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    Seit 115 Jahren im Einsatz: die Feuerwehr Gemünden

    Seit 115 Jahren – Gründungstag war Sonntag, 25. Oktober 1896 – gibt es die Freiwillige Feuerwehr Gemünden. Aus diesem Anlass offenbart ein Blick in die Chronik manch einen interessanten Bericht. „Bricht in einem Hause Feuer aus, so dürfen die Bewohner, wie unbedeutend dasselbe auch erscheint, nicht heimlich löschen wollen, sondern müssen sogleich Feuer rufen.“ „Der Beigeordnete, Schöffe, oder in dessen Abwesenheit der älteste Beistand, übernimmt so lange, bis der Bürgermeister oder der Königliche Landrath erscheint, die Leitung der Löschanstalten.“ So heißt es wörtlich in den Paragrafen 63 und 73 der Verordnung zur Verhütung von Feuersgefahr und Löschung des Feuers für den Regierungs-Bezirk-Koblenz vom 25. Juni 1842.

    Sichtlich stolz, mit schmucker Uniform, prächtigen Schnurrbärten und bereit für den Einsatz: Diese Aufnahme vom 2. Mai 1902 zeigt die Gemündener Löschmannschaft. Das Bild wurde uns von Robert Jung zur Verfügung gestellt.
    Sichtlich stolz, mit schmucker Uniform, prächtigen Schnurrbärten und bereit für den Einsatz: Diese Aufnahme vom 2. Mai 1902 zeigt die Gemündener Löschmannschaft. Das Bild wurde uns von Robert Jung zur Verfügung gestellt.

    Gemünden - Seit 115 Jahren – Gründungstag war Sonntag, 25. Oktober 1896 – gibt es die Freiwillige Feuerwehr Gemünden. Aus diesem Anlass offenbart ein Blick in die Chronik manch einen interessanten Bericht. „Bricht in einem Hause Feuer aus, so dürfen die Bewohner, wie unbedeutend dasselbe auch erscheint, nicht heimlich löschen wollen, sondern müssen sogleich Feuer rufen.“ „Der Beigeordnete, Schöffe, oder in dessen Abwesenheit der älteste Beistand, übernimmt so lange, bis der Bürgermeister oder der Königliche Landrath erscheint, die Leitung der Löschanstalten.“ So heißt es wörtlich in den Paragrafen 63 und 73 der Verordnung zur Verhütung von Feuersgefahr und Löschung des Feuers für den Regierungs-Bezirk-Koblenz vom 25. Juni 1842.

    Dass solche Regelungen nur mäßigen Erfolg hatten, ist vorstellbar. Die Gemeinden waren mit der Organisation und die Pflichtfeuerwehren waren in der Durchführung des Brandschutzes überfordert. In ihrer Ausgabe vom 2. November 1896 berichtete dann die Hunsrücker Zeitung: „Am Sonntag, den 25. Oktober hat sich hier in Gemünden eine freiwillige Feuerwehr gebildet, welche durch geordnetes Zusammenwirken bei etwaigen Bränden schnelle und sichere Hülfe leisten will.“

    Führer der Wehr war der damalige Amtsbürgermeister Ludwig Braun, der in dieser Angelegenheit die Initiative ergriffen hatte und mit gutem Beispiel voranging. Die gemeindliche Pflichtfeuerwehr bestand weiterhin, und schon drei Jahre später stellte sich dann heraus, dass eine engagierte Freiwillige Feuerwehr die bessere Variante ist. Was war geschehen? Am 16. August 1899 brach in Gemünden ein Brand aus, der sicherlich bei der engen Bebauung, genau wie in vergleichbaren Fällen der damaligen Zeit, in eine Katastrophe gemündet hätte. Hier zeigte die Freiwillige Feuerwehr Gemünden ihr Können.

    Die Zeitung berichtete: „Gemünden, 18. August (Feuersbrunst) Am Mittwoch Nachmittag ist unser Flecken von einem großen Brandunglück heimgesucht worden, dem fünf Häuser, drei Scheunen mit den dazu gehörigen Ställen und die Kuhnsche Tabakfabrik zum Opfer fielen. Eines der gefährlichsten Viertel des Ortes war in Brand geraten. Durch das energische Einschreiten der Löschmannschaften wurde das Postgebäude, das evangelische Pfarrhaus und das Bürgermeistereigebäude vor Schaden bewahrt.“ Die Freiwillige Feuerwehr hatte hierbei Hervorragendes geleistet. Diesem Vorbild ist man dann zunehmend auf dem Hunsrück gefolgt. Seit weit mehr als 100 Jahren hat bürgerliches Engagement zum Gemeinwohl beigetragen und wird es auch hoffentlich künftig tun – getreu dem alten Wahlspruch „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“.

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