den nächsten Tagen werden sie die Gondeln abhängen und wissen nicht, ob sie sie im kommenden Jahr wieder montieren dürfen.

    „Wir haben in den letzten Tagen sehr viel Zuspruch erhalten. Es waren auch Gäste aus Koblenz da, die mit um den Erhalt der Koblenzer Seilbahn gekämpft und Unterschriften gesammelt haben. Sie haben uns Mut gemacht“, berichtet Kai Neunzehn.

    Investitionen auf Eis gelegt

    Jetzt, zur Winterpause hin, würden noch Investitionen anstehen, die aber ohne eine gesicherte Zukunft der Sesselbahn nicht getätigt werden. Ein Fachbetrieb müsste das neue Seil um 1,5 bis 2 Meter kürzen. Ein neues Bergegerät müsste angeschafft werden. Sollten sich Grundstückseigentümerin und die Sesselbahnbetreiber nicht über die Pacht einigen können, wäre vielleicht eine andere Möglichkeit, die Talstation in den Weinberg zu verlegen, wie Krautkrämer sagt. „Die Bahn wäre 20 oder 30 Meter kürzer“, so der 77-Jährige. Das ließe sich verkraften. Aber der Aufwand dafür sei immens und topografisch sei ein solches Vorhaben auch sehr schwierig, sagt Krautkrämer, der selbst im Jahr 1954 mit 14 Jahren das erste Mal mit der Bopparder Sesselbahn gefahren ist, als sie eingeweiht wurde. Schon sein Vater und später seine Mutter waren Mitgesellschafter der Sesselbahn.

    Die Grundstückeigentümerin war am Montag für eine kurzfristige Stellungnahme nicht zu erreichen.

    Herrliche Ausblicke auf Rheinschleife und Vierseenblick

    Die Sesselbahn führt von Boppard-Mühltal auf einer Länge von 915 Metern hoch zu traumhaften Ausblicken auf die größte Rheinschleife und den Vierseenblick. Die Bahn überwindet einen Höhenunterschied von 232 Metern und befördert pro Stunde maximal 500 Menschen in jeder Fahrtrichtung. Insgesamt 80 Sessel befinden sich während der Betriebszeiten in ständiger Fahrt. In unmittelbarer Nähe der Bergstation laden zwei Restaurants zum Verweilen ein.

    Von unserer Redakteurin Denise Bergfeld

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