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    Ober Kostenz

    Rotorbruch bei Ober Kostenz: Gründe sind noch völlig unklar

    Der Windradunfall von Ober Kostenz gibt den Experten Rätsel auf. Einen Tag nach der Havarie einer Anlage im Windpark nahe der kleinen Hunsrückgemeinde haben Fachleute der Kreisverwaltung sowie der für die Betreuung dieser und anderer Anlagen zuständige Kirchberger Techniker Jörg Konrad vor Ort über den Unfall Auskunft gegeben.

    Flügellahm: Eines von vier jeweils 123,5 Meter hohen Windrädern im Park bei Ober Kostenz dreht sich vorerst nicht mehr. Nachdem am Sonntag ein Rotorblatt abgerissen ist, kann über die Gründe nur spekuliert werden. Ob die Anlage repariert werden kann, ist ebenfalls völlig offen.
    Flügellahm: Eines von vier jeweils 123,5 Meter hohen Windrädern im Park bei Ober Kostenz dreht sich vorerst nicht mehr. Nachdem am Sonntag ein Rotorblatt abgerissen ist, kann über die Gründe nur spekuliert werden. Ob die Anlage repariert werden kann, ist ebenfalls völlig offen.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Chefreporter Volker Boch

    Fest steht, dass es noch einige Zeit dauern dürfte, bis die genauen Gründe bekannt sind, wie es zum Bersten eines der drei Flügels kommen konnte. Ereignet hat sich der Unfall laut Protokoll der Polizeiinspektion Simmern am Sonntagmorgen um 10.28 Uhr. Demnach ist eines der drei Rotorblätter in der Mitte abgebrochen und zu Boden gestürzt.

    Der Flügel wurde regelrecht zerfetzt, offensichtlich hat ein größeres Teil beim Absturz noch den Turm gestreift, bevor es auf eine Ackerfläche krachte. Auf einem angrenzenden Feld verteilt wurden viele Bruchstücke, Kleinteile lagen auch am Tag nach dem Unfall in bis zu rund 200 Metern Entfernung von der Anlage.

    Angrenzenden Feldweg gesperrt

    Laut Polizei haben zehn Feuerwehrleute am Sonntag den Unfallort aufgesucht und vor allem Sicherungsmaßnahmen vorgenommen. Im Auftrag des Betreibers wurde von einer Privatfirma ein unmittelbar zum Windrad führender Feldweg aus Sicherheitsgründen umgehend gesperrt. Dem für die technische Betriebsführung des Windparks zuständigen Jörg Konrad ging es mit dieser Maßnahme vor allem darum, Bürger zu schützen. Vom Boden aus ließ sich nicht genau erkennen, ob möglicherweise weitere Teile zu Boden fallen und für eine Gefährdung sorgen könnten. Bis zum späten Sonntagmittag kümmerte sich der Kirchberger vor Ort persönlich um die Sicherung.

    Am Montagmorgen wurde die Versicherung über die Havarie informiert, die nun einen Gutachter bestellen wird, um den genauen Hergang des Unfalls zu klären. "Die Anlage lief ganz normal", sagt Jörg Konrad, der das Windrad wie drei weitere baugleiche Anlagen bereits seit der Errichtung des Windparks im Jahr 2002 betreut und regelmäßig in Augenschein nimmt. Auffälligkeiten haben sich dabei zuletzt nicht gezeigt. Bei einer Windgeschwindigkeit von 25 Metern pro Sekunde bei Volllast schaltet sich die Anlage ab - laut den Aufzeichnungen war eine solche Windstärke am böigen Sonntag aber nicht gegeben.

    Windgeschwindigkeit von lediglich 18 Metern pro Sekunde

    Die gewartete und technisch überprüfte Anlage lief demnach bei einer Windgeschwindigkeit von lediglich 18 Metern pro Sekunde, als es zum Unfall kam. "Wir müssen jetzt abwarten und uns die Gutachten ansehen", erklärte Heinz-Dieter Wieß von der Kreisverwaltung am Unfallort, "man muss sehen, ob sich dann Rückschlüsse ziehen lassen." Informiert wurde auch die Gewerbeaufsicht der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord.

    Seit Juli 2002 läuft der Windpark bei Ober Kostenz mit vier Anlagen, die 1,65 Megawatt Nennleistung und eine Gesamthöhe von 123,50 Meter haben. Der Rotordurchmesser der vier Anlagen, die vom Unternehmen Penok aus Lohne (Landkreis Vechta, Niedersachsen) betrieben werden, beträgt 77 Meter. Der Park wurde 2007 durch drei weitere, 150 Meter hohe Anlagen ergänzt, die jeweils 2 Megawatt Nennleistung haben.

    Andere Räder des Windparks laufen weiter

    Nach der Havarie laufen die anderen Räder des Windparks weiter, denn es gibt weder Hinweise auf irgendein technisches Problem bei den anderen Rädern noch Erkenntnisse, wie es zum Unfall gekommen ist. Havarien dieser Art sind offensichtlich sehr selten, überregional bekannt wurde im Dezember 2006 in Mehring bei Trier der Abbruch eines Rotors an einer 113 Meter hohen Anlage, sieben Jahre danach krachte am Schneebergerhof in der Pfalz ein rund 60 Meter langes Rotorblatt zu Boden. Dieser Unfall sorgte für Aufsehen, da es sich bei dem betroffenen Windrad um die bis dato größte Anlage (E 126) der Welt handelte, die auch bei Ellern steht.

    Ober Kostenz: Zerstörte Sturmböe einen Windradflügel?
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