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    Schiffe werden am Rhein stark kontrolliert

    Das „Hauptgeschäft“ der Wasserschutzpolizei ist genauso unspektakulär, zeitraubend und wichtig wie das ihrer Kollegen auf der Straße. Denn vor allem kontrollieren die Beamten den Schiffsverkehr. „Und da kann man sich schon vorstellen, allein wegen der Größe eines solchen Schiffs, dass das eine Zeit dauert“, schmunzelt Alexander Perne, neuer Leiter der Wasserschutzpolizei Koblenz.

    Mittelrhein – Das „Hauptgeschäft“ der Wasserschutzpolizei ist genauso unspektakulär, zeitraubend und wichtig wie das ihrer Kollegen auf der Straße. Denn vor allem kontrollieren die Beamten den Schiffsverkehr. „Und da kann man sich schon vorstellen, allein wegen der Größe eines solchen Schiffs, dass das eine Zeit dauert“, schmunzelt Alexander Perne, neuer Leiter der Wasserschutzpolizei Koblenz.

    Im Normalfall fährt eine Streife das Schiff an, ein bis zwei Polizisten gehen an Bord und kontrollieren Papiere, Besatzung und Ladung. Auch bei Schiffen wird entweder mit dem Fahrtenschreiber oder Bordbüchern nachgewiesen, wie lang die Besatzung schon am Stück tätig ist. „Denn auch hier kommt es zu Überschreitungen der gesetzlich zulässigen Zeiten“, sagt Perne. Der Zeitdruck, der den Transporteuren von ihren Auftraggebern gemacht wird, ist hier oftmals nicht kleiner als auf der Straße.

    Und auch wie auf der Straße müssen die Papiere stimmen. Das ist bei den notwendigen Patenten vielleicht sogar noch komplizierter als bei Führerscheinen, denn die Patente gelten oft nur für eine bestimmte Schiffsart und eine bestimmte Strecke. Bei Gefahrguttransporten wird überprüft, ob alles seine Richtigkeit hat. „Das ist ja ein ganz sensibler Bereich“ sagt der neue Dienststellenleiter. „Denn wenn hier was passiert, dann sind nicht nur die Menschen auf dem Boot betroffen, sondern eventuell richtig viele Menschen und die Umwelt.“

    Und ebenfalls wie auf der Straße wird kontrolliert, ob in den Containern oder im Schiff tatsächlich das ist, was auf den Papieren steht – und auch, ob es ordentlich gesichert ist. Denn wenn die Container falsch beladen sind, kann es zu einer Schlagseite kommen – unvergessen der Unfall der MS Excelsior vor gut drei Jahren auf dem Rhein bei Köln, der tagelang die Schifffahrt lahmlegte. Die kontrollierten Schiffe werden in einem zentralen Register abgelegt. So können die Koblenzer auf einen Blicksehen, welche Schiffe die Kollegen in Neuwied oder St. 
Goar schon überprüft haben. Während der Rhein vor allem Transportverkehr hat, überwiegt auf den 14 Kilometern bis zur Moseltalbrücke und den 50 Lahnkilometern bis Diez der Sportbootverkehr. „Das ist natürlich dann eher ein saisonales Geschäft, da ist im Winter deutlich weniger los.“

    Im Gegensatz zu der Strecke rund um St. Goar sind die 25 Rheinkilometer zwischen dem Bopparder Hamm und der Autobahnbrücke der A 48, die von der Koblenzer Wasserschutzpolizei aus betreut werden, kein besonders unfallträchtiges Gebiet. Havarien ereignen sich aber auch hier immer wieder, und das ist dann das zweite große Aufgabengebiet der Polizei, die rund um die Uhr sieben Tage in der Woche im Schichtbetrieb arbeitet.
    Ebenso natürlich wie die Hilfe in Notfällen. Und bei den großen Ereignissen wie bei „Rhein in Flammen“ unterstützt die Wasserschutzpolizei die Sicherungen. „Bei der Buga werden wir sicher auch mehr zu tun haben“, ist Perne überzeugt. „Allein schon deswegen, weil das Fahrgastschiffaufkommen viel größer wird.“

    „Weil die Sommer immer wärmer und die Flüsse immer sauberer geworden sind, schwimmen natürlich immer mehr Menschen im Fluss“, sagt Perne. Manchmal wird die Polizei dann von Außenstehenden gerufen, die eine Notlage vermuten, obwohl es gar keine gibt. „Aber es ist uns immer lieber, einmal zu viel als einmal zu wenig rauszufahren“, so der Dienststellenleiter. Dem Schwimmen im Rhein steht er persönlich ein bisschen skeptisch gegenüber. „Nein, verbieten würde ich es nicht, wenn ich könnte, es gibt ja auch geschützte Stellen. Aber man muss schon wissen, dass es gerade am Rhein mit Gefahren verbunden sein kann, ins Wasser zu gehen.“ Denn vor allem den Sog von Schiffen könne der Laie gar nicht einschätzen – „Kinder haben ohne Aufsicht im Rhein aus meiner Sicht gar nichts verloren!“

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